China verhängt Millionenstrafe gegen Trip.com wegen Verstößen gegen Wettbewerbsrecht

| Hotellerie Hotellerie

Trip.com Group muss nach einer Entscheidung der chinesischen Marktaufsichtsbehörde State Administration for Market Regulation (SAMR) insgesamt umgerechnet rund 763 Millionen US-Dollar zahlen. Wie das Unternehmen in einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC mitteilte, folgt die Sanktion auf ein im Januar eingeleitetes Kartellverfahren wegen des Verdachts auf monopolistische Geschäftspraktiken.

Chinesische Behörde wirft Trip.com marktbeherrschende Praktiken bei Hotels vor

Nach Angaben der SAMR habe Trip.com gegen Artikel 22 Absatz 4 und 5 des chinesischen Anti-Monopol-Gesetzes verstoßen. Diese Vorschriften untersagen Unternehmen mit marktbeherrschender Stellung unter anderem exklusive Vereinbarungen, die Wettbewerber benachteiligen, sowie unangemessene Bedingungen bei Geschäftsbeziehungen. Wie Reuters berichte, habe die Behörde dem Unternehmen vorgeworfen, Mechanismen zur Verkehrslenkung, technische Maßnahmen und Plattformregeln eingesetzt zu haben, um mit ausgewählten Hotels exklusive Vereinbarungen zur Bereitstellung der niedrigsten Preise zu schaffen.

Laut der SEC-Mitteilung ordnete die Behörde an, dass Trip.com die beanstandeten Praktiken einstellen müsse. Darüber hinaus müsse das Unternehmen 18 Millionen US-Dollar an von Hotelbetreibern verpflichtend einbehaltenen Sicherheitsleistungen zurückerstatten. Zusätzlich ziehe die Behörde 244,4 Millionen US-Dollar aus den beanstandeten Geschäftspraktiken ein und verhänge eine Geldbuße von 518,9 Millionen US-Dollar. Dies entspreche 7,5 Prozent des Umsatzes, den Trip.com im Jahr 2025 in China erzielt habe.

Unternehmen kündigt Anpassungen seines Geschäftsmodells und der Preisgestaltung an

Trip.com Group habe die Entscheidung akzeptiert und angekündigt, die Anforderungen der Marktaufsicht umzusetzen. Vorstandsvorsitzende Jane Sun erklärte in einer Telefonkonferenz, das Unternehmen arbeite daran, seine Geschäftsprozesse an veränderte Branchenstandards anzupassen. Zudem werde das Partnerschaftsmodell in Richtung einer transparenteren, ausgewogeneren und nachhaltigeren Struktur weiterentwickelt. Nach Angaben des Unternehmens sollen außerdem das System der Preisgestaltung überarbeitet, die Transparenz gegenüber Partnern erhöht, der Verbraucherschutz gestärkt und das interne System zur Einhaltung des Wettbewerbsrechts ausgebaut werden.

Sun erklärte wörtlich: „We remain firmly committed to operating in accordance with applicable laws and regulations.“ Zudem bezeichnete sie die Entscheidung als einen Anlass, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und an das regulatorische Umfeld in China anzupassen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die irische Hotelmarke The Dean expandiert weiter auf dem deutschen Markt und eröffnet ein neues Haus im Münchner Westend. Das Hotel kombiniert ein vom bayerischen Jugendstil inspiriertes Design mit einem modernen japanischen Gastronomiekonzept.

Das Kölner Hopper Hotel St. Josef wurde neugestaltet, die Zimmer und öffentlichen Bereiche erhielten ein neues Designkonzept. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltigen Materialien und moderner Ausstattung.

Nach einem Bericht des SWR haben zwei Mainzer Hotels sämtlichen Beschäftigten gekündigt. Die Gewerkschaft NGG vermutet einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung, während die Hotelgruppe von dringenden betrieblichen Erfordernissen spricht.

Der geplante Verkauf des ehemaligen Dorint-Hotels am Stausee Bitburg an die Interspa-Gruppe ist gescheitert. Damit können auch die im Frühjahr 2025 vorgestellten Pläne für ein Familien- und Wellness-Resort vorerst nicht umgesetzt werden.

Scandic und Axfast planen in Stockholm ein unterirdisches Hotel mit 135 fensterlosen Zimmern. Das Haus soll 2027 eröffnen und in einem umgebauten Gebäude unter der Drottninggatan, der bekanntesten Einkaufsstraße Stockholms, entstehen.

Limehome hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben neue Partnerschaften geschlossen und seine Expansion in mehreren europäischen Märkten fortgesetzt. Dazu gehören ein erstes Projekt mit Aroundtown in Frankfurt sowie weitere Vorhaben in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden.

Der Badische Hof in Baden-Baden nimmt den Betrieb unter der Marke Leonardo Limited Edition wieder auf. Nach einer ersten Phase im Juli folgt im Herbst das offizielle Grand Opening.

Premier Inn baut ihre barrierefreien Angebote aus und treibt die Zertifizierung ihrer Standorte nach dem Standard Reisen für Alle voran. Zudem investiert das Unternehmen in die Inklusion am Arbeitsplatz.

Die Achat Hotels strukturieren ihr Geschäftsmodell um und setzen künftig verstärkt auf Businessgäste. Zudem erhalten die Hoteldirektoren mehr Eigenverantwortung und die IT-Systeme wurden zentralisiert.

In Köln-Deutz soll auf einer Grünfläche ein bis zu 60 Meter hohes Hotel- und Bürogebäude entstehen. Nach einem Bericht des WDR formieren sich dagegen Anwohner und Teile der Kommunalpolitik.