Deutscher Hotelinvestmentmarkt wieder auf Rekordkurs

| Hotellerie Hotellerie

Nach einem vergleichsweise gemächlichen Start in das Jahr zeigte sich nach Angaben von Colliers International der deutsche Hotelinvestmentmarkt im zweiten Quartal stark und befindet sich wieder auf Rekordkurs. Mit einem Transaktionsvolumen von gut 1,9 Milliarden Euro konnte das Vorjahresergebnis um 13 Prozent überschritten werden und verfehlte nur knapp das Rekordergebnis aus 2016.

Andreas Erben, Geschäftsführer von Colliers International Hotel: „Nationale und internationale Investoren teilten sich das Transaktionsvolumen fast zu gleichen Teilen untereinander auf. Während Käufer aus dem Ausland für 49 Prozent des Transaktionsvolumens verantwortlich zeichneten, kamen inländische Investoren auf 51 Prozent, was einen Rückgang um 5 Prozentpunkte zum Vorjahresergebnis bedeutet. Internationale Investoren kamen allerdings nur auf die Hälfte der Deals und waren somit im Schnitt für die großvolumigeren Transaktionen verantwortlich.“ Auffällig war im ersten Halbjahr zudem das verstärkte Interesse von Anlegern aus dem Nahen Osten, zu dem auch die wachsenden geopolitischen Unsicherheiten beigetragen haben könnten. Auf Verkäuferseite änderte sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig. Nationale Verkäufer verloren lediglich einen Prozentpunkt und erreichten mit gut 1,1 Milliarden Euro 59 Prozent des Transaktionsvolumens.

Einzelverkäufe auch weiterhin marktprägend

Trotz der weiterhin bestehenden Nachfrage nach Portfolien, waren im ersten Halbjahr 2018 kaum Hotelimmobilien im Paket zu bekommen. Dies spiegelte sich deutlich in den sinkenden Transaktionsvolumina in diesem Bereich wider. Waren es im Vorjahr noch 21 Prozent des Transaktionsvolumens, die durch den Verkauf von Hotelportfolien generiert wurden, sank der Anteil in den ersten sechs Monaten 2018 auf nunmehr 9 Prozent. Durch Einzelverkäufe konnten gut 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Die größte Einzeltransaktion wurde durch den Verkauf des 5-Sterne-Hilton-Hotels in Berlin verzeichnet. Ein amerikanischer REIT veräußerte dieses für knapp 300 Millionen Euro.

4-Sterne-Hotels weiter hoch im Kurs

4-Sterne-Hotels hielten mit knapp 850 Millionen Euro (44 Prozent) auch weiterhin ihre Spitzenplatzierung. Allerdings reduzierte sich deren Anteil am Transaktionsvolumen zum Vergleichszeitraum 2017 um 11 Prozentpunkte. Einen großen Schritt nach vorne machten Hotels des Luxussegments. Kamen 5-SterneHotels im Vorjahr auf rund 10 Prozent am Transaktionsvolumen, steigerten sie ihren Anteil im ersten Halbjahr 2018 auf 22 Prozent oder rund 420 Millionen Euro. Knapp dahinter reihten sich mit gut 400 Millionen Euro 3-Sterne-Hotels ein. Boarding-Häuser mussten zwar mit 90 Millionen Euro einen Rückgang zum Vorjahr hinnehmen, konnten sich aber dennoch vor den Hotels im Budgetbereich platzieren. Der Tourismusmarkt in Deutschland wächst stetig weiter, was auch die Neubautätigkeit im Hotelsegment zeigt. Gut 24 Prozent des Transaktionsvolumens waren auf veräußerte Projektentwicklungen, in Bau befindliche Objekte und Neubauten zurückzuführen. Der größte Anteil am Transaktionsvolumen wurde wieder durch den Verkauf von Bestandsgebäuden (1,4 Milliarden Euro) generiert.

Höchste Investmenttätigkeit von Vermögensverwaltern

Wie auch schon zum Halbjahr 2017 investierten Vermögensverwalter den Löwenanteil in deutsche Hotelimmobilien. Mit gut 620 Millionen Euro und 33 Prozent am Transaktionsvolumen bauten sie ihren Anteil zum Vorjahr um 3 Prozentpunkte aus. Dahinter festigten auch offene Immobilienfonds und Immobilienspezialfonds ihren Platz in der Rangfolge. Diese erreichten knapp 320 Millionen Euro und trugen wie im Vorjahr 17 Prozent zum Transaktionsvolumen bei. Dahinter verdrängten Corporates und Eigennutzer mit 250 Millionen Euro, Privatinvestoren und Family Offices auf den vierten Platz. Auf Seiten der Verkäufer führen Projektentwickler und Bauträger, wie auch schon im Vorjahr, die Liste der aktivsten Marktteilnehmer an. Mit Verkäufen im Wert von knapp 420 Millionen erzielten diese 22 Prozent des Transaktionsvolumens. Dahinter reihten sich mit knapp 300 Millionen Euro REITs ein. Offene Immobilienfonds und Immobilienspezialfonds folgten mit einem Volumen von rund 220 Millionen Euro.

 

Ausblick: Angebotsknappheit verhindert steigendes Transaktionsvolumen

Für 2018 rechnet Colliers International mit einem Transaktionsvolumen auf dem Niveau des Vorjahres. „Der Angebotsmangel wirkt sich aktuell limitierend auf das Transaktionsvolumen aus. Die Nachfrage nach Hotelimmobilien ist unverändert stark, was sich in den sinkenden Renditen und steigenden Preisen in den TOP 7-Standorten widerspiegelt. Das nehmen die Investoren zum Anlass, um auch in BStandorten nach geeigneten Objekten Ausschau zu halten“, resümiert Erben.

Zurück

Vielleicht auch interessant

BWH Hotels Central Europe erweitert sein Portfolio in Wilhelmshaven. Das bisherige SleepBEEONE gehört künftig zur Sure Hotel Collection by Best Western und wird schrittweise modernisiert. Das Haus trägt zukünftig den Namen Wilhelmshaven Ahoi – Sure Hotel Collection by Best Western.

IHG Hotels und Resorts expandiert in Spanien durch den Bau von drei neuen Holiday Inn Express-Hotels. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit Tikehau Capital und umfasst insgesamt 653 Zimmer.

Die Meininger Hotels verzeichneten im Geschäftsjahr 2026 ein stabiles Umsatzwachstum von über 200 Millionen Euro. Mit geplanten Neueröffnungen und Investitionen in die digitale Infrastruktur strebt das Unternehmen bis 2030 den Ausbau auf 50 Standorte an.

Das Seehotel Niedernberg – Das Dorf am See hat sein Wellnessangebot erweitert und das neue Miranu Spa samt dem Spa Bistro Aikoi in Betrieb genommen. Für die Realisierung wurden acht Zimmer in sechs Behandlungsräume umgewandelt.

IHG Hotels und Resorts kehrt mit der Marke Crowne Plaza auf den österreichischen Markt zurück. Die Fertigstellung und Eröffnung des Hauses ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Der Vermögensverwalter PGIM erwartet für Europas Hotelmärkte trotz geopolitischer Risiken weiteres Umsatzwachstum. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem eine stabile Inlandsnachfrage, hohe Auslastungen und ein begrenztes Angebot neuer Hotels.

Die Wiedereröffnung des Kölner Dom-Hotels verschiebt sich erneut. Nach Angaben des Eigentümers soll das traditionsreiche Luxushotel erst 2027 den Betrieb aufnehmen, wie der WDR berichtet.

Das Schweizer Bundesgericht hat der Stadt Zürich grünes Licht für eine strengere Regulierung von Kurzzeitvermietungen gegeben. Wohnungen, die kommerziell genutzt werden, zählen künftig nicht mehr zum Wohnanteil.

Accor und die GCH Hotel Group setzen ihre Expansionsstrategie in Deutschland fort und erweitern ihr gemeinsames Portfolio um drei weitere Hotelstandorte. Die neuen Projekte der Marken Greet und Handwritten Collection umfassen insgesamt rund 200 Zimmer.

Das Dorint Hotel Bonn hat eine umfassende Modernisierung abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben wurden rund zehn Millionen Euro in Zimmer, Apartments, öffentliche Bereiche und den Konferenzbereich investiert.