DSGVO: Booking.com muss fast halbe Million Euro Strafe zahlen 

| Hotellerie Hotellerie

Die niederländische Datenschutzbehörde (AP) hat Booking.com zu einer Geldstrafe in Höhe von 475.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen einen Datenschutzverstoß 22 Tage später als in der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vorgeschrieben gemeldet hatte.

Im Dezember 2018 hatten Cyber-Kriminelle die persönlichen Daten von etwa 4.109 Kunden erlangt, indem sie Mitarbeiter in etwa 40 Hotels in den Vereinigten Arabischen Emiraten dazu brachten, ihre Anmeldedaten für das Booking.com-Konto herauszugeben.

Die Hacker nutzten anschließend die Plattform, um an die persönlichen Daten der Kunden zu gelangen. Darüber hinaus versuchten sie, die Kreditkartendaten weiterer zu ergaunern, indem sie sich als Booking.com-Mitarbeiter am Telefon oder per E-Mail ausgaben. 

Das in den Niederlanden ansässige Unternehmen erfuhr am 13. Januar 2019 von der Sicherheitsverletzung, informierte die Aufsichtsbehörde aber erst am 7. Februar 2019 - drei Tage nachdem es seine Kunden benachrichtigt hatte.

In einer übersetzten Erklärung sagte die niederländische AP-Vizepräsidentin Monique Verdier: "Dies ist ein schwerwiegender Verstoß. Eine Datenverletzung kann leider überall passieren, auch wenn gute Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden. Aber um Schaden für Kunden und die Wiederholung einer solchen Datenverletzung zu verhindern, muss dies rechtzeitig gemeldet werden."

"Booking.com-Kunden liefen Gefahr, ausgeraubt zu werden", so Verdier laut Eureporter. "Auch wenn die Kriminellen keine Kreditkarteninformationen gestohlen haben, sondern nur den Namen, die Kontaktdaten und Informationen über die Hotelbuchung eines Kunden. Die Betrüger nutzten diese Daten für Phishing."

In einer per E-Mail verschickten Erklärung erklärte Booking: "Das Bußgeld der niederländischen Datenschutzbehörde bezieht sich speziell auf die verspätete Benachrichtigung über diesen Vorfall und steht nicht in Verbindung mit den Sicherheitspraktiken von Booking.com oder dem allgemeinen Umgang mit dem Vorfall."

"Eine kleine Anzahl von Hotels hat versehentlich ihre Booking.com-Kontodaten an Online-Betrüger weitergegeben, aber es gab keine Kompromittierung des Codes oder der Datenbanken, die die Booking.com-Plattform betreiben", so ein Sprecher.

Das Unternehmen entschuldigte sich für die Verzögerung zwischen Erhalt der ersten Berichte über verdächtige Aktivitäten und der internen Weiterleitung der Angelegenheit. Man werde gegen die verhängte Geldstrafe keine Berufung einlegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Vom ehemaligen Bürogebäude in Berlin bis zum Neubau auf Sylt: Limehome setzt bei seiner Expansion auf unterschiedliche Immobilientypen. Bis 2030 will das Unternehmen 25.000 Einheiten unter Vertrag haben.

IHG Hotels & Resorts plant ein neues Vignette-Collection-Hotel im Zentrum von Madrid. Das San Bernardo soll im März 2028 mit 67 Zimmern eröffnen und das spanische Luxus-Portfolio des Konzerns auf 21 Häuser erweitern.

Die österreichische Hotelgruppe Cooee alpin erweitert ihr Portfolio von drei auf fünf Hotels. In Kaprun läuft der Umbau eines bestehenden Hauses, zugleich entsteht in Bad Goisern bis Dezember 2027 ein Neubau mit 78 Zimmern.

Das familiengeführte Flemings Mayfair Hotel in London feiert sein 175-jähriges Jubiläum. Das im Jahr 1851 von Robert Fleming errichtete Anwesen gehört zu den ältesten unabhängigen Hotels der britischen Metropole.

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group hat ihr neues Fünf-Sterne-Resort in Salò am Gardasee offiziell eröffnet. Das Investitionsvolumen für das Mixed-Use-Projekt beläuft sich auf rund 150 Millionen Euro.

Arabella Hospitality übernimmt den Betrieb des neuen Hotels Moxy Munich South im Münchner Stadtquartier The Source. Die Fertigstellung des 164 Zimmer umfassenden Hauses ist für das Jahr 2028 geplant.

Auf dem Ostkinberg in Scheidegg ist ein Wellness-Hotel mit rund 120 Zimmern und Suiten geplant. Laut Allgäuer Zeitung soll es Teil der Lerch Genusswelten werden; Geschäftsführer Thomas Lerch äußerte sich gegenüber der Zeitung zu dem Projekt.

​​​​​​​Alle acht Seminaris-Hotels durchlaufen einen Betreiberwechsel. Vier Häuser seien bereits zum 15. September 2026 an die Belvilla Deutschland GmbH übergegangen und werden bereits als Sunday-Hotels vermarktet. Die übrigen vier sollen zum 1. Oktober folgen. Das bestätigte Seminaris auf Anfrage von Tageskarte.io.

Der Hotelverband Deutschland sieht in den neuen Booking.com-Zusagen einen Fortschritt, will ihre Wirkung aber in der Praxis prüfen. IHA-Präsident Otto Lindner stellt insbesondere Fragen zum Genius-Programm.

Die EPH Group plant im Mittelburgenland ein Fünf-Sterne-Resort mit rund 300 Betten. Der Grundstückserwerb setzt insbesondere eine rechtskräftige Baubewilligung voraus.