WM-Gäste sorgen für Trinkgeld-Konflikte in US-Gastronomie

| Gastronomie Gastronomie

Die Fußballweltmeisterschaft 2026 in Nordamerika führt in den Austragungsorten wie New York zu einem hohen Besucheraufkommen, das die Gastronomie vor logistische und kulturelle Herausforderungen stellt. Wie unter anderem die New York Post berichtet, verzeichnet das Servicepersonal in den betroffenen Städten eine auffällige Zurückhaltung internationaler Gäste bei der Zahlung von Trinkgeld. Dies führe dazu, dass Servicekräfte, deren Einkommen in den Vereinigten Staaten und Kanada maßgeblich von sogenannten Gratuities abhängt, finanzielle Einbußen hinnehmen müssten.

Unterschiedliche Erwartungshaltungen 

Wie die Frankfurer Rundschau von der Unternehmensberaterin Maria Radinger erfuhr, würden diese Konflikte primär kulturellen Differenzen entspringen. Während in Europa das Trinkgeld als freiwillige Anerkennung diene, sei es im nordamerikanischen System ein essenzieller Bestandteil der Entlohnung, da der gesetzliche Mindestlohn für Servicekräfte in vielen Bundesstaaten unter dem allgemeinen Niveau liege. Üblich seien in den Vereinigten Staaten 15 bis 20 Prozent des Rechnungsbetrages. Wie Radinger gegenüber der Frankfurter Rundschau erklärt, empfänden internationale Mitarbeitende das nach europäischem Vorbild praktizierte bloße Aufrunden oder das Ausbleiben von Trinkgeld häufig als unangemessen oder belastend.

Automatische Aufschläge 

Um die Diskrepanz zwischen den Zahlungsgewohnheiten internationaler Gäste und den ökonomischen Erfordernissen des Personals auszugleichen, haben zahlreiche Betriebe auf eine pragmatische Lösung umgestellt. Wie US-Branchenverbände mitteilen, erheben Restaurants in Städten wie Kansas City, Atlanta und Philadelphia während der Weltmeisterschaft einen obligatorischen Aufschlag von 20 Prozent auf die Rechnung. Dieser wird als Service Charge oder Gratuity ausgewiesen und ersetzt das manuelle Hinzufügen eines Trinkgeldbetrages durch den Gast.

Kommunikation mindert kulturelle Missverständnisse

Anne Calimano, Mitinhaberin des Hurley’s Saloon in Manhattan, berichtet gegenüber der New York Post von einem hohen Arbeitsaufkommen während der Spielwochen. Sie interpretiere das ausbleibende Trinkgeld nicht als mangelnde Wertschätzung, sondern als Resultat eines mangelnden Verständnisses für das US-amerikanische Vergütungsmodell.

Auch Louise Daggett, die als Kellnerin im McCarthy’s Pub tätig ist, bestätigt, dass ein proaktives Gespräch oft Abhilfe schaffe. Sie erkläre den Gästen die örtliche Handhabung, woraufhin diese zumeist verständnisvoll reagierten. Radinger betont abschließend, dass Reisende gut beraten seien, sich vorab über die Gepflogenheiten des Gastlandes zu informieren, um Missverständnisse wie das als Affront wahrgenommene Nicht-Geben von Trinkgeld oder das als aufdringlich empfundene direkte Überreichen von Bargeld zu vermeiden.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Starbucks hat laut Financial Times mit Beratern an einer möglichen Übernahme von Chipotle gearbeitet. Ob bereits ein formelles Angebot vorliegt, ist nicht bekannt; Starbucks verweist auf seinen laufenden Konzernumbau.

Burger King heißt in Australien Hungry Jack’s. Der ungewöhnliche Name geht auf ein Markenproblem aus dem Jahr 1971 zurück. Später eskalierte der Streit zwischen Burger King und seinem australischen Franchisenehmer sogar vor Gericht.

Die Stadt Mainz bleibt bei ihrem Verbot für das Oktoberfest. Daran änderte auch die Vorlage neuer Unterlagen nichts, die der Veranstalter gemeinsam mit dem Gaststättenverband Dehoga am Mittwoch eingereicht hatte.

Tim Raue und der Berliner Unternehmer Nils Hölterhoff starten das Pizza-Konzept "Spizza Pizza" für Flughäfen und Bahnhöfe. Die erste Filiale soll im Dezember am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnen.

Subway führt ab 2027 ein neues Restaurant- und Markenkonzept in der EMEA-Region ein. „Blueprint“ umfasst neue Restaurantgestaltungen, Bestellwege sowie zusätzliche Angebote für Morgen, Tag und Abend.

Frédéric Prinz von Anhalt blieb mit einer Rechnung von 38.000 Euro allein am Tisch zurück. Was die Frage aufwirft: Muss man wirklich alles zahlen, wenn andere die Zeche prellen? Ein Anwalt klärt auf.

Die Nutzung des Festzeltes ist von der Stadt untersagt worden wegen fehlender Unterlagen. Nun präsentierten Veranstalter und Dehoga Papiere zu Standsicherheit und Brandschutz.

Das Landesumweltamt NRW hat Geruchsmessungen an Holzkohlegrillanlagen in der Gastronomie beauftragt. Ein Forschungsbericht im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht die Emissionen gewerblicher Grills und die Wirksamkeit von Abgasreinigungssystemen.

 

Sechs Köche treten am 16. November in München im Finale von „Koch des Jahres“ an. In fünf Stunden müssen sie ein Drei-Gänge-Menü zubereiten, das anschließend von einer zwölfköpfigen Jury bewertet wird.

Das Posthotel Alexander Herrmann in Wirsberg verändert seine Gastronomie. Im Mittelpunkt stehen das auf 172 Abende begrenzte AURA unchained 172 und die Umwandlung des Bistros „oma & enkel“ in ein fränkisches Wirtshaus.