Ausblick: Die österreichische Ferienhotellerie am Scheideweg

| Hotellerie Hotellerie

Der Sommer 2020 hat vor allem eines gezeigt: Der Inlandstourismus boomt in Österreich wie kaum zuvor. Ob dies allerdings auch für die Herbst- und Wintersaison gelten wird, ist äußerst fraglich. mrp hotels beleuchtet in einem neuen Positionspapier die Entwicklungen.

Reisen im eigenen Land, Erholung in der Natur: Die starken österreichischen Ferienregionen, wie zum Beispiel Kärnten, konnten in der Sommersaison überraschend positive Übernachtungsentwicklungen, die teilweise auch über den Erwartungen lagen, verzeichnen.

„Der Sommertourismus hat eine eigene Dynamik. Jene Hotspot Ferienregionen, etwa in unmittelbarer Nähe zu Seen oder in den Bergen, haben trotz der widrigen Corona-Umstände im heurigen Sommer profitiert. Abseits der Hotspots leidet das Hotelgeschäft allerdings häufig“, erklärt Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner mrp hotels.

Weniger optimistisch blickt man bei mrp hotels auf die kommende Wintersaison: Für Top Wellness und Spa-Produkte mit einem ansprechenden Angebot besteht weiterhin die Chance, für eine wie bereits im Sommer vom Inlandstourismus ermöglichte, sehr hohe Nachfrage, da Auslandsreisen wegfallen werden. Diese wird die Preise auch weiter nach oben treiben. Ferienwohnungen, Chalets und Luxus-Apartments werden jetzt bereits für die Wintersaison stark angefragt. Jugendherbergen, Ferienheime und Hotels, die sich auf Gruppenreisen fokussiert haben, werden es allerdings weiterhin schwer haben.

Hohes Bedrohungspotenzial für den Skitourismus durch mögliche territoriale Reiseeinschränkungen.

Tirol befindet sich aktuell auf der Watchlist des Deutschen Außenministeriums für Reisebeschränkungen. In der Wintersaison 2019/20 stammten mehr als 50% der Nächtigungen aus dem deutschen Quellmarkt mit einem Volumen von mehr als 11,6 Mio. Nächtigungen. Das Offenbleiben der Grenzen zwischen Deutschland und Österreich bzw. keine lokalen / regionalen Quarantänebestimmungen werden zu Schlüsselfaktoren für die Entwicklung der Saison in den Skidestinationen Österreichs. Eine gesamteuropäische Vorgehensweise zur Lösung der Krise ist unersetzlich.

„Das kurzfristige Aussprechen einzelner territorialer Reisewarnungen sorgt zusätzlich für Unsicherheit, sowohl bei Gästen, wie auch bei den Tourismusbetrieben. Buchungen werden kurzfristiger getätigt werden, zudem erwarten sich die Gäste großzügige und kurzfristige Stornobedingungen von den Unterkünften“, ergänzt Martin Schaffer.

Trotz der schwierigen Planungslage empfiehlt mrp hotels sich nicht auf einen Preiskampf einzulassen, sondern für Gäste Mehrwerte (z.B. inkludiertes Frühstück oder Abendessen) zu schaffen und auch bei den Stornobedingungen auf kostenfreie Umbuchungen zu setzen.

Martin Schaffer: „Die Wintersaison 2020 / 2021 wird von den Erfahrungswerten abhängen: Das Beispiel der Salzburger Festspiele im heurigen Sommer hat gezeigt, dass wenn keine negativen Effekte auftreten, die Menschen an Sicherheit gewinnen und damit auch die Reisetätigkeit wieder zunimmt. Sollten die Zahlen nach den ersten Wochen Schifahren niedrig bleiben, so wird das einen positiven Einfluss auf die gesamte Saison haben.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC bereitet laut Reuters ein Vorgehen gegen Booking Holdings wegen möglicherweise irreführender Hotelwerbung vor. Nach Angaben einer dieser Personen könnten die möglichen Strafen mehr als 500 Millionen Dollar betragen.

Die Motorworld Group plant am Hockenheimring eine neue Erlebnis- und Veranstaltungswelt. Das Projekt soll Motorsport, Handel, Werkstätten, Hotellerie, Gastronomie, Veranstaltungen und Dienstleistungen an dem Rennsportstandort miteinander verbinden.

Das Hotel The Hoxton, Amsterdam hat seine Räumlichkeiten an der Herengracht nach zehnjährigem Bestehen umfassend neugestaltet. Neben der Lotti’s Bar und dem Tagungsbereich wurden fünf individuelle Signature-Zimmer renoviert.

Premier Inn hat am Bodensee ein neues Hotel eröffnet. Der sechsgeschossige Neubau ist das 76. Hotel der Marke in Deutschland. Neben dem bereits bestehenden Standort in Lindau ist die Hotelgruppe damit nun auch in Konstanz vertreten.

Im August 2026 verbuchten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 58,7 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 1,1Prozent weniger als im August 2025.

Die Betreibergesellschaft des ehemaligen Hotels Reichshof in Norden, das heute Tides Boutique Hotel heißt, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben von des Insolvenzverwalters werde der Hotel- und Gastronomiebetrieb uneingeschränkt fortgeführt.

Im Darknet werden nach Angaben der Lindner Hotels AG Daten angeboten, die mutmaßlich aus dem Cyberangriff vom 8. Juni 2026 stammen. Überprüfte Beispieldaten enthalten tatsächlich Daten aus den betroffenen Beständen; der genaue Umfang der Datenentwendung werde weiter untersucht.

Wenn die nächste Generation übernehmen soll, bringt das in familiengeführten Häusern immer auch Herausforderungen mit sich. Als Hotelier in dritter Generation kennt Thomas Walther vom Hotel Walther und Hotel Steinbock diese nur zu gut – und berichtet Oliver Meyer im HotelPartner-Podcast, wie der Generationenwechsel erfolgreich ablaufen kann und welche Rolle das Thema Führung dabei spielt.

Die MHP Hotel AG hat ein Rückkaufangebot für bis zu 4.403.530 Aktien zu je 1,35 Euro beschlossen. Die Annahmefrist läuft vom 13. Oktober bis zum 2. November 2026; die erworbenen Aktien sollen überwiegend eingezogen werden.

Leonardo Hotels Central Europe hat das neu positionierte Leonardo Hannover Medical Park offiziell eröffnet. Aus zwei zuvor getrennt betriebenen Hotels ist ein gemeinsames Haus mit 208 Zimmern entstanden. Zum Konzept gehört auch eine Kooperation mit Tui Blue.