Umfrage zeigt Unbehagen bei digitalen Trinkgeldvorschlägen

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Digitale Trinkgeldvorschläge an Kartenterminals sorgen bei einem Teil der Restaurantgäste für Unbehagen. 52 Prozent der Befragten kennen das Gefühl sozialen Drucks in Bezahlsituationen. Bei 32 Prozent sinkt die Trinkgeldbereitschaft, wenn ausschließlich digitale Wege zur Verfügung stehen. Das geht aus einer Verbraucherumfrage hervor, die der Kassensystemanbieter Lightspeed gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt hat.

Für die große Mehrheit der Befragten bleibt Trinkgeld eine freiwillige Entscheidung. 81 Prozent betrachten es als Geste der Wertschätzung. Lightspeed veröffentlichte die Ergebnisse am 28. Oktober 2026 und stellte gemeinsam mit der Psychologin Julia Scharnhorst Empfehlungen für die Gestaltung digitaler Trinkgeldzahlungen vor.

Psychologin Julia Scharnhorst erläutert den Einfluss digitaler Trinkgeldvorschläge auf Gäste

Die Psychologin Julia Scharnhorst verweist auf die unterschiedlichen Situationen, in denen Gäste mit digitalen Trinkgeldvorschlägen konfrontiert werden. Bei einer Restaurantrechnung von 80 Euro könne ein vorgeschlagener Betrag die Entscheidung erleichtern. Anders könne die Situation beim Kauf eines einzelnen Getränks am Tresen aussehen.

„Wenn ich dagegen morgens am Tresen nur einen Cappuccino kaufe und ausdrücklich ‚Kein Trinkgeld‘ auswählen muss, kann das unangenehm sein. Vor allem, wenn die Bedienung direkt danebensteht und andere Gäste warten. Dann entsteht schnell das Gefühl, dass Trinkgeld erwartet wird.“

Nach Einschätzung der Psychologin kommt es insbesondere darauf an, wie die Auswahlmöglichkeiten auf dem Bezahlterminal dargestellt werden. Gäste sollten ihre Entscheidung treffen können, ohne sich dabei beobachtet oder bewertet zu fühlen.

„Gäste sollten nicht das Gefühl bekommen, dass ihre Trinkgeldentscheidung beobachtet oder bewertet wird. Wenn Trinkgeld freiwillig sein soll, muss es genauso einfach sein, nichts zu geben wie einen vorgeschlagenen Betrag auszuwählen.“

Lightspeed empfiehlt vier Maßnahmen für die Gestaltung digitaler Trinkgeldzahlungen

Aus den Umfrageergebnissen und der Einschätzung der Psychologin leitet Lightspeed vier Empfehlungen für Gastronomiebetriebe ab. Dabei geht es um die Höhe vorgeschlagener Trinkgelder, die Möglichkeit, kein Trinkgeld zu geben, die Privatsphäre während des Bezahlvorgangs und die Kommunikation über die Verteilung der Beträge.

Voreingestellte Trinkgeldstufen sollten demnach zum jeweiligen Gastronomiekonzept und zum durchschnittlichen Rechnungsbetrag passen. Für den Quick-Service-Bereich nennt Lightspeed feste Vorschläge von beispielsweise 50 Cent oder einem Euro. Zusätzlich solle eine freie Betragseingabe möglich sein.

Die Auswahl „Kein Trinkgeld“ sollte gut sichtbar und ohne zusätzliche Schritte erreichbar sein. Außerdem empfiehlt das Unternehmen, Gästen während der Eingabe einen unbeobachteten Moment zu ermöglichen. Das Servicepersonal könne sich beispielsweise kurz abwenden.

Ein weiterer Punkt betrifft die Verteilung digitaler Trinkgelder. Nach Darstellung von Lightspeed zögern viele Gäste, weil sie nicht wissen, ob das Geld beim Personal ankommt. Betriebe könnten deshalb auf dem Bildschirm, in der Speisekarte oder durch das Servicepersonal darüber informieren, wie die digital erfassten Beträge verteilt werden.

Sinahn Fabian Sehk, Country Manager DACH Hospitality von Lightspeed, spricht sich dafür aus, die Einstellungen der Kassensysteme an das jeweilige Betriebskonzept anzupassen. Für Fine Dining seien andere Einstellungen geeignet als für den Take-away-Bereich. Dabei verweist er auf realistische Trinkgeldvorschläge und Diskretion beim Zahlungsabschluss.

Lightspeed und Appinio befragten im April 1.000 Restaurantgäste in Deutschland

Die Untersuchung wurde im April 2026 von Lightspeed gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt. An der Verbraucherumfrage nahmen 1.000 Personen in Deutschland teil.

Die Teilnehmer mussten mindestens 18 Jahre alt sein und innerhalb der vorangegangenen sechs Monate ein Restaurant besucht haben. Nach Unternehmensangaben wurden sämtliche Antworten anonym erhoben und einer Qualitätsprüfung unterzogen, um eine angemessene Fehlertoleranz sicherzustellen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

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