Premiere der Roboterküche - Sodexo und goodBytz tischen im Uni-Klinikum Tübingen auf

| Gastronomie Gastronomie

Frisches Essen vom Roboter? Sodexo bietet am Universitätsklinikum Tübingen mit der weltweit ersten Roboterküche des Hamburger Start-ups goodBytz für Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten sowie Gäste auch außerhalb der Öffnungszeiten der Betriebsrestaurants und der Cafeterien ein warmes Essen auf dem Campus. Täglich stehen fünf Gerichte zur Auswahl, viele davon sind pflanzenbasiert.

Einmal bitte Erdnuss-Udon-Stir-Fry. Ein paar Klicks auf dem Touchscreen, schon greifen zwei Arme nach verschiedenen Metallschüsseln, in die rohe, kleingeschnittene Möhrenstifte sowie Pak-Choi purzelt. Dann platziert der Roboter die Schüsseln auf Kochfeldern. Nudeln kochen, das Gemüse wird angebraten. Wenige Minuten nach Auswahl wird das asiatische Gericht in einer Mehrwegschüssel serviert. Nicht von einer oder einem Servicemitarbeitenden, sondern von einem Kochroboter. 

Sodexo betreibt im Gesundheitszentrum (GZT) des Universitätsklinikums schon seit Jahren neben Betriebsrestaurants auch sechs Cafeterien und erweitert nun in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Start-up goodBytz sein gastronomisches Angebot. Damit erhalten Hungrige zunächst bis in die Abendstunden ein vielfältiges, gesundes und vor allem zeitlich flexibles Verpflegungsangebot. 

Die fünf angebotenen Gerichte kosten je zwischen 6 und 8,70 Euro. Zwischen Mitarbeitenden und Gästen wird nach Auskunft der Uniklinik kein Unterschied gemacht. Der Roboter kann bis zu 150 Gerichte pro Stunde produzieren.

„Die Roboterküche ist eine Antwort auf die Realität der Arbeitswelt von heute. Sie hilft uns, in Zeiten des Fachkräftemangels Lücken zu schließen“, sagt Renato Salvatore, Geschäftsführer von Sodexo Deutschland. „Arbeitsplätze werden durch den Roboter am Uniklinikum nicht abgebaut“, betont Dr. Tobias Anton Schneider, Leiter des Geschäftsbereiches Betrieb und Logistik am Universitätsklinikum. „In den Cafeterien und Betriebsrestaurants lange Öffnungszeiten anzubieten oder Stellen als Koch, Köchin oder Servicemitarbeitende zu besetzten, ist derzeit schwierig. Hier unterstützt uns die neue Technologie mit automatisierten Prozessen.“

In den Kliniken befinden sich zwar Snackautomaten, ansonsten mussten sich Mitarbeitende außerhalb der Öffnungszeiten bislang selbst versorgen. Das Uniklinikum ist weltweit der erste Standort, an dem der Kochroboter von goodBytz zum Einsatz kommt.

„Jetzt besteht die Möglichkeit, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Betriebsrestaurants und der Cafeterien ein frisches und warmes Essen zu bekommen. Dies ist besonders für unsere Beschäftigten im Schichtbetrieb und im Wochenenddienst interessant“, sagt Schneider. 

Reduzierter CO2-Ausstoß im Vergleich zu klassischen Speiseplänen

Der Standort im Speisesaal des GZT ist gut gewählt. Im Gebäude untergebracht ist ein ambulantes Rehazentrum, das täglich etwa 120 ambulante Patientinnen und Patienten besuchen. Sie erhalten künftig über den Kochroboter ein Mittagessen, statt über die Cafeteria. Ebenso profitieren Gäste des Hotels, das im achten Stockwerk des Gesundheitszentrum untergebracht ist. Mittelfristig ist angedacht, auch Gäste aus weiteren ambulanten Rehas auf dem Klinikgelände sowie Patientinnen und Patienten aus Tageskliniken über den Kochroboter zu versorgen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Restaurant Brands International (RBI) verfolgt ambitionierte Ziele für den chinesischen Markt. Bis zum Jahr 2035 soll das Netzwerk von Burger King auf mehr als 4.000 Restaurants anwachsen.

Ein Drink zu viel oder schon ein Verbrechen? Warum die Dunkelziffer bei K.o.-Tropfen in Sachsen-Anhalt so hoch ist und wie Clubs versuchen, ihre Gäste vor unsichtbaren Angriffen zu schützen.

Mitchells & Butlers ist wieder mit zwei Standorten in der Hansestadt vertreten. Nach dem Auszug aus dem Alsterpavillon im Oktober 2025 wurde nun das ALEX am Rothenbaum offiziell eröffnet.

Das Berliner Sternerestaurant Bonvivant verfolgt konsequent seine Strategie der nachhaltigen Weiterentwicklung. Wie der Betrieb bekanntgab, wurde das gesamte kulinarische Angebot nun vollständig auf eine rein pflanzliche Basis umgestellt.

Das Gourmetrestaurant im Severin*s – The Alpine Retreat in Lech am Arlberg präsentiert mit Marius Pieper eine neue kulinarische Ausrichtung. Der 30-jährige Küchenchef fokussiert sich auf eine Kombination aus regionaler Verwurzelung und internationaler Küchentechnik.

Das Restaurant Berta in Berlin hat nach einer konzeptionellen Überarbeitung wieder seine Türen geöffnet. Unter der Leitung von Chefkoch Assaf Granit präsentiert der Betrieb eine israelisch inspirierte Küche, die osteuropäische Traditionen mit modernen Akzenten verbindet.

Die Vergabe der begehrten Standplätze auf dem Oktoberfest steht im Fokus einer Debatte in München. Eine Münchner Wirtsfamilie fordert durch ihre Bewerbung auf Brauerei-Standplätze die traditionelle Vergabepraxis heraus, während bereits dementierte Berichte über eine mögliche Einschaltung des Europäischen Gerichtshofs für Aufsehen sorgen.

Der Valentinstag entwickelt sich zunehmend zu einem der wichtigsten Umsatzbringer für die deutsche Gastronomie. Eine aktuelle Studie zeigt für 2026 eine steigende Reservierungsbereitschaft, neue Zielgruppen und klare Erwartungen an Service und Etikette.

Mit „Wir kochen Heimat“ möchte das Nobelhart & Schmutzig Team einen Beitrag zur kulturellen Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff leisten, der im öffentlichen Diskurs häufig (negativ) politisch aufgeladen ist.

Eine aktuelle SumUp-Auswertung zum Jahresstart 2026 belegt eine steigende Besuchsfrequenz in der Gastronomie bei gleichzeitig sinkenden Durchschnittsausgaben. Während digitale Trinkgelder und Kartenzahlungen an Bedeutung gewinnen, zeigen sich die Gäste preisbewusst.