So soll die Wiesn sicherer werden

| Gastronomie Gastronomie

Nach Schockmomenten auf der überfüllten Wiesn im vergangenen Jahr soll nun einiges anders werden auf dem Oktoberfest: KI-gestützte Kameras sollen zu große Ansammlungen erkennen - und schnell Alarm schlagen. «Man sieht ganz frühzeitig: Wo braut sich was zusammen», sagte Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD). «Damit es nicht mehr zu so punktuellen Überfüllungssituationen kommen kann wie im letzten Jahr.» Das Thema Sicherheit sei für das Oktoberfest das wichtigste. 

Darum werden «Crowdmanagement und Besucherlenkung» verbessert, wie Scharpf ankündigte. Dafür gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal eine Koordinierungsstelle, die vor allem die Kommunikation und den Informationsfluss zwischen Sicherheitsbehörden und Stadt verbessern soll. Dafür macht das Wiesn-Fundbüro Platz und zieht in das Verkehrszentrum des Deutschen Museums. 

Mehr Sicherheit durch mehr Blasmusik

Wie die Stadt bereits mitgeteilt hat, soll bei dem Ziel, die Wiesn sicherer zu machen, auch die Blasmusik eine Rolle spielen. Um den Besuch der Wiesn auch unter der Woche für internationale Gäste attraktiver zu machen, soll die Musik in den Zelten eine Stunde früher beginnen dürfen. Ziel ist «die Verlagerung der Besuchszeiten der internationalen Gäste auf die Wochentage», wie es in einer Änderung der Betriebsvorschriften für die Wiesn 2026 heißt. Damit soll verhindert werden, dass es vor allem an Wochenenden wieder zu Überfüllungen kommt. Es soll allerdings «keine aufheizende Musik» geben, wie Scharpf betonte. Die gibt es dann erst abends.

Im vergangenen Jahr war das Fest womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Am zweiten Wiesn-Samstag, dem sogenannten Italiener-Samstag mit vielen Gästen aus dem Ausland, wurde es vor den Festzelten so voll, dass es für Tausende Besucher weder vor- noch zurückging. Durchsagen, das Festgelände werde aus Sicherheitsgründen geschlossen, nannten zunächst keinen Grund - was zusätzlich Angst unter den Festgästen schürte.

Drei neue Fahrgeschäfte

Neben verbesserten Sicherheitsmaßnahmen gibt es auch noch andere Neuigkeiten - zum Beispiel drei neue Fahrgeschäfte. Das «Shake & Roll» ist die Weiterentwicklung des klassischen «Break Dance», weil die Gondeln nicht fest montiert sind, sondern sich überschlagen können. Beim «Fischerman's» gibt es auf drei Etagen «Spaß, Action und Wasserabenteuer», wie die Stadt mitteilte. Das «Chaos Pendel» wirbelt die Fahrgäste in bis zu 42 Metern Höhe und mit 80 Kilometern pro Stunde durch die Luft.

Und auch bei den Zelten gibt es Neues: Weil der Wirt der «Münchner Stubn», der in anderer Sache mit der Stadt um die Zulassung zum Oktoberfest streitet, kurzfristig hingeschmissen hat, bekommt «Bartls Flößerstadl» seinen Platz. Außerdem bekommt «Bodo's Cafézelt und Cocktailbar» ein komplett neues Festzelt aus Holz. 

954 Betriebe haben sich nach Angaben der dritten Münchner Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) für die Wiesn 2026 beworben, 478 wurden zugelassen. Darunter 36 gastronomische Betriebe und 41 Schaustellerbetriebe.

Rechtsstreit um Zulassung

Der Streit um die Zulassung zur Wiesn hatte wochenlang für Wirbel und Befürchtungen gesorgt, der Aufbau der Zelte könne nicht pünktlich beginnen. Der Wirt Alexander Egger will auf gerichtlichem Weg erreichen, dass sich die Zuteilung zweier großer Oktoberfestzelte - das berühmte Anzapfzelt Schottenhamel und das Paulaner-Festzelt - nach europäischem Vergaberecht richten muss. 

Per Eilantrag wollte er beim Bayerischen Obersten Landesgericht erreichen, dass diese beiden Zelte bis zur Hauptsache-Entscheidung nicht aufgebaut werden dürfen. Dass er damit - zumindest vorerst - vor Gericht scheiterte, sorgte bei den Wirten und bei der Stadtspitze für Aufatmen. Im Hauptsacheverfahren soll es zwar noch vor dem Start des Oktoberfestes eine Verhandlung geben, auf die diesjährige Wiesn hat das aber keinen Einfluss mehr. «Es ist alles gut gegangen», sagte Scharpf.

Wiesn-Krug und «Liad für'd Wiesn»

Wie jedes Jahr gibt es auch heuer einen neuen Sammlerkrug für die 1978 gestartete Reihe. Darauf zu sehen ist in diesem Jahr ein «farbintensives Motiv», das das «Oktoberfest in seiner Essenz» zeigen soll, wie die Stadt schreibt: «Lebensfreude, Tradition, Dynamik und Geselligkeit.» 

Und auch der im vergangenen Jahr gestartete Musikwettbewerb «A Liad für'd Wiesn» bekommt eine Neuauflage. Von 122 eingereichten Liedern kamen sieben ins Online-Voting, der Sieger soll an diesem Samstag beim Brass Wiesn Festival vorgestellt werden. 

«Ozapt is» mit neuem OB

Das 191. Münchner Oktoberfest, das als größtes Volksfest der Welt gilt, startet in diesem Jahr am 19. September. Für das berühmte «Ozapft is» ist dann erstmals der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zuständig, der den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) an der Stadtspitze abgelöst hat. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Café an der Spanischen Treppe gehört zu den ältesten Kaffeehäusern in Italien. Schon Goethe war hier zu Gast. Jetzt steht es seit bald einem Jahr leer. Und kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus.

Der Europa-Park hat das Mitarbeiterrestaurant „Coasteria“ mit integrierter Zentralküche eröffnet. In den 4.500 Quadratmeter großen Neubau investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag.

Der Anteil der Befragten, nach deren Ansicht bargeldloses Bezahlen in gastronomischen Betrieben möglich sein sollte, ist gestiegen. YouGov weist gegenüber März 2025 bei allen abgefragten Orten höhere Werte aus.

Bei den ersten Chef:in Awards in Hamburg sind neun Frauen in sieben Kategorien ausgezeichnet worden. Sarah Hallmann und Julia A. Leitner teilen sich den Titel Köchin des Jahres 2026.

DoorDash hat mit Wonder die Übernahme von Grubhub Campus Dining für 300 Millionen US-Dollar vereinbart. Die Technologie soll künftig auch in Hotels eingesetzt werden.

Für die Tasty Planet GmbH, die Betreibergesellschaft des Hamburger Restaurants TamTam, ist keine Investorenlösung möglich. Kein Interessent wollte den Betrieb übernehmen, wie nun der Insolvenzverwalter mitteilte.

Ein überfülltes Festgelände, Panik - und ganz viel Glück. Die Wiesn ist im vergangenen Jahr womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das soll nicht noch mal passieren.

Das „Weihenstephaner am Platzl“ in München ist eröffnet. Pächter und Betreiber des neuen Wirtshauses in den früher von Alfons Schuhbeck genutzten Räumen ist die Wirtsfamilie Zinner.

McDonald's Deutschland und MBRC the ocean haben eine strategische Kooperation gegen wilden Müll besiegelt, die durch datengestützte Sammelaktionen und mobile Einsatzfahrzeuge lokal für saubere Umfelder sorgen soll.

Burgermeister stellt die Geschäftsführung neu auf: Gründer Cebrail Karabelli übernimmt allein, CEO Robert Fügert scheidet aufgrund strategischer Änderungen der Expansionspläne aus. Noch im August hatte das Unternehmen konkrete Pläne für die internationale Expansion kommuniziert.