So gibt es einen Michelin-Stern

| Gastronomie Gastronomie

Während Marc Veyrat den Guide Michelin verklagt und Sébastien Bras im vergangenen Jahr seine Sterne „zurückgab“, sind die meisten Köche noch immer heiß darauf, einen der begehrten Sterne zur erhalten. Doch wie genau bekommt man überhaupt die Auszeichnung? Am besten weiß das natürlich der internationale Direktor des Guide Michelin Gwendal Poullennec, der gerne auf die berühmte „Methodik“ verweist.

Denn auch wenn Kontext und Kultur jeder Küche unterschiedlich seien, gelten für alle dieselben Kriterien. "Man schaut sich die Qualität des Produkts an, die Beherrschung der Kochtechnik, die Ausgewogenheit des Geschmacks, wie sich die Persönlichkeit des Kochs auf dem Teller ausdrückt und die Konsistenz", so Poullennec laut Businesstimes. Für ihre Vergleiche stützen sich die Inspektoren auf einen festen Satz von Benchmarks.

Diese Benchmarks seien allerdings ein streng gehütetes Geheimnis. Poullennec versicherte jedoch, dass niemand allein über das Schicksal eines Restaurants entscheidet. Es sei immer eine Gruppenentscheidung. Deshalb werde jedes Restaurant etwa dreimal besucht. Keinen Einfluss auf die Bewertungen hätten hingegen Ambiente und Umgebung. Deshalb könne sowohl ein Streetfood-Laden als auch ein Fine-Dining-Restaurant mit einem Stern ausgezeichnet werden. „Die Kriterien sind immer die gleichen“, so Poullennec.

Sollten die Inspektoren zufällig ein Restaurant besuchen, wenn der Chefkoch gerade unterwegs ist oder einen schlechten Tag habe, sei das nicht das Ende der Welt. "Wir verstehen, dass das Kochen ein sehr menschlicher Prozess ist", erklärte Poullennec. "Wir geben also etwas Spielraum. Außerdem ist es uns egal, ob der Koch da ist oder nicht. Die Sterne werden nicht an den Koch vergeben, wir kümmern uns nur um das Erlebnis, das wir im Restaurant machen."

Letztendlich gibt es also kein Geheimrezept, um Sterne zu erhalten. "Es geht um die Persönlichkeit, die Kochtechniken, das Team. Nicht kopieren. Sei du selbst. Meistens kommen die höchsten Auszeichnungen, wenn sich der Koch und das Team auf den Gast konzentrieren. Sie vergessen den Stern und schaffen einfach ein authentisches Erlebnis. Dann wären wir als Kunde zufrieden und würden einen Stern verleihen."


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant-Hotel Obauer in Werfen wird Ende Oktober 2026 schließen. Karl, Rudi und Angelika Obauer beenden den Familienbetrieb nach mehr als 47 Jahren und treten in den Ruhestand.

Die Berliner Kaffeekette LAP Coffee hat nach eigenen Angaben ihren ersten Standort in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Der neue Store befindet sich in Köln. Das Konzept von LAP Coffee sorgt in der Branche für Diskussionen.

Laut einer Forsa-Umfrage schränken viele Menschen in Deutschland wegen steigender Preise ihren Alltag ein. Besonders häufig wird bei Restaurantbesuchen, Kraftstoff und Freizeitaktivitäten gespart.

Die Bayerischen Jugendmeister 2026 im Gastgewerbe wurden in der Münchener Allianz Arena gekürt. Neben Einzelsiegern in vier Kategorien wurde auch die beste Mannschaftswertung unter den bayerischen Berufsschulen ermittelt.

Im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen schweren Bandendiebstahls hat die Münchner Polizei Wohnungen und Spinde von Mitarbeitern des Spatenhauses an der Oper durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen 50 Tatverdächtige auch aus der Belegschaft des Restaurants.

McDonald’s hat im ersten Quartal 2026 Umsatz und vergleichbare Verkäufe gesteigert. Das Unternehmen meldet Wachstum in allen Geschäftssegmenten sowie höhere Systemumsätze weltweit.

Schnittverletzungen führen in der Gastronomie zu durchschnittlichen Ausfallzeiten von über einer Woche pro Vorfall. Die BGN informiert über die korrekte Auswahl, Pflege und Lagerung von Handmessern zur Vermeidung von Arbeitsunfällen.

Der Michelin Guide Belgien und Luxemburg 2026 ist in Antwerpen vorgestellt worden. Zwei Restaurants erhielten neu zwei Michelin-Sterne, zehn weitere wurden erstmals mit einem Stern ausgezeichnet.

Gordon Ramsay hat die Servicegebühr in seinem Londoner Restaurant Lucky Cat für saisonale Menüs auf 20 Prozent erhöht. Medienberichte und Stimmen aus der Branche verweisen auf eine breitere Debatte über Trinkgeld, Löhne und Preisgestaltung in der Gastronomie.

Ein Dönerfirma-Chef sah sich in einem David-gegen-Goliath-Streit schon als Sieger, doch nun kommt es doch zum Schulterschluss mit dem Fast-Food-Riesen KFC. Ein bekannter Schauspieler wirkte daran mit.