Baugenehmigung erteilt: Startschuss für das Singer-Hotel im Veritas Park Wittenberge

| Hotellerie Hotellerie

Mit der offiziellen Baugenehmigung für die Hauptgebäude des Veritas Parks in Wittenberge ist der Startschuss für ein bedeutendes Stadtentwicklungsprojekt in Brandenburg gefallen. Das Zukunftsquartier umfasst 16 Hektar auf dem Gelände des ehemaligen Nähmaschinenwerks Singer und soll innovative Energiekonzepte mit nachhaltigem Bauen und der Wiederbelebung industrieller Infrastruktur in der Prignitz verbinden.

Hotelprojekt prägt erste Phase

Projektinitiator Renaud Vercouter, CEO von Veritas, verkündete die Genehmigung gemeinsam mit Landrat Christian Müller. Das historische Areal soll ein lebendiges Quartier werden, das Arbeit, Gastlichkeit, Kulturproduktion, Forschung und Lebensmodelle in einer industriellen Kulturlandschaft zusammenführt.

Die erste Projektphase bis zur Landesgartenschau 2027 konzentriert sich auf die Revitalisierung zentraler Gebäude, die Entwicklung des Singer-Hotels sowie erste 19.000 Quadratmeter Flächen für Start-ups und Co-Working.

Großzügiges Singer-Hotel in Haus 13 geplant

Das geplante „Singer-Hotel“ in Haus 13 wurde von Renaud Vercouter detailliert vorgestellt. Die Hotelzimmer sollen sich durch Großzügigkeit auszeichnen. Die Zimmergrößen beginnen bei 38 Quadratmetern (140 Euro pro Nacht) und reichen bis zur Familien-Suite mit 53 Quadratmetern, Dusch-WC und separatem Bad (rund 300 Euro pro Nacht).

Die ursprünglich mit 200 Zimmern geplante Anzahl wurde auf 140 reduziert, um die Großzügigkeit des Ensembles hervorzuheben, so Vercouter im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Die Korridore auf den Hoteletagen sollen sich über eine Länge von jeweils 80 Metern bei einer Breite von 3,5 Metern erstrecken, was Vercouter als „einzigartig für ein Hotel“ bezeichnete, um die Gäste zum Verweilen einzuladen.

Kultur und Geschichte im Hotel integriert

Das Hotel soll zudem als Ausstellungsfläche für Kunst und Kultur genutzt werden, um die Besucher auf eine Zeitreise in die Vergangenheit Wittenberges zu entführen. Entlang der Korridore sollen historische Maschinen aus dem Nähmaschinenwerk platziert werden, ergänzt durch Fotos und Kunstwerke. Für den Sommer 2027 ist ein volles Programm geplant. In Zusammenarbeit mit der New Yorker Fotoagentur Magnum Photos sind bis zu vier Ausstellungen pro Jahr vorgesehen, beginnend mit einer Schau zum Thema Textilindustrie und Nachhaltigkeit.

CO₂-neutrales Quartier durch autarke Energie

Andra Schumann, leitende Architektin der ersten Phase und Expertin für die Erneuerung denkmalgeschützter Gebäude, betonte den ganzheitlichen Ansatz: „Mit dem Veritas Park Wittenberge revitalisieren wir nicht nur ein historisches Industrieareal, sondern schaffen ein CO₂-neutrales, zukunftsweisendes Stadtquartier, das Tradition, Nachhaltigkeit und innovative Nutzungskonzepte miteinander verbindet. Unser Anspruch ist es, die bestehende Bausubstanz zu bewahren, Materialien zu recyceln und Energie autark zu erzeugen.“

Für die Energieversorgung des Parks wurde die Veritas Energie GmbH & Co. KG. gegründet. Das Konzept sieht die Installation von Solartechnik und Speichersystemen auf dem Gelände vor, um eine autarke Solarenergieversorgung für den gesamten Park zu gewährleisten. Jürgen Steinke von der Capricornus GmbH informierte über die Pläne.

Internationales Architektenteam

Schumann koordiniert ein internationales Team, zu dem der italienische Architekt und Designer Marco Lavit und der in London ansässige Architekt Alex Sprogis gehören. Sprogis verantwortet als Co-Architekt die Gestaltung der Hotelzimmer und des Veranstaltungsbereichs in Gebäude 13. Ein erster Meilenstein ist der Info-Pavillon, der in Zusammenarbeit mit Marco Lavit entwickelt wurde und als Ort für Dialog, Ausstellung und Wissensaustausch konzipiert ist.

An der Veranstaltung nahmen neben Landrat Christian Müller auch der Bürgermeister von Wittenberge, Dr. Oliver Hermann, und weitere lokale Vertreter teil.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Microsoft berichtet über erneute Cyberangriffe über Hotelnetzwerke. Die Angreifer nutzten vermeintliche Aktualisierungen und Anmeldeaufforderungen, um Schadsoftware zu verbreiten und Zugang zu Konten zu erlangen.

Travel + Leisure Co. und Wyndham erweitern ihre Zusammenarbeit, um klassische Hotels unter der Marke Sports Illustrated Resorts zu entwickeln. Für Chicago, Baton Rouge und Tuscaloosa nennt eine Mitteilung geplante Projektabschlüsse beziehungsweise Eröffnungen für 2027 und 2028.

Die Gelder der Betreiber-GmbH des ehemaligen Hilton-Hotels in Frankfurt-Gravenbruch bleiben eingefroren. Das Verwaltungsgericht Köln hat entschieden, dass auch die Bestellung eines starken vorläufigen Insolvenzverwalters daran nichts ändere.

Motel One und B&B Hotels erhalten im Treugast Rating 2026 erneut die Bestnote AAA. Odyssey Hotel Group steigt mit BBB ein, während Premier Inn und travdo ausgezeichnet werden.

Die Investmentgesellschaft Ardian und die Wohnplattform Rockfield haben eine Mehrheitsbeteiligung an dem Hybridhotel The Social Hub in Berlin am Alexanderplatz erworben. Die Transaktion markiert den ersten Schritt der neuen Wachstumsstrategie.

Stayery expandiert nach Österreich und realisiert gemeinsam mit der Real-Treuhand Immobilien ein neues Haus in Wien. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Anfang 2030 vorgesehen.

Wenn Prozesse digitalisiert und automatisiert werden, muss dies immer mit einem finanziellen ROI einhergehen, sagt Lukas Fritschi, CEO von b_smart hospitality in einer neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“. Wie das insbesondere auch Hotels in B-Lagen gelingen kann und welche Balance dabei wichtig ist, lesen Sie im Beitrag – oder hören Sie im Gespräch mit Host Oliver Meyer.

Die IHG-Marke Ruby hat mit dem Ruby Lilou ihr erstes Hotel in Frankreich eröffnet. Das Haus in Marseille verfügt über 237 Zimmer und wird gemeinsam mit dem neuen Ruby Yani Workspace betrieben.

Novum Hospitality weist für 2025 Gesamterlöse von 450,9 Millionen Euro aus, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich integrierte die Hotelgruppe 40 Bestandshotels in die IHG-Systeme und sicherte acht Neubauprojekte.

Likestay erweitert sein Portfolio um zwei gepachtete Hotels auf rund 250 Zimmer. In Bochum übernimmt die Marke den Betrieb des bisherigen Wald & Golfhotels Lottental aus der Insolvenz, in Regensburg das bisherige Atrium im Park Hotel.