Boom beim "Bleisure-Travel-Trend"

| Hotellerie Hotellerie

Der Trend zu mehr Work-Life-Balance war schon vor der Pandemie spürbar, wurde durch Corona jedoch noch beschleunigt. Damit steigt auch die Nachfrage nach neuen Reiseformen wie Bleisure, Workation und Staycation. Was steckt eigentlich dahinter und warum sollten Hoteliers jetzt darauf reagieren? Uwe Schulze-Clewing, Geschäftsführer Holiday Inn München Unterhaching, möchte zukünftig verstärkt auf Gäste setzten, die die berufliche Reise mit einem privaten Aufenthalt verbinden. Dafür bietet sein Haus nicht nur eine optimale Ausgangslage inklusive Zuhause-Gefühl, sondern gleich ein umfassendes Gesamtpaket.

Herr Schulze-Clewing, warum sorgt die Pandemie für eine Beschleunigung des Bleisure-Reise-Trends?
Studien und Umfragen zeigen: Die Sehnsucht nach Reisen und Abwechslung ist groß. Sobald wir wieder reisen dürfen, werden wir es auch tun – und zwar so umfangreich wie möglich. Bereits die letzte Sommer-Saison hat uns vorgeführt, wie viel Nachholbedarf es gibt. Jedes noch so kleine Zeitfenster wurde – und wird auch wieder für Reisen – genutzt. Aber: Wir müssen mit unseren Ressourcen zukünftig besser haushalten. Sowohl mit unseren persönlichen Reserven, aber auch mit Rohstoffen. Reiseaktivitäten effektiver zu nutzen oder auch zu bündeln passt sehr gut zu einer nachhaltigeren Ausrichtung und dem nachhaltigeren Bewusstsein vieler Menschen.

Welche Vorteile haben Bleisure-Reisen für Unternehmen?
Wir haben inzwischen die Erfahrung gemacht, dass Homeoffice und Hoteloffice funktionieren. Die Mitarbeiter sind durch die „andere“ Umgebung oftmals nicht nur produktiver, sondern auch kreativer. In Kombination mit dem Wunsch nach mehr Work-Life-Balance und dem neuen Fokus auf Gesundheit überlegen immer mehr Unternehmen, wie sie ihren Mitarbeitern zukünftig mehr Ausgleich und Entspannung bieten können. Bindung, Motivation, Loyalität und Bereitschaft der Mitarbeiter spielen dabei natürlich auch eine große Rolle. Die Akzeptanz für die Öffnung von Geschäftsreisen mit anschließenden privaten Aufenthalten steigt daher.

Würden Sie denn allen Unternehmen zu einer Kombination aus Business- und Leisure-Reisen raten?
Grundsätzlich ja, denn die Vorteile liegen – wie bereits erwähnt – auf der Hand. Sicherlich bedarf eine Bleisure-Reise etwas mehr Planungsaufwand, sodass ein bis zwei Tage Auszeit im Anschluss möglich sind. Die private Reise kann beispielsweise an eine Tagung, ein Seminar oder auch an eine Messe- oder Fortbildungsreise angeschlossen werden. Die freie, zur Erholung genutzte Zeit im Anschluss sorgt für mehr Kraft und Motivation nach der Rückkehr in den Arbeitsalltag. Wie nach einem Kurzurlaub…

Was raten Sie Unternehmen, die ihren Mitarbeitern zukünftig Bleisure-Trips anbieten möchten? 
Wer Bleisure-Reisen als Bindungs- und Motivationsinstrument einführen möchte, sollte von Anfang an offen mit den Mitarbeitern kommunizieren und Rahmenvereinbarungen, zum Beispiel zur Aufteilung der Kosten, Abgrenzung der Reisezeit, versicherter Leistungen, Einsatz gültiger Arbeitszeit und auch Verwendung der Urlaubstage transparent regeln. Sehr wichtig ist auch, dass der Mitarbeiter das Angebot nicht mit dem Gefühl eines „schlechten Gewissens“ annimmt.

Zurück

Vielleicht auch interessant

In Bayreuth ist es laut Polizei zu mehr als 100 auffälligen Hotelbuchungen über ein Online-Portal gekommen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs.

Patrizia hat für das Holiday Inn Express in Augsburg einen neuen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Die The Chocolate on the Pillow Group übernimmt den Betrieb des Hotels mit 136 Zimmern.

Der Mainzer Stadtrat hat die Einführung einer Bettensteuer beschlossen. Kurz vor der Abstimmung hatte der DEHOGA Rheinland-Pfalz erneut versucht, die Entscheidung zu stoppen und für einen Gästebeitrag geworben.

Das aktuelle „mrp hotels quarterly“ sieht aktives Asset Management als zentrale Steuerungsfunktion für Hotelimmobilien. Vertreter aus Finanzwirtschaft und Hotellerie diskutierten steigende Kosten, veränderte Nachfrage und Unterschiede zwischen den Hotelsegmenten.

Marriott International meldet für das erste Quartal 2026 ein RevPAR-Wachstum von 4,2 Prozent und eine Rekord-Pipeline von fast 618.000 Zimmern. Trotz steigender Managementgebühren sank der Nettogewinn leicht auf 648 Millionen US-Dollar.

Novum Hospitality eröffnet mit dem Holiday Inn – the niu Quay in Hamburg-Harburg sein erstes Hotelprojekt in der kombinierten Rolle als Eigentümer und Betreiber. Das Haus umfasst 166 Zimmer und ist Teil des Projekts Aqua²dock am Harburger Binnenhafen.

Klarna und Minor Hotels kooperieren ab sofort in 13 europäischen Ländern, um Reisenden flexible Zahlungsmodelle anzubieten. Kunden können Hotelbuchungen künftig sofort oder in zinsfreien Raten begleichen.

Das Romantik Hotel Zell am See nimmt am 13. Mai nach umfassenden Renovierungsarbeiten den Betrieb für die Frühjahrssaison wieder auf. Die Umbaumaßnahmen betrafen vor allem die Optik und Ausstattung des Vier-Sterne-Hauses.

Das Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden verzeichnet seit der Wiedereröffnung im Februar 2024 insgesamt 14.000 Gäste im Veranstaltungsbereich. Das Haus setzt bei seinem Angebot auf eine Kombination aus historischen Räumlichkeiten und regionalen Ausflugszielen.

Die MHP Hotel AG bringt ihre Eigenmarke Mooons erstmals nach Deutschland. Dafür wurde nun ein langfristiger Pachtvertrag mit der Rock Capital Group für einen Standort in Frankfurt am Main unterzeichnet.