Der Lindner-Hyatt-Deal: Stimmen aus der Hotellerie 

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In der letzten Woche wurde bekannt, dass sich die Lindner-Hotels dem Hyatt-Konzern anschließen (Tageskarte berichtete). Das Unternehmen und die Marke Lindner soll allerdings erhalten bleiben. Der Schritt der Düsseldorfer wurde in Social Netzwerken heiß diskutiert. Kaum ein Kommentator findet positive Worte. 

Hyatt beteiligt sich zwar nicht am Eigenkapital der Düsseldorfer, zahlt aber Geld in die Lindner Hotels AG ein, das für die Renovierung der 25 deutschen und weiterer zehn europäischer Häuser verwendet werden soll. 
Diese sollen dann auch unter der Marke „Joie de Vivre by Hyatt“ vermarktet werden, so das Blatt. Hyatt erhält dafür auch eine Franchisegebühr. Lindner wird ferner Mit-glied in dem Teil des Bonusprogramms „World of Hyatt“, an dem insgesamt 26 Ho-telmarken des Konzerns beteiligt sind. 
Der Schritt der Düsseldorfer wurde in Social Netzwerken heiß diskutiert. Kaum ein Kommentator findet positive Worte. 

Der Hotelier Marco Nussbaum kommentierte auf LinkedIn den Deal mit den Worten: „Umso weniger verstehe ich jetzt den Schritt der Lindner Hotels. Ich bekomme Geld von Hyatt für die Renovierung der Immobilien, das ich dann über Franchisegebühren zurückzahlen muss. Erhofft man sich am Ende, dass die Renovierung, gepaart mit der Markenverbundenheit und dem Anschluss an das Loyalty Programm zu höheren Raten- und Belegungszahlen führt? Persönlich bezweifle ich das sehr, aber man wird sehen.“

Zeev Rosenberg, Head of Business Development der Amano Group, schreibt: „Es ist schon Interessant, Otto Lindner verlässt den Vorstand und ein komplett neuer Vorstand fängt an, anstelle zu analysieren wie die Hotels laufen und was verändert werden soll, wurde sich schnell an Hyatt angeschlossen. […] Außer das viel Geld fließen wird und die Hotels renoviert werden sollten, ist jetzt der Unterschied, dass eine Fee an Hyatt gezahlt wird. Die Rechnung sollte sein, was sich mehr lohnt und wieviel mehr Belegung erreicht werden muss, um die Kosten und das Invest zu kompensieren. Hyatt ist nicht die Caritas, die wollen Geld sehen. Meiner Meinung nach, sieht es nach einer schnellen (Lindner) Lösung aus, Geld zu bekommen und wir sehen danach weiter...so wie bei Hertha und Lars Windhorst, viel reingesteckt und nichts draus geworden...“ 

Johannes Lohmeyer, Geschäftsführer der Macrander Hotels, schreibt: „Grundsätzlich eine gute Idee. Ich hätte mich dann aber für einen Partner entschieden, der breiter aufgestellt ist, wie Marriott, IHG oder Hilton.“

Auch die Fachjournalistin Anke Pedersen meldet sich zu Wort und schreibt; „Ist auf jeden Fall eine Hammer-News! Nachvollziehbar, dennoch eine ungute Entwicklung. Irgendwie hat sich die Zahl der Hotelbrands spätestens seit „Startriott“ verzigfacht. Ob auch der Gast das goutiert? Oder bleiben am Ende nur noch marktdiktierende Kolosse über - je Kontinent einer?“

Ex Hilton-Mann Olivier Harnisch hat allerdings eine andere Meinung und sagt: „Diese Meldung stößt ja auf reges Interesse. Ein neuer CEO schlägt eine neue Richtung ein, daran ist erst einmal nichts auszusetzen. Solche Entscheidungen sind per se immer mit Chancen und Risiken verbunden. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Entscheidung die Richtige für Lindner war oder nicht. Der Aufsichtsrat, der aus Familienmitgliedern besteht, trägt diese Richtung offensichtlich mit, insofern kann sie nicht so falsch sein. Es gibt im Übrigen auch positive Beispiele von kleineren Unternehmen, die bei internationalen Konzernen Unterschlupf gefunden haben. Dem CEO andere Motive zu unterstellen als das Wohl des Unternehmens, finde ich nicht in Ordnung. Ich schlage vor, wir wünschen Arno und seinem Team als gute Kollegen viel Erfolg mit dieser Partnerschaft und beobachten das Ganze mal wohlwollend.“
 
Dagegen schreibt die Hoteldirekrtorin Eva Herrmann: „Vom Unternehmer zum Franchisenehmer … nicht gerade ein Aufstieg, oder?“ Das kommentiert wiederum Marco Nussbaum und antwortet: „Das kann halt passieren, wenn auf einmal Konzernmanager in Familienunternehmen „wüten“. Es wird anderer Leute Geld ausgegeben und wenn es nicht funktioniert, lässt man das Unternehmen im Chaos zurück und geht auf zu einem neuen Job. Im Lebenslauf sieht so eine Strategie ja ganz toll aus.“    


 

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