Aufschwung am Hotelinvestmentmarkt: Transaktionsvolumen steigt deutlich

| Hotellerie Hotellerie

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat im Jahr 2025 eine signifikante Belebung erfahren. Nach aktuellen Daten marktführender Immobiliendienstleister stieg das Transaktionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr spürbar an und erreichte einen Wert zwischen 1,66 und 1,84 Milliarden Euro. Damit wurde erstmals seit dem Jahr 2022 wieder der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre übertroffen. Besonders ein starkes Abschlussquartal mit 23 Transaktionen trug zu diesem Ergebnis bei. Der Anteil von Hotelimmobilien am gesamten gewerblichen Investmentmarkt erhöhte sich dabei auf sieben Prozent.

Stabilisierung der Marktfaktoren

Experten sehen in der Entwicklung des Jahres 2025 eine Rückkehr zu verlässlichen Bewertungsgrundlagen. „Wir sehen eine klare Stabilisierung der Faktoren und eine sich annähernde Rückkehr zu verlässlichen Bewertungsgrundlagen. Besonders gefragt waren Core-Produkte mit belastbaren Betreiberkonzepten, idealerweise Direct-Leases sowie Objekte mit sehr guter Gebäudesubstanz, langlaufenden Pachtverträgen und strategisch resilienten Lagen“, erklärt Sebastian Hoffmann, Associate Director Hotel bei Colliers.

Stefan Giesemann, Managing Director der JLL Hotels & Hospitality Group, bilanziert die Lage ähnlich positiv: „Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat 2025 mit einem Volumen von 1,84 Milliarden Euro seine Attraktivität und Stabilität unter Beweis gestellt. Der starke Anstieg gegenüber dem Vorjahr zeigt das wachsende Vertrauen der Investoren in Deutschland als attraktiven Hotelinvestitionsmarkt – bemerkenswert ist dabei das hohe Engagement ausländischer Käufer, die über die Hälfte des Transaktionsvolumens ausmachten.“

Dominanz von Einzeltransaktionen und Großprojekten

Die Marktstruktur im vergangenen Jahr war maßgeblich von Einzeltransaktionen geprägt. Diese machten rund drei Viertel des Gesamtvolumens aus. Ein zentraler Treiber waren großvolumige Verkäufe in den Metropolen. Die bundesweit größte Transaktion betraf das Motel One Upper West in Berlin, das für 450 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Ebenfalls bedeutend war der Verkauf des Mandarin Oriental in München für rund 150 Millionen Euro an einen Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im Bereich der Portfoliodeals stach das sogenannte Keystone-Paket hervor, bei dem 17 Hotels der Marken Ibis und Mercure an die Gruppe Event Hotels veräußert wurden. Auch der Einstieg von Finanzinvestoren in Entwicklungsgesellschaften sowie die Übernahme von Hostel-Plattformen belebten das Segment der Paketverkäufe.

München und Berlin als wichtigste Standorte

Die regionalen Schwerpunkte der Investitionen lagen weiterhin in den A-Städten. München, Berlin und Köln führten das Ranking der Standorte an. In Köln sorgten insbesondere zwei Verkäufe im vierten Quartal für Aufmerksamkeit: Die Übertragung des Motel One und des Adina Köln Messe sowie der Erwerb des Objektes Gerling Garden inklusive des Hotels The Circle durch die Deka Immobilien. Die durchschnittliche Größe einer Transaktion stieg über alle Segmente hinweg auf knapp 29 Millionen Euro an.

Käufergruppen und Risikoklassen im Wandel

Bei den Akteuren am Markt zeigte sich ein vielfältiges Bild. Vermögende Privatpersonen und Family Offices stellten mit einem Anteil von 29 Prozent die aktivste Käufergruppe dar. Hinsichtlich der Risikoklassen dominierte das Value-add-Segment, also Immobilien mit Aufwertungspotenzial, mit über der Hälfte des Volumens. Laut Stefan Giesemann steht der Markt erst am Anfang einer neuen Entwicklung: „Wir stehen noch am Anfang dieses neuen Zyklus und Hotels bleiben eine der gefragtesten Assetklassen im deutschen Investmentmarkt. Das Preisniveau zeigt sich stabil, eine Renditekompression ist nur im Falle einer spürbaren Leitzinsveränderung zu erwarten.“

Potenziale durch Umnutzungen und Ausblick

Für das Jahr 2026 wird mit einer weiteren Steigerung der Dynamik gerechnet. Prognosen gehen davon aus, dass das Transaktionsvolumen die Marke von zwei Milliarden Euro durchbrechen könnte. Sebastian Hoffmann sieht hierbei eine wichtige Grundlage in den Abschlüssen des Vorjahres: „Die in 2025 erfolgten Transaktionen stellen nun eine wichtige und in den letzten Jahren fehlende Vergleichsgrundlage für den weiteren Aufschwung im Transaktionsmarkt dar.“

Ein zentrales Thema bleibt dabei die Umnutzung von Büroflächen in Hotelbetriebe. Hoffmann ergänzt dazu: „Umnutzungen, insbesondere von Büroflächen zu Hotels, bleiben ein zentrales Wachstumsfeld, bieten erhebliches Potenzial für Investoren und Betreiber und bleiben weiterhin die komplexeste Herausforderung in der Umsetzung.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Hotel „Der Sonnenhof“ in Bad Wörishofen wird seit Januar 2026 ohne die Marke Steigenberger geführt. Die Hotelbetriebsgesellschaft Sonnenhof mbH hat den Franchisevertrag zum Jahreswechsel beendet, wie diverse Medien berichten.

Hilton expandiert mit ihrer Marke Tapestry Collection nach Deutschland und plant für 2027 die Eröffnung eines Hauses mit 183 Zimmern in Köln. In Kooperation mit Foremost Hospitality wird hierfür das ehemalige Senats-Hotel in der Innenstadt umgebaut.

Mit dem Premier Inn Hannover City Centre eröffnet das zweite Hotel der Marke in Hannover. Bei dem Neubau in der niedersächsischen Landeshauptstadt handelt es sich um das 66. Hotel des Unternehmens in Deutschland.

Hilton integriert die Marke Yotel als ersten Partner in das neue Segment Select by Hilton. Die Kooperation ermöglicht Yotel den Zugriff auf das globale Vertriebsnetz und das Loyalitätsprogramm von Hilton, während die Marke eigenständig bleibt.

Accor weist Vorwürfe zu Menschenrechtsverstößen zurück und kündigt interne sowie externe Untersuchungen an. Der Konzern bestreitet zudem Verbindungen zu Jeffrey Epstein.

Mit der Eröffnung des Masana Algarve führt Hyatt ihre Marke Destination in Portugal ein. Das Resort in der Nähe von Albufeira bietet 33 Wohneinheiten und ist Teil einer Wachstumsstrategie des Konzerns auf der Iberischen Halbinsel.

Der Landkreis Harz hat das Brockenhotel und die Gastronomie an Timberjacks verpachtet. Der Betreiberwechsel ist für den 1. April 2026 vorgesehen. Timberjacks habe sich in einem europaweiten Teilnahmewettbewerb mit seinem Konzept „Brocken Mountain Lodge“ durchgesetzt.

Für die Grafenau Hotel Betriebs GmbH & Co. KG wurde eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Laut Impressum ist die Gesellschaft dem Sonnenhof in Grafenau zugeordnet. Laut Bericht soll eine Zusammenarbeit zwischen InterSPA und Michel-Hotels gestoppt worden sein.

Der Bodenmaiser Hof im Bayerischen Wald wird umfassend umgebaut und bleibt bis Juni 2026 geschlossen. Laut Hotelchefin Sandra Geiger-Pauli entspricht das Projekt in seinem Umfang einem Neubau.

Ein Bericht von Hospitality Investor zeigt: US-Investoren richten ihren Fokus 2026 verstärkt auf Europas Hotelmarkt. Nicht verkaufte Portfolios und Marktbedingungen spielen dabei eine Rolle.