Notfälle auf der Wiesn - Sanitätsstation ist einsatzbereit

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Laborgeräte zum Blutwerte-Check, eine modernisierte Einsatzzentrale und «Supervisors», die bei großen Einsatzlagen zusätzlich den Überblick am Einsatzort behalten: Mit diesen Neuerungen startet die Wiesn-Sanitätsstation der Aicher Ambulanz in die Oktoberfestsaison 2026.

Rund 430 Einsatzkräfte, darunter 36 Ärztinnen und Ärzte, werden sich über die 16 Festtage hinweg im Rund-um-die-Uhr-Betrieb um die Gesundheit der Wiesn-Besucher kümmern. In der Spitzenbesetzung an einem Samstag werden ungefähr 140 Menschen auf der Sanitätsstation im Einsatz sein. 

Die Aicher Ambulanz, die seit 2018 den Sanitätsdienst auf dem Fest sicherstellt, sieht sich gut auf diesen Einsatz vorbereitet. «Die Mitarbeiter sind alle geschult, die Lager sind voll mit medizinischem Material. Theoretisch kann es losgehen», sagte Michel Belcijan, der im Juli zusammen mit Ralf Kuchenbuch die Geschäftsführung übernommen hat. 

Über die Jahre hat sich Wiesn-Sanitätsstation zu einer Art Mini-Klinik entwickelt. Sie verfügt über einen Computertomographen und die Möglichkeit, Patienten insbesondere mit Alkoholvergiftungen auch über Nacht zu betreuen. 

Blutdiagnostik auf der Wiesn 

In diesem Jahr stehen dem medizinischen Personal zudem erstmals zwei Laborgeräte zur Verfügung, mit denen vor Ort auf der Theresienwiese Blutwerte getestet werden können, wie Chefarzt, Philip Kampmann mitteilte. Damit kann das Team anhand der Werte unter anderem Herzinfarkte erkennen. 

Anders als mit den Blut-Schnelltests in den Vorjahren können die Werte mit den neuen Laborgeräten präziser bestimmt werden. «Also wir wissen nicht nur, dass er den Wert hat, sondern wir wissen auch, wie hoch der Wert ist. Und das bringt uns natürlich in der Diagnostik voran», erklärte Kampmann. Auch damit trägt das Aicher-Team zur Entlastung der umliegenden Labore und Kliniken bei. 

Eigenschutztraining soll Einsatzkräfte sensibilisieren 

Erstmals wurden rund 70 Helfer in freiwilligen Eigenschutztrainings darauf vorbereitet, in Bedrohungssituationen verbal zu deeskalieren und sich bei Bedarf auch verteidigen können. 

«Letztendlich sind die Zahlen an Übergriffen auf unser Personal im Verhältnis zu den Einsätzen, die wir fahren, immer sehr gering. Aber jeder ist einer zu viel und wir wollten unsere Helfer einfach vorbereiten», erklärte Geschäftsführer Belcijan. So seien beim Oktoberfest 2025 zwei Fälle erfasst worden. 

Wiesn-Fazit 2025: Über 7.000 Patienten behandelt

Auf der Wiesn 2025 behandelte der Sanitätsdienst 7.158 Personen. Bei rund 39 Prozent der Fälle handelte es sich um alkoholbedingte Notfälle. Ein gutes Drittel waren chirurgische Verletzungen, internistische und sonstige Beschwerden machten 26 Prozent aus. Der Computertomograph kam in 156 Fällen zum Einsatz. Die Zahl der Personen, die in Kliniken gebracht werden mussten, sank auf 1,6 Prozent. 

Bei den sechs Oktoberfesten, an denen die Ambulanz bisher im Einsatz war, kümmerten sich die Kräfte insgesamt um 39.642 Patientinnen und Patienten. (dpa)


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