Europäischer Hof Hamburg bleibt geschlossen – Politik erhöht den Druck

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Im November 2024 schloss der Europäische Hof Hamburg überraschend seine Türen. Die damalige Begründung: Eine bereits geplante Renovierung könne nach bautechnischen Überprüfungen nicht wie vorgesehen bei laufendem Betrieb erfolgen. Brandschutzsysteme und Gebäudestruktur sollten modernisiert werden. Einen Termin für die Wiedereröffnung gab es nicht. Fast zwei Jahre später ist das Hotel gegenüber dem Hamburger Hauptbahnhof weiterhin geschlossen.

Tageskarte hatte am 6. November 2024 über die Schließung berichtet. Geschäftsführerin und Miteigentümerin Isabell Schwarzkopf erklärte damals, die Verbesserung der Brandschutz- und Sicherheitsstandards sei ein zentraler Bestandteil der geplanten Arbeiten. Das Hotel kündigte zudem an, regelmäßig über den Fortschritt der Renovierung und die Wiedereröffnung zu informieren.

Die Schließung hatte auch Folgen für die Belegschaft. Tageskarte berichtete seinerzeit unter Berufung auf den NDR, dass für viele Mitarbeiter aus der 150-köpfigen Belegschaft die Schließung auch die Kündigung bedeutete. Damals liefen demnach Bemühungen, Beschäftigte anderweitig unterzubringen – auch in der Hoffnung, dass Mitarbeiter bei einer späteren Wiedereröffnung zurückkehren könnten.

Fast zwei Jahre später sind keine Sanierungsarbeiten zu erkennen

Nun rückt das geschlossene Traditionshotel erneut in den Fokus. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, werden in dem Gebäudekomplex aktuell keine Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Das Hotel ist seit November 2024 geschlossen.

Der Europäische Hof wurde vor mehr als 100 Jahren eröffnet und hat 275 Zimmer. Rund 50 Jahre wurde das Haus von Claus Berk betrieben. Seit dessen Tod im Jahr 2016 gehört das Hotel einer Erbengemeinschaft.

Hamburger SPD-Politiker bringt rechtliche Schritte gegen Stillstand ins Gespräch

Mit der Dauer der Schließung beschäftigt sich inzwischen auch die Hamburger Politik. Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete und tourismuspolitische Sprecher seiner Fraktion, Arne Platzbecker, erklärte gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Die Entwicklung rund um dieses traditionsreiche Haus schmerzt uns schon sehr. Wenn die Erbengemeinschaft nicht zeitnah zu Lösungen kommt, muss die Stadt rechtliche Schritte prüfen, unter anderem, ob ein Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot nach Baugesetzbuch in Betracht kommt. Dazu sind wir auch schon in Gesprächen mit dem Bezirksamtsleiter.“

Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer äußerte sich gegenüber der Zeitung nicht zu laufenden rechtlichen Prüfungen. Zum Stillstand am Europäischen Hof sagte er jedoch: „Das ist schon eine ziemlich exponierte Lage, in der wir uns diesen Stillstand nicht länger leisten wollen. Wir sind für die Erbengemeinschaft jederzeit erreichbar und gesprächsbereit.“

Konkreter Termin für die Wiedereröffnung bleibt weiterhin offen

Wann und wie es mit dem Europäischen Hof weitergeht, geht aus dem Bericht nicht hervor. Der Gesellschafterkreis besteht nach Angaben des Hamburger Abendblatts aus drei Familienstämmen. Schwarzkopf hatte der Zeitung bereits acht Monate zuvor zu den damals angesprochenen Themen erklärt: „Diese beraten zurzeit noch zu den von Ihnen angesprochenen Themen“. Auf eine erneute Anfrage des Hamburger Abendblatts habe sie nicht reagiert.

Damit steht weiterhin kein konkreter Termin für eine Wiedereröffnung fest. Neu ist vor allem der politische Vorstoß: Während die Schließung im November 2024 mit den geplanten Renovierungsarbeiten begründet wurde, bringt Platzbecker angesichts des anhaltenden Stillstands inzwischen mögliche rechtliche Schritte der Stadt ins Gespräch.

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