Analyse sieht stabile Entwicklung der Stadthotellerie in Österreich

| Hotellerie Hotellerie

Der Hotelimmobilienspezialist Christie & Co hat eine Analyse zur Entwicklung der fünf größten österreichischen Stadtmärkte vorgelegt. Demnach zeigt sich die Stadthotellerie im Jahr 2025 insgesamt stabil, zugleich werden Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten deutlicher, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Untersucht wurden die Märkte Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz. Grundlage der Bewertung sind unter anderem die Kennzahlen durchschnittliche Zimmerrate (ADR) und Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR), die laut Mitteilung einen Überblick über Preisniveau und wirtschaftliche Leistung geben.

Wien mit steigenden Kennzahlen

Nach Angaben von Christie & Co bleibt Wien der dynamischste Markt. Die Nachfrage wird dem Bericht zufolge vor allem von europäischen Herkunftsmärkten sowie von Fernmärkten getragen. 2025 wurden erstmals mehr als 20 Millionen Nächtigungen erreicht.

Die durchschnittliche Zimmerrate stieg von 107,2 Euro im Jahr 2019 auf 140,4 Euro im Jahr 2025, was einem Anstieg von 31 Prozent entspricht. Der RevPAR erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 84,3 Euro auf 103,0 Euro, ein Plus von 22 Prozent.

Salzburg und Innsbruck mit deutlichen Erlöszuwächsen

Für Salzburg weist die Analyse ein moderates Wachstum bei Ankünften und Nächtigungen aus. Gleichzeitig stiegen die Erlöse deutlich. Die durchschnittliche Zimmerrate erhöhte sich von 107,2 Euro auf 151,1 Euro, was einem Plus von 41 Prozent entspricht. Der RevPAR stieg von 83,6 Euro auf 114,3 Euro und damit um 32 Prozent.

Auch Innsbruck verzeichnet laut Bericht eine kontinuierliche Entwicklung. Die Zimmerrate stieg von 93,2 Euro im Jahr 2019 auf 132,4 Euro im Jahr 2025, ein Zuwachs von 42 Prozent. Der RevPAR erhöhte sich von 73,8 Euro auf 105,5 Euro, was einem Plus von 43 Prozent entspricht.

Graz mit wachsendem Angebot und rückläufigem RevPAR

In Graz entwickelte sich die Nachfrage laut Analyse zwar positiv, blieb jedoch hinter dem Wachstum des Angebots zurück. Die Zahl der Hotels stieg von 55 auf 63, die Zimmerkapazität nahm um 23 Prozent zu.

Die durchschnittliche Zimmerrate erhöhte sich von 76,4 Euro auf 82,8 Euro, ein Anstieg von 11 Prozent. Der RevPAR sank hingegen von 51,3 Euro auf 50,8 Euro, was einem Rückgang von 4 Prozent entspricht.

Linz mit moderatem Wachstum

Für Linz berichtet Christie & Co von einem moderaten Nachfragewachstum. Die durchschnittliche Zimmerrate stieg von 79,7 Euro im Jahr 2019 auf 95,6 Euro im Jahr 2025, ein Plus von 32 Prozent. Der RevPAR erhöhte sich von 57,5 Euro auf 64,3 Euro und damit um 12 Prozent.

Die Auslastung blieb laut Bericht unter dem Niveau von 2019. Die Nachfrage wird überwiegend durch inländische Gäste geprägt.

Inflation beeinflusst Bewertung der Erträge

Christie & Co weist darauf hin, dass die Entwicklung der Kennzahlen im Zusammenhang mit der allgemeinen Preisentwicklung betrachtet werden muss. Die kumulierte Inflation in Österreich lag laut Bericht zwischen 2019 und 2025 bei rund 28 Prozent.

„Die urbanen Märkte Österreichs zeigen 2025 insgesamt ein robustes Bild. Gleichzeitig wird deutlich, dass reale Ertragskraft nur im Kontext der Kostenentwicklung bewertet werden kann. Einige Märkte profitieren von stabilen Nachfragestrukturen, andere stehen vor spürbar zunehmendem Wettbewerb,“ sagt Manuel Strasser, Associate Director Austria & CEE, laut Mitteilung.

Städtische Märkte gewinnen an Bedeutung

Insgesamt vereinen die fünf untersuchten Städte laut Analyse mehr als 27 Millionen Nächtigungen und damit rund 17,5 Prozent aller Nächtigungen in Österreich.

Der Bericht zeigt nach Angaben des Unternehmens, dass urbane Märkte durch geringere Saisonalität und stabilere Auslastungsverläufe geprägt sind als touristische Regionen außerhalb der Städte.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Designer Motel glockna in Fusch an der Großglocknerstraße soll Mitte Dezember 2026 eröffnen. Die Betreiber planen mit 100 Betten und rund 30.000 Übernachtungen pro Jahr.

Hilton sieht weiteres Potenzial für Konversionen bestehender Hotels in Europa. Konzernchef Chris Nassetta verweist auf den hohen Anteil unabhängiger Häuser und Hiltons bisherigen Marktanteil in diesem Bereich.

 

Die MHP Hotel AG hat ihren Hotelumsatz im dritten Quartal 2026 auf 56,6 Millionen Euro gesteigert. Während die durchschnittliche Zimmerrate zunahm, ging die Auslastung leicht zurück. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr bleibt unverändert.

Seetelhotels meldet einen Erpressungsversuch nach einem Ransomware-Angriff. Das Unternehmen informiert seit dem 14. Oktober im Detail über den Vorfall und legt mögliche Folgen, Gegenmaßnahmen und bestehende Unsicherheiten offen.

BWH Hotels führt seine 18 Hotelmarken unter der internationalen Dachmarke WorldHotels zusammen. Best Western bleibt bestehen. Ab Januar 2027 startet zudem ein gemeinsames Bonusprogramm mit rund 70 Millionen Mitgliedern.

Hyatt hat mit dem Thompson Rome das erste Hotel seiner Marke Thompson Hotels in Italien eröffnet. Das Haus in der römischen Innenstadt verfügt über 69 Zimmer und Suiten sowie drei Gastronomiekonzepte.

Hilton steigerte den Nettogewinn im dritten Quartal 2026 auf 536 Millionen US-Dollar. Zugleich nahm der Hotelkonzern netto 23.000 Zimmer in sein System auf und erhöhte seine Entwicklungspipeline auf 543.100 Zimmer.

Eine Accor-Studie prognostiziert bis 2036 ein Wachstum der touristischen Übernachtungen in Europa um 32 Prozent. Besonders stark soll die internationale Nachfrage in Teilen Osteuropas sowie aus Asien und dem Nahen Osten steigen.

Das Hessnery Hotel in Tallinn wird ab Dezember unter der Marke Adagio Access betrieben. Grundlage ist ein Franchisevertrag mit Accor. Für die Aparthotelmarke ist es der erste Standort in Estland und zugleich das erste Haus in Osteuropa.

Sunday PropTech hat die vollständige Übernahme von Fletcher Hotels mit 170 Häusern vereinbart. Die Investmentgesellschaft wird von Prism unterstützt. Die OYO-Muttergesellschaft ist über Sunday Hotels und Belvilla bereits im deutschen Hotelmarkt vertreten.