Systemgastronomie-Verband: „Drive-In trägt nicht durch die Krise“

| Gastronomie Gastronomie

Auch die Systemgastronomie leidet unter der Corona-Krise. Auch wenn bei den Burger- und Pizza-Ketten, Fischbratern und Sandwich-Belegern das Mitnehmen des Essens seit jeher zum Konzept gehört, berichtet der Bundesverband der Systemgastronomie von Umsatzrückgängen zwischen 50 und 100 Prozent bei den Mitgliedsunternehmen. «Teilweise sind Restaurants komplett geschlossen», sagt Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante. «Drive-Ins oder To-Go-Angebote helfen natürlich - aber sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das trägt uns nicht durch die Krise.»

Die geplanten staatlichen Hilfen begrüßt sie: «Es ist ein gutes Zeichen, dass die temporäre Reduktion der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent, wie wir sie gefordert haben, nun kommt – auch wenn die Reduktion nur auf die Speisen angewendet wird und Getränke außen vor lässt.» Doch die Maßnahme müsse mit einem «konkreten Plan zum Wiedereinstieg» verknüpft werden. «Nur wenn unsere Mitglieder Umsätze machen können, hilft ihnen die Senkung der Mehrwertsteuer. Dann können wir durch die Krise kommen, Arbeitsplätze erhalten und die Hilfskredite auch wieder zurückzahlen.»

Die Unternehmen seien durch die Krise schwer betroffen, betont Belegante. «Und auch wenn man die großen Marken kennt, stehen hinter den Restaurants vieler Ketten nahezu ausschließlich mittelständische, selbstständige Unternehmer.»

Einige Tausend der rund 120 000 Beschäftigten der Branche, die laut Belegante erstmals überhaupt von Kurzarbeit betroffen ist, sind derzeit auch andernorts tätig. Vor allem in Branchen mit derzeit besonders hohem Bedarf wie dem Lebensmitteleinzelhandel.

Aktuell hofft die Branche auch auf die Lockerungen im Handel. Wenn wieder mehr Menschen zum Einkaufen in die Städte kämen, steigere das auch den Absatz im Mitnahmegeschäft der Restaurants, sagt Belegante. «Aber auch das wird nicht reichen. Die Branche braucht einen Rettungsfonds.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Restaurant Noma will im August 2026 wieder in Kopenhagen eröffnen. Gleichzeitig kündigt das Restaurant eine neue Führungsstruktur sowie ein Konzept mit zwölf saisonalen Abschnitten pro Jahr an.

Die Heitlinger Genusswelten haben eine neue Weinbar in Östringen-Tiefenbach eröffnet. Das Konzept setzt auf regionale Produkte, biodynamische Weine und wird im Winter durch eine Brasserie ergänzt.

Eine aktuelle Befragung im Auftrag von Sodexo untersucht das Essverhalten von Arbeitnehmern in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine steigende Preissensitivität beim Mittagessen sowie deutliche Unterschiede in den verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen.

Das Wiener Café Schwarzenberg feiert im Juni sein 165-jähriges Bestehen als ältestes Kaffeehaus an der Ringstraße. Der Traditionsbetrieb erweitert aus diesem Anlass sein kulinarisches Angebot um eine eigens kreierte Geburtstagstorte.

Die späten Anstoßzeiten vieler Spiele der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft könnten Kneipen, Bars und Biergärten in Deutschland erheblich zusetzen. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Deutsche Presse-Agentur. 

Der Meisenheimer Hof plant die Eröffnung des neuen Restaurants La Mésange im November 2026 und erweitert zugleich sein Hotelangebot um 14 Zimmer. Zudem wurden Pläne für die Heimatküche und die Winebank Nahe vorgestellt.

Ein bayerischer Gastronom will die ersten frei zugänglichen Schnellrestaurants der US-Kette Taco Bell in Deutschland eröffnen. Pachtverträge für zwei Restaurants in München sind unterschrieben, wie der Unternehmer Christian Lehmann mitteilte.

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.