Cyberkriminelle attackieren europäische Hotels mit gefälschten Fehlermeldungen

| Hotellerie Hotellerie

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen, raffinierten Angriffswelle auf die europäische Hotelbranche. Kriminelle mit mutmaßlichen Verbindungen nach Russland nutzen eine als ClickFix bekannte Methode, um Schadsoftware in Hotelnetzwerke einzuschleusen. Dabei werden Mitarbeiter durch psychologischen Druck und technische Täuschung dazu gebracht, bösartigen Code selbst auszuführen. Die Kampagne wird von Analysten unter dem Namen PHALT#BLYX geführt.

Mehr dazu auch auf einer Warnseite des Hotelverbandes: https://www.hotellerie.de/news/warnungen

Perfide Täuschung über Buchungsportale

Der Angriff beginnt mit einer täuschend echt wirkenden E-Mail, die den Absender Booking.com imitiert. Darin werden die Empfänger über angebliche Stornierungen oder hohe Abbuchungen im vierstelligen Euro-Bereich informiert. Um die Details zu prüfen, führt ein Link die Mitarbeiter auf eine gefälschte Internetseite, die das Design des Buchungsportals nahezu perfekt kopiert. Da die Beträge in Euro angegeben sind, gehen Experten davon aus, dass der Fokus gezielt auf dem europäischen Markt liegt.

Fake-Bluescreen als Druckmittel

Auf der gefälschten Webseite erscheint nach einem kurzen Moment eine simulierte Fehlermeldung, die in einen täuschend echten Windows-Bluescreen übergeht. Dieser suggeriert einen Systemabsturz. Um den vermeintlichen Fehler zu beheben, wird der Nutzer aufgefordert, eine bestimmte Tastenkombination zu drücken und einen Befehl in das Windows-Ausführen-Fenster einzufügen.

Was wie eine technische Hilfestellung aussieht, ist der entscheidende Teil des Angriffs: Der Mitarbeiter kopiert unbewusst einen bösartigen PowerShell-Befehl, den er durch das manuelle Ausführen selbst am Sicherheitssystem vorbeischleust. Da die Aktion vom Nutzer ausgeht, greifen viele automatisierte Schutzmechanismen nicht.

Schadsoftware nistet sich tief im System ein

Sobald der Befehl ausgeführt wurde, nutzt die Schadsoftware legitime Windows-Werkzeuge wie den Microsoft Build Engine (MSBuild.exe), um den eigentlichen Schadcode nachzuladen. Im Hintergrund werden zudem die Sicherheitsvorkehrungen von Windows Defender gezielt deaktiviert oder durch Ausnahmeregeln umgangen.

Das Ziel der Angreifer ist die Installation des Fernzugriff-Trojaners DCRat. Dieser ermöglicht es den Hintermännern, das infizierte System vollständig zu kontrollieren, Passwörter auszuspähen oder weitere Schadprogramme wie Kryptominer zu installieren. Zur Tarnung wird der Schadcode mittels Process Hollowing in legitime Systemprozesse wie die "aspnet_compiler.exe" injiziert.

Hinweise auf russische Urheber

Mehrere Faktoren deuten laut dem Sicherheitsunternehmen Securonix auf russische Akteure hin. In den verwendeten Projektdateien wurden kyrillische Kommentare und russische Statusmeldungen gefunden, die auf einen Muttersprachler als Entwickler schließen lassen. Zudem wird die genutzte Malware-Familie DCRat primär in russischsprachigen Untergrund-Foren gehandelt. Die Kriminellen nutzen für ihre Infrastruktur zudem Techniken, die eine Entdeckung durch herkömmliche Antivirenprogramme erheblich erschweren. Hier mehr zum Hintergrund.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Microsoft berichtet über erneute Cyberangriffe über Hotelnetzwerke. Die Angreifer nutzten vermeintliche Aktualisierungen und Anmeldeaufforderungen, um Schadsoftware zu verbreiten und Zugang zu Konten zu erlangen.

Travel + Leisure Co. und Wyndham erweitern ihre Zusammenarbeit, um klassische Hotels unter der Marke Sports Illustrated Resorts zu entwickeln. Für Chicago, Baton Rouge und Tuscaloosa nennt eine Mitteilung geplante Projektabschlüsse beziehungsweise Eröffnungen für 2027 und 2028.

Die Gelder der Betreiber-GmbH des ehemaligen Hilton-Hotels in Frankfurt-Gravenbruch bleiben eingefroren. Das Verwaltungsgericht Köln hat entschieden, dass auch die Bestellung eines starken vorläufigen Insolvenzverwalters daran nichts ändere.

Motel One und B&B Hotels erhalten im Treugast Rating 2026 erneut die Bestnote AAA. Odyssey Hotel Group steigt mit BBB ein, während Premier Inn und travdo ausgezeichnet werden.

Die Investmentgesellschaft Ardian und die Wohnplattform Rockfield haben eine Mehrheitsbeteiligung an dem Hybridhotel The Social Hub in Berlin am Alexanderplatz erworben. Die Transaktion markiert den ersten Schritt der neuen Wachstumsstrategie.

Stayery expandiert nach Österreich und realisiert gemeinsam mit der Real-Treuhand Immobilien ein neues Haus in Wien. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Anfang 2030 vorgesehen.

Wenn Prozesse digitalisiert und automatisiert werden, muss dies immer mit einem finanziellen ROI einhergehen, sagt Lukas Fritschi, CEO von b_smart hospitality in einer neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“. Wie das insbesondere auch Hotels in B-Lagen gelingen kann und welche Balance dabei wichtig ist, lesen Sie im Beitrag – oder hören Sie im Gespräch mit Host Oliver Meyer.

Die IHG-Marke Ruby hat mit dem Ruby Lilou ihr erstes Hotel in Frankreich eröffnet. Das Haus in Marseille verfügt über 237 Zimmer und wird gemeinsam mit dem neuen Ruby Yani Workspace betrieben.

Novum Hospitality weist für 2025 Gesamterlöse von 450,9 Millionen Euro aus, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich integrierte die Hotelgruppe 40 Bestandshotels in die IHG-Systeme und sicherte acht Neubauprojekte.

Likestay erweitert sein Portfolio um zwei gepachtete Hotels auf rund 250 Zimmer. In Bochum übernimmt die Marke den Betrieb des bisherigen Wald & Golfhotels Lottental aus der Insolvenz, in Regensburg das bisherige Atrium im Park Hotel.