Booking.com lagert Kundendienst aus und baut tausende Stellen ab

| Hotellerie Hotellerie

Booking.com hat bekanntgegeben, dass das Unternehmen weltweit fast 3.000 Stellen abbauen wird. Grund dafür ist die Auslagerung des Kundendiensts. Das niederländische Portal hat bislang 14 Kundendienstzentren auf der ganzen Welt - 12 davon sollen in den kommenden Monaten an das Unternehmen Majorel übertragen werden. Mindestens 2.700 Mitarbeiter sollen daher entlassen werden, wie die NL Times berichtet. Die Mitarbeiter sollen jedoch Möglichkeit erhalten, zunächst in das in Luxemburg ansässige Unternehmen für Kundenservice einzusteigen.

„Booking.com wird seine internen Support-Zentren in Amsterdam und Manchester beibehalten“, schrieb Majorel in einer Erklärung. „Dies wird es Booking.com ermöglichen, sich stärker auf strategische Bereiche mit Wettbewerbsvorteilen zu konzentrieren und gleichzeitig weiterhin erstklassigen Kunden- und Partnersupport zu bieten.“

Betroffene Mitarbeiter sagten der NL Times, sie hätten in einer Videobotschaft von Booking-CEO Glenn Fogel erfahren, dass sie für Majorel arbeiten könnten oder ihre Stelle verlieren würden. Die meisten, die den Transfer annehmen, bekommen einen sechsmonatigen Vertrag. Diejenigen, die bei Booking.com in Amsterdam und Manchester bleiben, kümmern sich um die kompliziertesten Kundendienstprobleme und können andere Teams innerhalb des Unternehmens unterstützen.

Viele Mitarbeiter äußerten sich laut NL Times besorgt darüber, dass sie Abfindungspakete verlieren könnten, wenn sie sich weigern, für Majorel zu arbeiten. Einige befürchten demnach, dass die in Luxemburg ansässige Firma Mitarbeiter von einem Kunden zum nächsten schieben und so versuchen könnte, die Mitarbeiter in andere Länder für einen niedrigeren Lohn zu drängen. 

Booking sagte gegenüber Tageskarte zu dem Vorgang: " Im Rahmen unseres Engagements, unseren Kunden und Partnern rund um die Uhr einen hervorragenden Support zu bieten und unseres Bestrebens, diesen Support auf mehrere Reiseprodukte und -dienstleistungen auszudehnen, bestätigen wir das Vorhaben, die meisten unserer Customer Service Mitarbeiter außerhalb von Manchester und Amsterdam ab dem zweiten Quartal dieses Jahres bei dem führenden globalen Kundendienstanbieter Majorel anzustellen. Wir glauben, dass die Zusammenarbeit mit einem Team von engagierten Experten der beste Weg ist, um sicherzustellen, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden und Partner erfüllen, während wir die Vielfalt unseres Produktangebots auf Booking.com weiter ausbauen. Majorel ist ein wichtiger strategischer Partner für uns und beschäftigt bereits rund 2.700 Mitarbeiter, die Booking.com unterstützen. Wir freuen uns darauf, ihre branchenführende Expertise im Bereich Kundenservice weiterhin zu nutzen, um uns dabei zu helfen, effizient zu skalieren und den sich entwickelnden Anforderungen unseres Geschäfts gerecht zu werden."

Während der Pandemie hat das Unternehmen Berichten zufolge 100 Millionen Euro an Staatshilfen angenommen , darunter 65 Millionen Euro aus den Niederlanden. Anschließend gewährte es laut NL Times einer kleinen Anzahl von Führungskräften seiner US-Holdinggesellschaft ein Entschädigungspaket in zweistelliger Millionenhöhe. Vor der Corona-Pandemie hat das Unternehmen 2019 einen Gewinn von 4,6 Milliarden Euro erwirtschaftet.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

CityHub plant ein Hotel mit 139 Einheiten am Leipziger Platz in Berlin. Für den Standort sollen rund 2.100 Quadratmeter bestehende Einzelhandelsfläche umgebaut werden.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von a&o Hostels zeigt, dass Europas Reisende bei Unterkünften vor allem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und Sicherheit achten, während bekannte Marken an Bedeutung verlieren.

Der traditionsreiche Vitznauerhof am Vierwaldstättersee öffnet im 125. Jubiläumsjahr erstmals auch im Winter seine Türen und bietet ein neues Programm aus Kulinarik, Kultur und Wellness.

Das aja Garmisch-Partenkirchen hat sein fünfjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und rund 1.000 Besuchern gefeiert. Zum Jubiläum stellte das Hotel zudem neue Namen für Bar und Restaurant vor.

Der Schweizer Ständerat hat der Verlängerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes von 3,8 Prozent für Beherbergungsleistungen bis Ende 2031 zugestimmt. HotellerieSuisse begrüßt die Entscheidung, bezeichnet vier Jahre allerdings als vergleichsweise kurzen Planungshorizont.

Aus einer Büro- und Einzelhandelsimmobilie am Frankfurter Ring soll Breras drittes Münchner Haus werden. Der Betreiber plant rund 152 Serviced Apartments und eine Eröffnung Anfang 2029.

Vom ehemaligen Bürogebäude in Berlin bis zum Neubau auf Sylt: Limehome setzt bei seiner Expansion auf unterschiedliche Immobilientypen. Bis 2030 will das Unternehmen 25.000 Einheiten unter Vertrag haben.

IHG Hotels & Resorts plant ein neues Vignette-Collection-Hotel im Zentrum von Madrid. Das San Bernardo soll im März 2028 mit 67 Zimmern eröffnen und das spanische Luxus-Portfolio des Konzerns auf 21 Häuser erweitern.

Die österreichische Hotelgruppe Cooee alpin erweitert ihr Portfolio von drei auf fünf Hotels. In Kaprun läuft der Umbau eines bestehenden Hauses, zugleich entsteht in Bad Goisern bis Dezember 2027 ein Neubau mit 78 Zimmern.

Das familiengeführte Flemings Mayfair Hotel in London feiert sein 175-jähriges Jubiläum. Das im Jahr 1851 von Robert Fleming errichtete Anwesen gehört zu den ältesten unabhängigen Hotels der britischen Metropole.