Schlacht um größten Lieferdienst der Welt: Prosus und Takeaway kämpfen um Just Eat

| Gastronomie Gastronomie

Mit einer überraschenden Übernahmeofferte will die Naspers-Tochter Prosus den Zusammenschluss des britischen Essenslieferdiensts Just Eat mit seinem niederländischen Wettbewerber Takeaway.com verhindern. Auf Gegenliebe stößt das Angebot jedoch keineswegs. Schon kurz nach dessen Bekanntwerden meldete sich Just Eat zu Wort und lehnte es entschieden ab. Es sei eindeutig zu niedrig und spiegele die Attraktivität des Unternehmens nicht wider, teilten die Briten am Dienstag mit.

Im Übernahmekampf um den britischen Essenslieferdienst Just Eat verschärft sich. Mit einer überraschenden Übernahmeofferte will die Naspers-Tochter Prosus den Zusammenschluss des britischen Essenslieferdiensts Just Eat mit seinem niederländischen Wettbewerber Takeaway.com verhindern. Auf Gegenliebe stößt das Angebot jedoch keineswegs.

Schon kurz nach dessen Bekanntwerden meldete sich Just Eat zu Wort und lehnte es entschieden ab. Es sei eindeutig zu niedrig und spiegele die Attraktivität des Unternehmens nicht wider, teilten die Briten am Dienstag mit.

Nun muss Prosus seine Ansprüche weiter zurückschrauben. Die Annahmeschwelle für das Angebot werde auf 75 Prozent gesenkt, teilte Naspers am Montag mit der Vorlage des Angebotsdokuments in London mit. Vorher hatte die Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers noch mindestens 90 Prozent der Anteile haben wollen. Der Angebotspreis bleibe bei 710 Pence je Aktie und damit bei insgesamt 4,9 Milliarden britischen Pfund (5,7 Mrd Euro), hieß es. Die Angebotsfrist läuft demnach bis zum 11. Dezember.

Auch die Lieferando-Mutter Takeaway.com buhlt um den englischen Lieferdienst. Takeaway mit Sitz in den Niederlanden will ebenfalls mindestens 75 Prozent der Aktien angedient bekommen und bietet je Just-Eat-Aktie 0,09744 eigene Aktien an - das entspricht beim derzeitigen Takeaway-Kurs von 74,50 Euro in Amsterdam rund 4,96 Milliarden Euro - umgerechnet in Pfund nur rund 4,3 Milliarden Pfund.

Sollte der Deal mit Takeaway.com über die Bühne gehen, dürften am Ende allerdings die Just-Eat-Aktionäre die Mehrheit an dem fusionierten Unternehmen halten, wie die Unternehmen im Sommer mitgeteilt hatten. Denn Takeaway war zwar vor dem Deal etwas mehr wert als Just Eat, die Übernahmeprämie würde jedoch dazu führen, dass Just Eat letztendlich gewichtiger ist.

Just Eat ist den Angaben zufolge mit mehr 100 000 Vertragsrestaurants etwa in Großbritannien, Australien und Neuseeland und mehr als 26 Millionen Kunden deutlich größer als der Rivale Takeaway.com, der dank eines starken Europa-Geschäfts zuletzt auf knapp 44 000 Restaurants und im Jahr 2018 auf Bestellungen von gut 14 Millionen Kunden kam. Insgesamt wickelten Takeaway.com und Just Eat im vergangenen Jahr rund 360 Millionen Bestellungen ab. Erst am Montag hatten die Briten bekannt gegeben, dass sich ihr Wachstum deutlich verlangsamt hat.

Das Management von Just Eat empfiehlt jedoch weiter den Zusammenschluss mit den Takeaway. Das Angebot von Prosus bewerte Just Eat nicht ausreichend. Eine Kombination mit Takeaway sei aus strategischer Sicht besser, auch weil Aktionäre dann weiter an dem Unternehmen beteiligt seien. Takeaway-Chef Jitse Groen gab allerdings zu, dass er angesichts der Umstände verstehen könne, dass derzeit beide Angebote nicht unbedingt verlockend seien. Dennoch sei das angestrebte Tauschverhältnis der Aktien in seinem Angebot angemessen. Prosus ist eine Tochter des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers und an der Amsterdamer Börse gelistet. Essenslieferdienste gehören laut eigenen Angaben zu den Schlüsselsegmenten des Investors, der seit dem Jahr 2016 rund 2,8 Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) in sein Portfolio investiert hat und Anteile an iFood aus Brasilien, Delivery Hero und Swiggy aus Indien hält. Für Prosus sind den Angaben zufolge weltweit mehr als 20 000 Mitarbeiter tätig.

In der Branche zeichnet sich angesichts des harten Wettbewerbs eine Konsolidierung ab. So hat der deutsche MDax-Konzern Delivery Hero sein hiesiges Geschäft an Takeaway.com verkauft. Amazon hatte die Branche mit einem Investment von 575 Millionen US-Dollar in den britischen, nicht börsennotierten Wettbewerber Deliveroo aufgeschreckt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Rhubarb Hospitality Collection und Unibail-Rodamco-Westfield haben ihre Planungen für zwei Gastronomiebetriebe im Westfield Hamburg-Überseequartier konkretisiert. Das Restaurant Elemente soll am 30. April 2026 eröffnen. Die Dachbar AirBar13 ist laut Mitteilung für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen.

Unbekannte haben ein israelisches Restaurant in München angegriffen, Fensterscheiben zerstört und einen Schaden von mehreren Tausend Euro verursacht. Polizei, Justiz und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus, Politiker zeigen sich entsetzt.

Ob gemeinsam Stricken im Kino, Pub-Quiz spielen oder zusammen Lieder schmettern im Stadion - Events mit Gemeinschaftsgefühl sind in Hessen gefragt. Das kommt auch den Veranstaltern zugute.

Die Pub-Kultur ist den Briten heilig. Nun wagt sich sogar eine deutsche Supermarktkette in das Geschäft - hinter der Idee eines Lidl-Pubs stecken allerdings ungewöhnliche Umstände.

Das Stuttgarter Frühlingsfest naht – und wer aufs Geld achten muss, kann zumindest beim Bierpreis etwas durchatmen. Es soll keine Überraschungen geben, sagen die Wirte.

Am Flughafen Stuttgart ist ein weiteres gastronomisches Angebot gestartet: Casualfood hat im Gatebereich das Konzept Beans & Barley eröffnet. Das teilt der Flughafen in einer Mitteilung mit. Das Selbstbedienungsrestaurant richtet sich nach Angaben des Betreibers an Fluggäste vor dem Abflug und befindet sich im Wartebereich der Gates.

Die Nasa veröffentlicht Details zur Verpflegung der Artemis-2-Crew und weist Spekulationen über ein schwebendes Glas Nuss-Nugat-Creme zurück. Rund 189 Speisen stehen den Astronauten während ihres Flugs zur Auswahl.

Das Hotel The Capra organisiert im Juni 2026 gemeinsam mit dem Yale-Historiker Paul Freedman ein dreitägiges Seminar zur Geschichte der Schweizer Gastronomie. Die Veranstaltung thematisiert die kulinarische Entwicklung von der Belle Époque bis zur Gegenwart.

Von der Küche der Queen auf einen Acker in Darmstadt: Stefan Pappert kochte für rund 100 Gäste Variationen des Edelgemüses bei der offiziellen Eröffnung der Spargelsaison.

Basketball-Star LeBron James eröffnet in seiner Heimatstadt Akron das Restaurant Buckets. Der Betrieb dient gleichzeitig als Ausbildungsstätte für Teilnehmer seines sozialen Förderprogramms.