Weinraub im Kronenschlösschen: Betreiber wehrt sich gegen Betrugsvorwurf

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Die Betreiber des Hotels Kronenschlösschen, seit über 20 Jahren Veranstalter des Rheingau Gourmet und Weinfestivals, wurden bei einem Einbruchdiebsstahl in ihrem Weinkeller im Januar erheblich geschädigt. Versicherer Gothaer weigert sich nun, den Schaden zu regulieren – die Inhaber des Kronenschlösschen reagieren darauf nun mit folgendem Statement:

Das „Kronenschlösschen“ hat einen der besten Weinkeller in Deutschland, es ist seit mehr als zwei Jahrzehnten u.a. berühmt für seine Raritätenproben. Der Weinbestand ist seit vielen Jahren versichert bei der Gothaer Versicherung, Köln. Die Inhaltsversicherung umfasst einen Wert von 1.750.000 €. In der Nacht vom 13.1. auf 14.1.2021 fand ein Einbruch im Kronenschlösschen statt: drei Stahltüren wurden aufgebrochen. Es wurden 216 Flaschen Wein im Wert von rd. 240.000 € gestohlen. Es waren Weine der höchsten Preis- und Qualitätskategorie, u.a. Domaine Romanee Conti, Petrus, Yquem, Lafite, Haut-Brion, Masseto, Champagner Krug / Roederer Cristal / Dom Perignon und Salon.

Der Einbruch wurde von uns sofort der Polizei und der Versicherung gemeldet, wir haben auch Weinhändler und Auktionshäuser über die einzelnen gestohlenen Weine informiert und die Weine im Internet benannt. Die gestohlenen Weine wurden ermittelt durch eine Inventur nach dem Einbruch, - im Vergleich mit der Inventur vom 2.1.2021. Die Gothaer Versicherung hat ein Sachverständigenbüro eingeschaltet, das zwei Tage lang vor Ort die Bestände und Inventuren überprüfte und nach vielen Hundert Stichproben befand, dass diese Inventuren innerhalb weniger Tage vor und nach dem Einbruch schlüssig sind. Dies bestätigten die von der Versicherung beauftragten Sachverständigen schriftlich. Gleichwohl weigerte sich die Gothaer Versicherung, eine Schadensregulierung vorzunehmen, und zwar ohne Begründung.

Das Kronenschlösschen hat am 16.3.2021 gegen die Gothaer Versicherung Zivilklage beim Landgericht Wiesbaden über rd. 240.000 € eingereicht.

Am 12.5.2021 fanden Hausdurchsuchungen von Polizei und Steuerfahndung statt, nachdem die Gothaer Versicherung Strafanzeige wegen Verdacht des Betruges gestellt hat. Geäußert wird der Verdacht, Inhaber und Geschäftsführerin hätten im Zusammenwirken mit einem Mitarbeiter selbst den Einbruch fingiert und begangen, die Weine an eigene Kunden verkauft und danach geplant, den Versicherungswert zusätzlich zu vereinnahmen.

Dieser Vorwurf ist völlig absurd. Innerhalb von vier Monaten – bis heute - hat die Polizei nicht ein einziges Gespräch mit den Beschuldigten geführt, obwohl Inhaber und Geschäftsführerin sich immer wieder nach dem Stand der Ermittlungen erkundigten und sowohl schriftlich wie mündlich eine Mitarbeit zur Aufklärung des Verbrechens angeboten haben. Insbesondere haben sie ihre Informationen angeboten zu einer Vielzahl von Einbruchdiebstählen in berühmte Restaurants / Weinkeller, die jeweils fast einen identischen Ablauf hatten und z.T. die genau gleichen Weine betrafen, die auch im Kronenschlösschen gestohlen wurden:

• 14.2.2016 / 27.4.2017 /2018 Weinhandlung Domaine Müller in Wien und in der Weststeiermark. Gesamtschaden 1.700.000 €
• Juni 2019 Wien, Mraz & Sohn. Schaden 145.000 €
• Juni 2019 Graz. Schaden 100.000 €
• Juli 2019 Burghotel Oberlech, Arlberg. Schaden 150.000 €
• Juli 2019 Restaurant Rostang, Paris. Schaden 400.000 – 600.000 €
• Januar 2020 Schwarzer Adler Oberbergen, Kaiserstuhl. Schaden 100.000 €
• 17.2.2020 L´Ermitage, Vufflens Genfer See. Schaden 225.000 €
• 24.2.2020 Restaurant Formel B, Kopenhagen. Schaden 135.000 €
• Hotel Traube Tonbach, Baiersbronn. Schaden 150.000 €
• Restaurant Jörg Müller Sylt. Schaden 180.000 €
• Siehe dazu: >> www.alacarte.at/trinken/der-millionencoup-20202/

Diese Aufzählung von inhaltsgleichen Diebstählen zeigt, dass es sich ganz offensichtlich um eine international agierende „Wein Mafia“ handelt.

Hans B. Ullrich, Inhaber des Kronenschlösschen sagt: „Ich war vom 26.12.2020 bis zum 11.2.2021 überhaupt nicht in Deutschland. Wie kann man auf die verrückte Idee kommen, ich hätte mit meiner Tochter im Zusammenwirken mit einem unserer Angestellten einen schweren Einbruchdiebstahl und einen schweren Betrug vereinbart? Dafür gibt es nicht den geringsten Hinweis, das ist völlig absurd. Es werden absolut integre Menschen eines schweren Verbrechens beschuldigt, und das ausschließlich mit vagen, völlig absurden Unterstellungen, - ohne einen einzigen konkreten Verdacht.

Die Gothaer hat von Beginn an versucht, sich ihren Regulierungspflichten zu entziehen. Nachdem ich der Gothaer Versicherung angekündigt hatte, dass ich die Versicherungsansprüche i.H. von rd. 240.000 € gerichtlich geltend machen will, - ich hatte der Agentur den Entwurf der Klageschrift vorab zugesandt -, hat sie Strafanzeige erstattet und damit ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Versicherung weiß, dass sie damit den Ablauf der zivilrechtlichen Klage behindert, allein dies ist ihr Ziel. Sie will sich ihren Zahlungspflichten entziehen.
Wir werden uns mit aller Macht zur Wehr setzen“, so Ullrich abschließend.


 

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