Airbnb richtet seine Wachstumsstrategie verstärkt auf die klassische Hotellerie aus. Wie das Unternehmen aus San Francisco im Rahmen der aktuellen Quartalszahlen bekanntgab, soll die stärkere Integration von Boutique- und Individualhotels den adressierbaren Markt signifikant vergrößern. Damit reagiert Airbnb auch auf zunehmende regulatorische Einschränkungen für private Kurzzeitvermietungen in Metropolen wie New York oder Madrid.
Strategische Partnerschaften mit der Individualhotellerie
Airbnb setzt bei seiner Expansion gezielt auf Kooperationen mit unabhängigen Hotelbetrieben. Ziel ist es, das Angebot in Städten zu sichern, in denen das Kerngeschäft mit privaten Unterkünften durch strengere Gesetze unter Druck geraten ist. In einem Brief an die Aktionäre betonte das Unternehmen: „Wir glauben, dass die Aufnahme von mehr Hotels auf der Plattform unseren gesamten adressierbaren Markt vergrößern kann.“
Diese Entwicklung markiert eine deutliche Annäherung an das traditionelle Gastgewerbe. Um die Konkurrenzfähigkeit gegenüber etablierten Hotelketten zu steigern, hatte Airbnb bereits im Mai 2025 Zusatzleistungen wie Privatköche und Yoga-Trainer eingeführt. Interessant für Branchenkenner: Im vierten Quartal entfiel die Hälfte der gebuchten Zusatzleistungen („Experiences“) auf Kunden, die keine Übernachtung über die Plattform gebucht hatten.
Fokus auf Premium-Nachfrage und finanzstarke Zielgruppen
Die aktuellen Geschäftszahlen unterstreichen den Trend zu hochpreisigen Angeboten. Während budgetorientierte Reisende zurückhaltender agieren, verzeichnet Airbnb eine robuste Nachfrage im Luxussegment. „Gäste wählen vermehrt teurere Inserate. Es kann sich um größere Inserate, schönere Inserate oder Inserate in Märkten handeln, die teurer sind“, so das Unternehmen.
Mit dieser Ausrichtung folgt Airbnb dem Vorbild großer Hotelgruppen wie Marriott und Hilton, die ebenfalls von einer stabilen Nachfrage im High-End-Bereich profitieren. Analysten werten dies als Anzeichen einer zunehmenden wirtschaftlichen Spaltung des Reisemarktes.
Finanzielle Prognosen und Investitionen
Für das erste Quartal 2026 erwartet Airbnb einen Umsatz zwischen 2,59 und 2,63 Milliarden US-Dollar und liegt damit über den Markterwartungen von 2,53 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal des Vorjahres konnte ein Umsatz von 2,78 Milliarden US-Dollar erzielt werden. Der Gewinn pro Aktie sank jedoch im Jahresvergleich von 73 Cent auf 56 Cent.
Trotz des prognostizierten Umsatzwachstums im niedrigen zweistelligen Bereich für das Gesamtjahr 2026 plant Airbnb keine Steigerung der bereinigten Kernreingewinnmarge. Das Unternehmen beabsichtigt, die Gewinne kontinuierlich in Marketing, Produktentwicklung und neue Technologien zu reinvestieren, um die Marktanteile im Beherbergungssektor weiter auszubauen.













