Airbnb auf Erfolgskurs: Marktanteile gegen Hotels und Vrbo ausgebaut

| Hotellerie Hotellerie

Airbnb hat im Jahr 2024 Marktanteilsgewinne gegenüber Hotels erzielt und sieht sich auch im Wettbewerb mit der Expedia-Tochter Vrbo gut positioniert. Produktinnovationen und eine geschärfte Markenstrategie sollen laut Unternehmen dabei eine zentrale Rolle gespielt haben.

„Unsere Produktverbesserungen und gezielte Marketingmaßnahmen haben es uns ermöglicht, klassische Hotelgäste für unsere Plattform zu gewinnen. Dadurch konnten wir unsere Marktanteile weiter ausbauen“, erklärte Ellie Mertz, Finanzchefin von Airbnb, während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals. Auch im Wettbewerb mit Vrbo zeigte sich Airbnb zuversichtlich.

Sowohl Airbnb als auch die Expedia Group verzeichneten im vierten Quartal einen Anstieg der Buchungen von Übernachtungen und Erlebnissen um 12 Prozent. Während bei Expedia die Hotelübernachtungen mit einem Zuwachs von 14 Prozent das Wachstum dominierten, konnte Vrbo im Jahresverlauf sein Angebot um eine Million neuer Objekte erweitern, viele davon in urbanen Gebieten.

Airbnb hingegen punktete besonders in nicht-urbanen Regionen der USA, wo das Unternehmen traditionell mit Vrbo konkurriert. „Nicht-städtische Märkte waren im vergangenen Quartal eine unserer am schnellsten wachsenden Kategorien“, betonte Mertz.

Strategischer Ausblick: Kooperationen und Expansion

Airbnb-CEO Brian Chesky kündigte zudem an, verstärkt auf Kooperationen mit Drittanbietern zu setzen. Obwohl Airbnb traditionell als geschlossenes System operiere und viele Produkte intern entwickle, deutete Chesky eine strategische Öffnung an.

„Drittanbieter-Integrationen sind eine äußerst spannende Möglichkeit. Warum sollten wir der Welt nicht erlauben, an Airbnb mitzuwirken? Wir müssen die Zukunft nicht allein aufbauen“, erklärte Chesky.

Potenzielle Partnerschaften könnten zunächst lokale Dienstleister wie Reinigungsservices oder Lieferdienste umfassen. Gleichzeitig unterstrich Chesky, dass Airbnb weiterhin auf interne Produktentwicklungen setzen werde, bevor größere Kooperationen umgesetzt würden.

Zudem kündigte Chesky die Neuauflage der „Airbnb Experiences“ für Mai an. Diese Neuerung sei Teil einer umfassenderen Strategie, Airbnb von einer Plattform für Kurzzeitvermietungen zu einem Anbieter für ganzheitliche Reiseerlebnisse zu entwickeln. „Unterkünfte machen nur einen kleinen Teil des gesamten Reiseerlebnisses aus“, so Chesky.

Finanzzahlen untermauern Erfolg

Die Finanzzahlen des vierten Quartals untermauern die Marktposition von Airbnb. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 2,5 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn 461 Millionen US-Dollar erreichte – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Verlust von 349 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Chesky hob hervor, dass Airbnb in den Bereichen Umsatz, Buchungszahlen und Bruttobuchungsvolumen gegenüber dem dritten Quartal eine Beschleunigung des Wachstums verzeichnet habe. Nach seinen Aussagen wuchs Airbnb schneller als die Reisebranche insgesamt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Auf der ITB Berlin 2026 präsentieren die Plaza Hotelgroup und Neura Robotics den humanoiden Roboter 4NE1. Die Kooperation soll zeigen, wie autonome Systeme künftig das Hotelpersonal an der Rezeption und im Service unterstützen können, um dem Fachkräftemangel in der Branche zu begegnen.

Sachsen-Anhalt zieht Bilanz: Trotz eines leichten Rückgangs bei den Übernachtungen präsentieren sich die Gästezahlen 2025 stabil. Während der Harz seine Spitzenposition verteidigt, setzen neue Großprojekte wie die Eröffnung des Stiftsbergs in Quedlinburg Impulse für das Reisejahr 2026.

Der Bundesgerichtshof hebt ein Urteil im Streit zwischen dem Hotel Wikingerhof und Booking.com auf. Beanstandet werden unter anderem Rabattdarstellung, Umgang mit Gästedaten und Provisionsmodelle.

Die Budgetkette a&o kauft ein 31.000 Quadratmeter großes Bürogebäude nahe dem Berliner Checkpoint Charlie. Bis 2027 entsteht dort für 40 Millionen Euro das größte Hostel Europas mit 2.500 Betten.

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA ermittelt gegen die Hotelriesen Hilton, Marriott und IHG. Im Fokus steht der Verdacht auf Datenaustausch über die Analyseplattform STR von CoStar. Alle vier Unternehmen werden derzeit untersucht.

Ab Sommer 2026 erhebt Stuttgart eine Übernachtungssteuer von drei Euro pro Gast. Die Stadt erwartet dadurch jährliche Einnahmen von zehn Millionen Euro und setzt auf eine rein digitale Abwicklung für Hotels und Privatvermieter. Die Hotelbranche kritisiert die zusätzliche Kostenlast.

Starwood Hotels setzt unter der Leitung von Raul Leal auf ein kontrolliertes Wachstum. Mit Fokus auf Luxus, Nachhaltigkeit und die Integration von Wohnresidenzen plant die Gruppe bis 2028 zahlreiche internationale Neueröffnungen, ohne dabei die wirtschaftliche Rentabilität aus den Augen zu verlieren.

Der europäische Hotelinvestmentmarkt verzeichnete 2025 mit über 27 Milliarden Euro das stärkste Jahr seit 2019. Getrieben durch verbesserte Performance und günstigere Kreditbedingungen stiegen die Transaktionen europaweit um 23 Prozent, wobei auch der deutsche Markt ein deutliches Plus von 50 Prozent verbuchen konnte.

Die Münchener Arabella Hospitality expandiert nach Ibiza: Mit dem ersten Hotel-Management-Vertrag übernimmt die Gruppe das Ibiza Corso Hotel & Spa. Nach einer umfassenden Renovierung wird das Haus 2027 als Teil der Autograph Collection neu positioniert – inklusive des legendären Clubs Lio Ibiza.

Das Grandhotel Bad Pyrmont wechselt im Sanierungsprozess in ein Regelinsolvenzverfahren. Ein Insolvenzplan soll nun die hohen Mehrkosten beim Brandschutz auffangen und die baldige Wiedereröffnung des geschichtsträchtigen 150-Zimmer-Hauses ermöglichen.