Yum Brands verkauft Pizza Hut für 2,7 Milliarden Dollar

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Der US-amerikanische Gastronomiekonzern Yum Brands trennt sich von seiner Restaurantmarke Pizza Hut. Wie die Gesellschaft am 16. Juni 2026 mitteilte, beläuft sich das Gesamtvolumen der abgeschlossenen Verkaufsvereinbarungen auf 2,7 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion folge auf eine umfassende strategische Überprüfung der Marke, die das Führungsteam und der Verwaltungsrat im November 2025 eingeleitet hatten.

Das Geschäft werde im Rahmen der Verträge geografisch aufgeteilt. Die Aktivitäten außerhalb des chinesischen Festlands gehen für rund 1,5 Milliarden US-Dollar an die Beteiligungsgesellschaft LongRange Capital. Yum Brands verweise zudem auf die Option, bis zum Jahr 2030 eine zusätzliche erfolgsabhängige Zahlung in Höhe von 75 Millionen US-Dollar aus diesem Verkauf zu erhalten.

LongRange Capital und Yum China Holdings teilen die Märkte untereinander auf

Das operative Geschäft auf dem chinesischen Festland wird zeitgleich von der börsennotierten Yum China Holdings übernommen. Das Unternehmen beziffere den Kaufpreis für diesen Teilbereich auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Nach Abzug von Steuern, transaktionsabhängigen Gebühren und üblichen Anpassungen beim Vollzug erwarte der Mutterkonzern einen Nettoerlös von etwa 2,3 Milliarden US-Dollar.

Für die organisatorische Trennung der Geschäftsfelder veranschlage die Gesellschaft im weiteren Verlauf des Jahres 2026 einmalige Aufwendungen von rund 85 Millionen US-Dollar. Der Abschluss beider Transaktionen werde für das dritte Quartal 2026 erwartet. Die Verträge stehen unter dem Vorbehalt der üblichen Bedingungen sowie der Genehmigung durch die zuständigen Regulierungsbehörden.

Beide Systemgastronomen vereinbaren neue finanzielle Anreize für das Wachstum von KFC China

Yum Brands und Yum China Holdings, die im Jahr 2016 als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert wurde, vereinbarten im Zuge der Verträge eine engere Zusammenarbeit. Beide Akteure verweisen auf finanzielle Anreize, die an ein beschleunigtes Wachstum der Systemumsätze von KFC China gekoppelt sind. Die Marke KFC bildet das Fundament von Yum China und stellt den größten Anteil der insgesamt mehr als 63.000 Restaurants des Konzerns in 155 Ländern.

Zusätzlich wollen beide Unternehmen gemeinsam an langfristigen Expansionsplänen für die Marke Taco Bell auf dem chinesischen Festland arbeiten. Konkrete finanzielle Details zu dieser Kooperation nennen die Partner in ihrer Mitteilung hingegen nicht. Nach dem Vollzug der Verkäufe werde Yum Brands das Geschäftsfeld Pizza Hut nicht mehr als eigene Unternehmenssparte ausweisen.

Eine technologische Übergangsvereinbarung sichert die administrative Unterstützung außerhalb Chinas

Der Konzern teilt mit, die eigene, proprietäre Technologieplattform Byte by Yum! weiterhin für Pizza Hut außerhalb Chinas bereitzustellen. Eine separate Übergangsvereinbarung für bestimmte Unternehmensdienstleistungen solle zudem eine geordnete Abspaltung unterstützen. Die daraus im Jahr 2026 erzielten Gebühren sollen die Verwaltungskosten ausgleichen, die bislang direkt Pizza Hut zugerechnet wurden.

Parallel zu den Verkäufen genehmigte der Verwaltungsrat eine zusätzliche Ermächtigung zum Rückkauf eigener Stammaktien im Umfang von vier Milliarden US-Dollar. Die Erlöse sollen im Rahmen der Kapitalallokation sowohl für Investitionen in das verbleibende Geschäft als auch für Ausschüttungen an die Aktionäre verwendet werden. Das zukünftige Portfolio konzentriert sich primär auf KFC und Taco Bell, während zudem die Kette Habit Burger & Grill im Konzern verbleibt.

Vorstandschef Chris Turner erklärte: „These transactions enable Yum! to be a more focused company that continues to leverage scale, technology and talent to accelerate our raising the B.A.R. priorities and deliver sustained value for our stakeholders.“ Weiter sagte er: „Pizza Hut is one of the most iconic restaurant brands in the world, and we are proud of the important role it has played in Yum!’s history.“

Mehrere Quartale mit Umsatzrückgängen

Bereits im vergangenen Jahr hatte Yum Brands angekündigt, strategische Optionen für die Kette zu prüfen. Pizza Hut steuerte im Jahr 2025 rund 12 Prozent zum Gesamtumsatz des Konzerns bei, fiel jedoch im internen Vergleich hinter andere Marken wie Taco Bell zurück. Der Veräußerung waren exklusive Verhandlungen mit LongRange Capital im Mai vorausgegangen.

Yum Brands-Vorstandschef Chris Turner erklärte, dass diese Transaktionen es dem Konzern ermöglichten, ein fokussierteres Unternehmen zu werden. Nach dem Verkauf verbleiben lediglich die beiden Ketten Taco Bell und KFC im Portfolio des Konzerns. Die Aktie von Yum Brands verzeichnete nach der Bekanntgabe im vorbörslichen Handel ein Plus von rund einem Prozent.

Werben um die Übernahme

Pizza Hut wurde im Jahr 1977 von PepsiCo übernommen und 1997 gemeinsam mit KFC und Taco Bell in ein eigenständiges Gastronomieunternehmen ausgegliedert, das seit 2002 unter Yum Brands firmiert. Das nun beteiligte Unternehmen Yum China betreibt als Abspaltung mehr als 18.000 Filialen in China, wozu rund 13.000 KFC-Standorte gehören. Neben LongRange Capital hatten sich im April auch Sycamore Partners und Apollo Global Management um den Kauf bemüht.

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