Wirte in Niedersachsen hoffen auf Weihnachten

| Gastronomie Gastronomie

Viele Verbraucher und Firmen müssen in diesem Jahr wegen der hohen Teuerung bei den Weihnachtsfeiern sparen - Restaurants merken das schon an Zurückhaltung bei Reservierungen.

«Gerade kommen wir mit einer wirklich guten Stimmung aus dem Oktober, durch das schöne Wetter waren die Umsätze prima», so Rainer Balke vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband in Niedersachsen. «Aber wenn die Betriebe auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft blicken, wird etlichen von ihnen klar: Das dicke Ende könnte auch 2022 noch kommen.»

Kurz vor dem Jahresabschluss 2021 waren die Gastronomen oft guten Mutes, ehe dann eine weitere Corona-Welle das wichtige Geschäft zu den Festtagen verdarb. Von der Pandemie drohe diesmal wohl nicht so sehr Ärger, schätzte Balke. Dafür drücke die Rekordinflation auf die Feierlaune und Konsumbereitschaft: «Die Leute tasten sich jetzt vorsichtiger in feste Buchungen hinein, weil sie nicht wissen, ob und wie die Preissteigerungen weitergehen. Und häufig wissen private Haushalte und Unternehmen auch nicht, wie sie das abfedern sollen.» Weihnachtsfeiern könnten da verkleinert werden oder ganz ausfallen.

Zwei Wochen vor dem ersten Advent sei das Bild in der Branche relativ zwiegespalten, sagte Balke. Bei einer Mitgliederumfrage hielt kürzlich demnach etwas mehr als die Hälfte der Betriebe ihre Vorbuchungen für befriedigend bis gut, während rund 45 Prozent ein schlechteres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr erwarteten.

Hier und da kehre nach der harten Corona-Zeit sogar wieder «betriebliche Existenzangst» ein, so der Dehoga-Hauptgeschäftsführer. Ungefähr jeder fünfte Betrieb blicke außerdem skeptisch darauf, ob die Energie-Entlastungspakete wirklich so funktionierten wie geplant.

Dass bei Geschäftsfeiern oder Adventsessen in größerem Umfang auf die bewährte Weihnachtsgans verzichtet werden muss, glaubt Balke allerdings nicht. Die Gänse würden nun natürlich deutlich teurer - wer sie sich nach wie vor leisten wolle, habe jedoch durchaus viele Möglichkeiten in den Lokalen.

«Weihnachtsgänse sind weiter am Markt erhältlich, wenngleich zu ganz anderen Preisen als im letzten Jahr.» Zahlreiche Restaurants verlagerten ihr Angebot aber zum Beispiel auch in Richtung Wild. «Das Weihnachtsfest kann also laufen.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Restaurant Noma will im August 2026 wieder in Kopenhagen eröffnen. Gleichzeitig kündigt das Restaurant eine neue Führungsstruktur sowie ein Konzept mit zwölf saisonalen Abschnitten pro Jahr an.

Die Heitlinger Genusswelten haben eine neue Weinbar in Östringen-Tiefenbach eröffnet. Das Konzept setzt auf regionale Produkte, biodynamische Weine und wird im Winter durch eine Brasserie ergänzt.

Eine aktuelle Befragung im Auftrag von Sodexo untersucht das Essverhalten von Arbeitnehmern in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine steigende Preissensitivität beim Mittagessen sowie deutliche Unterschiede in den verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen.

Das Wiener Café Schwarzenberg feiert im Juni sein 165-jähriges Bestehen als ältestes Kaffeehaus an der Ringstraße. Der Traditionsbetrieb erweitert aus diesem Anlass sein kulinarisches Angebot um eine eigens kreierte Geburtstagstorte.

Die späten Anstoßzeiten vieler Spiele der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft könnten Kneipen, Bars und Biergärten in Deutschland erheblich zusetzen. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Deutsche Presse-Agentur. 

Der Meisenheimer Hof plant die Eröffnung des neuen Restaurants La Mésange im November 2026 und erweitert zugleich sein Hotelangebot um 14 Zimmer. Zudem wurden Pläne für die Heimatküche und die Winebank Nahe vorgestellt.

Ein bayerischer Gastronom will die ersten frei zugänglichen Schnellrestaurants der US-Kette Taco Bell in Deutschland eröffnen. Pachtverträge für zwei Restaurants in München sind unterschrieben, wie der Unternehmer Christian Lehmann mitteilte.

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.