Auseinandersetzung zwischen Grand Metropolitan und VZB tritt in neue Phase

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Grand Metropolitan Hotels hat nach eigenen Angaben die Trennung von der gemeinsam mit dem Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) gehaltenen Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. eingeleitet. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer festgefahrenen Situation zwischen den Gesellschaftern. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund einer seit Monaten öffentlich geführten gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzung zwischen beiden Gesellschaftern.

Grand Metropolitan sieht gemeinsame Holding in einer Blockadesituation

Nach Angaben des Unternehmens liegt der operative Schwerpunkt der Gruppe auf den Bereichen Hotelmanagement, Markenentwicklung, Franchise, Affiliation sowie digitalen und KI-gestützten Anwendungen für die Hotellerie. Die niederländische Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. sei dagegen eine Beteiligungsholding innerhalb der bisherigen Unternehmensstruktur.

Grand Metropolitan erklärt, die Smura-Familienholding halte rund 70 Prozent der Anteile an der Holding, das VZB sei Minderheitsgesellschafter. Das Unternehmen habe dem VZB angeboten, dessen Beteiligung zu übernehmen. Zudem sei eine Kapitalerhöhung vorgeschlagen worden. Beide Vorschläge seien nach Angaben von Grand Metropolitan nicht zustande gekommen. Nach Darstellung des Unternehmens befinde sich die Holding dadurch bei wesentlichen Finanzierungs- und Strukturentscheidungen in einem Deadlock. Aus Sicht von Grand Metropolitan sei die Grundlage für die Fortsetzung des Joint Ventures damit entfallen.

Martin R. Smura, Chairman der Grand Metropolitan Hotels Group, erklärt: „Wir haben eine gute wirtschaftliche Lösung für die Trennung der Gesellschafter angeboten. Über die Übernahme der Beteiligung des VZB kam keine Einigung zustande, und die vorgeschlagene Kapitalerhöhung erhielt nicht die erforderliche Zustimmung. Damit befindet sich die Beteiligungsholding aus unserer Sicht in einem Deadlock. Wir sehen die Zusammenarbeit in diesem Joint Venture als gescheitert an, leiten die Trennung ein und führen unser operatives Geschäft unabhängig davon fort.“

Eine öffentliche Stellungnahme des VZB zu der von Grand Metropolitan angekündigten Trennung lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Verfahren in Amsterdam sorgt für neue Dynamik

Die Auseinandersetzung zwischen dem VZB und Grand Metropolitan wird seit Monaten von mehreren Medien begleitet. Nach Informationen des Branchenportals hospitalityInside hat die Amsterdamer Unternehmenskammer (Ondernemingskamer) am 16. Juli 2026 eine formelle Untersuchung der Geschäftsführung und der Angelegenheiten der Grand Metropolitan Hotels Holding B.V. angeordnet. Tageskarte konnte diese Angaben bislang nicht anhand einer Primärquelle überprüfen.

Nach Angaben des VZB, über die zuvor unter anderem das Financieele Dagblad und die WirtschaftsWoche berichtet hatten, ging es in Amsterdam unter anderem um die Untersuchung der Unternehmensführung, die Rechte des Minderheitsgesellschafters sowie Fragen zur Bewertung eingebrachten Vermögens.

Smura weist Vorwürfe zurück

Bereits Anfang Juli hatte sich Martin Smura erstmals ausführlich zu den laufenden Verfahren geäußert. In einem Interview mit dem Schweizer Branchenportal Hotel Inside erklärte er, das Verfahren in Amsterdam betreffe aus seiner Sicht die Rechte des VZB als Minderheitsgesellschafters. Zudem habe Grand Metropolitan dem VZB bereits angeboten, dessen Beteiligung vollständig zu übernehmen. Dieses Angebot sei nicht angenommen worden.

Nach Angaben Smuras entwickelten sich die von Grand Metropolitan betreuten Beteiligungen operativ positiv. Das Investment des VZB habe deutlich an Wert gewonnen. Die Ursachen des Konflikts sieht er in internen Governance-Fragen des Versorgungswerks. Dies ist die Darstellung von Martin Smura beziehungsweise Grand Metropolitan. Eine gerichtliche Feststellung hierzu liegt bislang nicht vor.

Auch Walter C. Neumann, Geschäftsführer von Grand Metropolitan Hotels, widersprach einzelnen Medienberichten öffentlich. Er erklärte unter anderem, das Investment des VZB habe 19,25 Millionen Euro betragen und mache weniger als ein Prozent des Vermögens des Versorgungswerks aus. 

Verfahren um Fleesensee wird getrennt vom VZB-Komplex geführt

Neben den gesellschaftsrechtlichen Verfahren führt Grand Metropolitan einen weiteren Rechtsstreit gegen die Fleesensee Holding GmbH vor dem Landgericht Neubrandenburg. Wie der NDR berichtete, fordert das Unternehmen rund 300.000 Euro für nach eigenen Angaben erbrachte Managementleistungen. Die Fleesensee Holding bestreitet, dass der zugrunde liegende Managementvertrag wirksam zustande gekommen sei.

Der Zusammenhang zum VZB besteht darin, dass das Versorgungswerk an der Fleesensee Holding beteiligt ist und dieses Investment im Zuge der Aufarbeitung der Kapitalanlagen ebenfalls überprüft wird. Das Verfahren zwischen Grand Metropolitan und der Fleesensee Holding ist jedoch rechtlich von den gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten zwischen Grand Metropolitan und dem VZB zu unterscheiden.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

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