Bestes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn: Wien erreicht 20 Millionen Übernachtungen

| Hotellerie Hotellerie

Der Wiener Städtetourismus hat im Jahr 2025 ein historisches Ergebnis erzielt und neue Referenzwerte für die Branche gesetzt. Mit insgesamt 20.065.000 Übernachtungen verzeichnete die Stadt ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und knackte damit erstmals die 20-Millionen-Marke. Die Ankünfte stiegen um 5 Prozent auf rund 8,57 Millionen Gäste. Auch beim Beherbergungsumsatz wird ein neuer Rekord erwartet, da bereits die Monate Januar bis November mit rund 1,25 Milliarden Euro ein Plus von 4 Prozent ausweisen. Die bisherige Höchstmarke von 1,4 Milliarden Euro aus dem Jahr 2024 dürfte nach Vorliegen der Dezember-Zahlen überschritten werden.

Wirtschaftsfaktor Tourismus und regionale Wertschöpfung

Die Bedeutung der Branche für den Standort Wien spiegelt sich in aktuellen Analysen wider, wonach jeder neunte Vollzeit-Arbeitsplatz in der Stadt dem Tourismus und der Freizeitwirtschaft zuzurechnen ist. Mit einer jährlichen Wertschöpfung von 5,3 Milliarden Euro leistet Wien etwa 18 Prozent der gesamtösterreichischen Tourismus-Wertschöpfung. Die Einnahmen aus den Tourismusausgaben belaufen sich auf 6,82 Milliarden Euro, was Wien zum zweitstärksten Tourismusbundesland macht. Besonders im Dezember zeigten sich starke Spillover-Effekte für den Handel, da zwei Drittel aller österreichweiten Shoppingausgaben von Gästen aus Nicht-EU-Ländern in der Bundeshauptstadt getätigt werden.

Hohe Akzeptanz und internationale Marktentwicklung

Trotz des Wachstums von 34 Prozent bei den Übernachtungen seit dem Jahr 2016 bleibt die Akzeptanz in der Bevölkerung stabil. Laut repräsentativen Umfragen bewerteten 9 von 10 Bewohnern den Tourismus auch im Jahr 2025 positiv, während die Weiterempfehlungsrate unter den Gästen ebenso bei 90 Prozent liegt. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland mit 3,54 Millionen Übernachtungen der wichtigste Markt, gefolgt von Österreich und den USA. Während Märkte wie Japan, Kanada und Südkorea deutliche Zuwächse verzeichneten, besteht bei der Fluganbindung und den Übernachtungszahlen aus China weiterhin Aufholbedarf gegenüber dem Vorkrisenniveau.

Kapazitäten für Großevents und Kongresswesen

Wien verfügt über ausreichende Kapazitäten für anstehende Großereignisse wie den Eurovision Song Contest oder internationale Fachkongresse. Die Bestandsstatistik für 2025 weist 84.600 Betten in 424.00 Zimmern und 450 Betrieben aus. Für das Jahr 2026 sind bereits knapp 50 Großtagungen mit über 1.000 Teilnehmern geplant, darunter vier Kongresse mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus den Bereichen Medizin und Geowissenschaften. Insgesamt laufen aktuell rund 290 Bewerbungen für Meetings bis in das Jahr 2038. Die durchschnittliche Zimmerauslastung lag 2025 bei rund 71 Prozent, was Wien die höchste Ganzjahresauslastung aller österreichischen Bundesländer beschert.

Strategische Fokussierung auf Qualität und Nachhaltigkeit

Der WienTourismus setzt künftig auf eine verstärkte Segmentierung. Rund 60 Prozent des Bettenangebots entfallen auf die 4- und 5-Sterne-Kategorie, wobei Wien Ende 2025 über 26 Luxushotels verfügt. Im Marketing konzentriert sich die Stadt ab 2026 auf zwölf internationale Märkte und fokussiert sich bei Kooperationen in Europa künftig ausschließlich auf das Luxussegment sowie die Bereiche Kultur und Kongresse. Parallel dazu gewinnt die ökologische Zertifizierung an Bedeutung: Etwa 100 Betriebe sind bereits mit dem Österreichischen Umweltzeichen oder vergleichbaren Labels ausgezeichnet, was einem Drittel aller zertifizierten Betten in Österreich entspricht.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

SV Deutschland übernimmt ab September die exklusive Verantwortung für den Hospitality-Betrieb im neuen Präventionszentrum Previer in der Hamburger HafenCity. Das Leistungsspektrum umfasst die Verpflegung sowie den Betrieb von 234 Zimmern.

Anzeige

Das Restaurant ist montags halb leer. Die Lobby steht tagsüber weitgehend ungenutzt. Zehn Zimmer bleiben unter der Woche regelmäßig frei. Solche Situationen kennen die meisten Hoteliers. Lange Zeit lautete die zentrale Frage: Wie bekommen wir diese Kapazitäten verkauft? Heute stellen sich viele Häuser eine zweite Frage: Wie können wir sie nutzen?

Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg erhält erstmals Hotels direkt am Terminal. Geplant sind zwei Häuser mit insgesamt 140 Zimmern, die Ende 2027 eröffnen sollen.

Anzeige

In Folge 5 des HotelPartners Podcast „AUSGEBUCHT!“ interviewt Gastgeber und HotelPartner-CEO Oliver Meyer Myriam Schlatter, CEO der Laudinella Group, zur beeindruckenden Entstehung ihrer Hotelgruppe. Sie erzählt.

Der Bundesfinanzhof hat klargestellt, dass Hotelzimmermieten nicht grundsätzlich von der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung ausgenommen sind. Entscheidend ist, ob die angemieteten Unterkünfte nach dem Geschäftsmodell eines Unternehmens dauerhaft für den Betrieb vorgehalten werden müssen.

Eine Studie von Christie & Co sieht die Münchner Luxushotellerie weiterhin auf Wachstumskurs. Besonders hohe Auslastungen und Zimmerpreise wurden im Herbst 2025 registriert.

Waren die Urlaubsziele in Schleswig-Holstein in den ersten Monaten des Jahres besser besucht als 2025? Ein genauerer Blick zeigt große Unterschiede zwischen größeren Hotels und kleineren Häusern.

Das Hamburger Hotel Louis C. Jacob feiert am 5. Juli seinen 235. Geburtstag mit einem öffentlichen Jubiläumsfest. Besucher erwarten Hausführungen, kulturelle Darbietungen und eine Versteigerung zugunsten des Liedstadtfestivals.

Die Hyatt Hotels Corporation hat auf ihrem Investorentag neue Finanzziele für den Zeitraum bis 2028 präsentiert und eine Aufstockung ihres Aktienrückkaufprogramms bekannt gegeben.

Die Hotelbuchungen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten liegen bisher unter den Erwartungen. Gründe hierfür sind komplexe Einreiseformalitäten, hohe Reisekosten sowie Verzerrungen durch die Kontingentverwaltung der FIFA.