Restaurantketten und Großgastronomen: Top 100 Unternehmen 2018 mit 5,3 Prozent Umsatzplus

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Deutschlands 100 führende Foodservice-Unternehmen haben 2018 mit 14,5 Milliarden Euro Nettoumsatz 5,3 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr. Die Zahl der Betriebe erhöhte sich um 2,2 Prozent auf mehr als 19.600. An der Spitze der größten Gastronomieunternehmen und -systeme in Deutschland stehen McDonald’s, Burger King und LSG, gefolgt von Tank & Rast. Neu unter den Top 100 ist der Schweizer Valora-Konzern als Eigentümer der beiden Marken Ditsch und Backwerk.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Branchenerhebung der Wirtschaftsfachzeitschrift foodservice (dfv Mediengruppe). Die Umsätze allein der Top 10 sind seit 2008, also in den letzten zehn Jahren, um exakt 20,5 Prozent gestiegen; global distribuierte Quickservice-Marken mit gelernten, etablierten Sortimenten beherrschen das Feld.

Gewinner-Analyse

McDonald’s und Burger King generierten zusammen 4,5 Mrd. Euro Marktvolumen. Die Big Mac-Macher kommen nach Schätzung von foodservice auf 6,6 Prozent Umsatzplus. Der Marktführer hat nach einer Minus-Epoche 2013/14 im Jahr 2018 einen Rekord hingelegt, und zwar mit der höchsten Wachstumsrate in bestehenden Restaurants seit 1993. Dieser Erfolg resultiert aus einem umfassenden inneren Veränderungsprozess mit neuem Küchenprinzip, neuen Signature-Burgern, einem stark ausgeweiteten Dienstleistungsspektrum (einerseits Table-Service als Standard, andererseits Lieferung nach Hause) sowie sehr kraftvollen Value-Aktionen mit Preisknüllern.

Vom Umsatzwachstum der Top 100 entfällt in absoluten Zahlen der größte Brocken auf McDonald’s (geschätzt 215 Mio. Euro), es folgen Domino‘s (67 Mio. Euro) sowie SSP (geschätzt 35 Mio. Euro). Bei den relativen Gewinnern führt Domino’s (plus 43,8 Prozent) vor Gustoso (39,8 Prozent) sowie dean & david (plus 32,7 Prozent).
 

Herausragendes Wachstum im Fullservice-Sektor liefern die drei expansionsstarken Marken L’Osteria (plus 18,2 Prozent Umsatz), Hans im Glück (plus 17,4 Prozent) sowie Peter Pane (plus 21,1 Prozent) mit Pizza und Better-Burgern in den Kernsortimenten.

2018 war für den Wirtschaftszweig und insbesondere für die Vorderen ein Spitzenjahrgang. Es gab Rückenwind durch gute Konjunktur und beste Verbraucherlaune, allerdings auch Gegenwind durch geradezu dramatischen Fachkräftemangel.

Es war auch ein Jahr, in dem mehr Marken und Firmen ihren Eigentümer bzw. Investor wechselten als je zuvor.

Turbo-Dynamik im Markt

Die bedeutendsten Übernahmen und Zukäufe im Feld der Top 100:

Der italienische Autogrill-Konzern kauft von der französischen Groupe Soufflet Le CroBag mit Standortschwerpunkt Bahnhof.

Delivery-Weltmarktführer Domino’s übernimmt Hallo Pizza, die Nummer 2 in diesem Spezialsegment.

Die Fischrestaurant-Kette Nordsee wechselt aus dem Portfolio von Theo Müller und Heiner Kamps zum Schweizer Finanzdienstleister Kharis Capital.

Delivery Hero verkauft sein deutsches Geschäft mit den Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de an Takeaway.com aus den Niederlanden mit der Marke Lieferando.

Food und Foodservice werden als krisenresistente Kapitalanlage mit nachhaltiger Nachfrage betrachtet. Deutschland gilt dabei als ausgesprochen attraktiver, aber auch schwieriger Ländermarkt. Viel beachtete Firmentransfers auf globaler Ebene waren: Die Holding der deutschen Familie Reimann (JAB) kauft die britische Kult-Marke Pret a Manger vom Investor Bridgepoint. Und: Der Weltkonzern Coca-Cola übernimmt die Kette Costa Coffee von Whitbread (beide Großbritannien).

Aktuelle Trends der Gastronomie-Branche

Das Treiber-Thema heißt Lieferservice bzw. Lieferplattformen. Es ist ein urbanes Thema. Die Entwicklung hat eine atemberaubende Geschwindigkeit. Sie bietet Restaurants in der kompletten Bandbreite von Fastfood bis Fine Dining Wachstumschancen. Praktisch alle großen Marken experimentieren damit. Noch beschränkt sich das neue Business auf Innenstädte, größere Markenbekanntheit lockt. Zu den operativen Herausforderungen gehören Integration der Abholung im Restaurant-Betrieb sowie Sicherstellung der Qualität bis zur Haustüre. Die Erfahrung: Keine Kannibalisierung des stationären Geschäfts, aber hart gerechnet auch keine Gewinne, denn der Service kostet die Gastronomen hohe Gebühren.

So werden Büros und Wohnzimmer zu Restaurants im weiten Sinne. Wie in vielen anderen Branchen ist auch in der Gastronomie Digitalisierung Chance und Challenge gleichzeitig.

Trendprodukte

Dazu gehören in erster Linie Mengen-Bestseller auf Premium-Niveau (Burger, Pizza, Brot, Kaffee, Bier usw.). Und der Wechsel vom funktionalen zum erlebnisgeprägten Konsum ist allgegenwärtig. Pflanzliche Lebensmittel werden immer höher eingestuft – die vegane Küche fungiert dabei als Treiber. Doch: Für die meisten Menschen verschwindet Fleisch nicht vom Speiseplan. Top angesagt in Großstädten: Poke Bowls. Dank des Jahrhundertsommers gab es zudem einen BBQ-Boom.

Besonders gefragt sind Lebensmittel aus der Region kombiniert mit „flavours from all over the world“. Die Forscher reden vom globalisierten Gaumen. Inspiration liefern Streetfood und Food Festivals. Und: Essen muss heutzutage Instagram-tauglich sein.

Gastlichkeit hat eine Schlüsselrolle beim Wandel der urbanen Welt, so gewinnt Essen im öffentlichen Bewusstsein stark an Stellenwert.

Ausblick 2019

Die Erwartungen der Befragten an das laufende Jahr sind geprägt von einer guten, aber abgeschwächten volkswirtschaftlichen Prognose sowie einem entsprechendem Konsumklima. Im Januar glaubten 72 Prozent der Top 100-Unternehmen an weiter wachsende Umsätze. Die besten Wachstumschancen werden dem Liefergeschäft attestiert, gefolgt von Take-away und Snacks-to-go.

„Die Zukunft gehört besonders jenen Playern im Markt, die Mut für Neues und Gespür für Machbares haben. Und sich mit gut geschulten Mitarbeitern auf das kulinarische und emotionale Erlebnis ihrer Gäste konzentrieren“, so Gretel Weiß, Herausgeberin von foodservice.

Beim Ranking der größten Gastronomen Deutschlands handelt es sich um eine exklusive Erhebung der Wirtschaftsfachzeitschrift foodservice (dfv Mediengruppe). Ausführliche Informationen zum Ranking sind auf Anfrage in der Unternehmenskommunikation der dfv Mediengruppe erhältlich.


 

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