Kurzzeitvermietungen - Nussbaum und Lindner diskutieren „knallhartes Geschäftsmodell“ & Wettbewerbsverzerrung

| Hotellerie Hotellerie

Der Hotelverband (IHA) betrachtet die wachsende Bedeutung von Short Term Rentals (Kurzzeitvermietungen) wie Airbnb nicht als Teil einer romantisierten „Sharing Economy“, sondern als knallhartes, skalierbares Geschäftsmodell. Diese Einschätzung lieferte Tobias Warnecke, Geschäftsführer der IHA, in der zweiten Folge des neuen Podcasts „Zukunft Hotel – Der Podcast des Hotelverbands Deutschland“. Gastgeber der zweiwöchentlich erscheinenden Audio-Produktion sind die IHA-Vorstandsmitglieder Marco Nussbaum und Otto Lindner. Der Podcast fokussiert sich auf rechtliche, digitale und gesellschaftliche Entwicklungen in der Hotellerie, insbesondere auf Themen wie Regulierung und Plattformökonomie.

Warnecke betonte, dass die Branche die Schaffung eines „Level Playing Field“ verlange – also gleicher Regeln für alle Anbieter. Dieses Ziel, faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Hotels und Kurzzeitvermietungen herzustellen, sei für viele Hotels eine Überlebensfrage.

Neue EU-Regulierungen schaffen Transparenz

Die Lobbyarbeit des IHA verzeichne Erfolge durch neue europäische und nationale Regulierungen, die auf mehr Transparenz abzielen. Dazu gehören die EU-Richtlinie DAC7 und das Kurzzeitvermietungs-Datenaustauschgesetz. Diese Gesetze sind relevant für die Bereiche Steuern, Wohnraumzweckentfremdung und die Erhebung der Bettensteuer.

Die Interessenvertretung des Hotelverbands, die unter anderem im Tourismusausschuss des Bundestages erfolgt, werde als „stille, faktenbasierte Interessenvertretung“ beschrieben. Warnecke hob hervor, dass Lobbyarbeit am Ende immer ein Marathon und kein Sprint sei. Der Verband bereitet komplexe Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen, beispielsweise über Formate wie IHA Inside, Roadshows und Spezialformate (zum Beispiel zu Cybersecurity), auf.

Generationenwechsel an der DEHOGA-Spitze

Ein weiteres Hauptthema der Podcast-Folge ist der Führungswechsel beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Die langjährige Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges wurde nach über drei Jahrzehnten im Amt verabschiedet. Ihre Verdienste reichen von der Mehrwertsteuersenkung auf Logis über die Krisenbewältigung in der Corona-Zeit bis zum Aufbau eines starken politischen Netzwerks in Berlin.

Mit Jana Schimke tritt eine Nachfolgerin an, deren Aufgabe es sein wird, den Verband als starke Branchenstimme in einem Umfeld wachsender regulatorischer und geopolitischer Unsicherheit zu führen.

Hier aktuelle Podcast-Folge von Marco Nussbaum und Otto Lindner direkt anhöhren:


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Hilton expandiert mit ihrer Marke Tapestry Collection nach Deutschland und plant für 2027 die Eröffnung eines Hauses mit 183 Zimmern in Köln. In Kooperation mit Foremost Hospitality wird hierfür das ehemalige Senats-Hotel in der Innenstadt umgebaut.

Mit dem Premier Inn Hannover City Centre eröffnet das zweite Hotel der Marke in Hannover. Bei dem Neubau in der niedersächsischen Landeshauptstadt handelt es sich um das 66. Hotel des Unternehmens in Deutschland.

Hilton integriert die Marke Yotel als ersten Partner in das neue Segment Select by Hilton. Die Kooperation ermöglicht Yotel den Zugriff auf das globale Vertriebsnetz und das Loyalitätsprogramm von Hilton, während die Marke eigenständig bleibt.

Accor weist Vorwürfe zu Menschenrechtsverstößen zurück und kündigt interne sowie externe Untersuchungen an. Der Konzern bestreitet zudem Verbindungen zu Jeffrey Epstein.

Mit der Eröffnung des Masana Algarve führt Hyatt ihre Marke Destination in Portugal ein. Das Resort in der Nähe von Albufeira bietet 33 Wohneinheiten und ist Teil einer Wachstumsstrategie des Konzerns auf der Iberischen Halbinsel.

Der Landkreis Harz hat das Brockenhotel und die Gastronomie an Timberjacks verpachtet. Der Betreiberwechsel ist für den 1. April 2026 vorgesehen. Timberjacks habe sich in einem europaweiten Teilnahmewettbewerb mit seinem Konzept „Brocken Mountain Lodge“ durchgesetzt.

Für die Grafenau Hotel Betriebs GmbH & Co. KG wurde eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Laut Impressum ist die Gesellschaft dem Sonnenhof in Grafenau zugeordnet. Laut Bericht soll eine Zusammenarbeit zwischen InterSPA und Michel-Hotels gestoppt worden sein.

Der Bodenmaiser Hof im Bayerischen Wald wird umfassend umgebaut und bleibt bis Juni 2026 geschlossen. Laut Hotelchefin Sandra Geiger-Pauli entspricht das Projekt in seinem Umfang einem Neubau.

Ein Bericht von Hospitality Investor zeigt: US-Investoren richten ihren Fokus 2026 verstärkt auf Europas Hotelmarkt. Nicht verkaufte Portfolios und Marktbedingungen spielen dabei eine Rolle.

1912 Hotels hat den Betrieb des Strandhotels Ahlbeck auf Usedom übernommen. Das Unternehmen plant eine strategische Neuausrichtung des Hauses mit 105 Zimmern inklusive eines neuen Gastronomiekonzepts.