Grandhotel Bad Pyrmont: Sanierungsplan nach Wechsel in das Regelverfahren

| Hotellerie Hotellerie

Das traditionsreiche Grandhotel Bad Pyrmont strebt eine Sanierung über einen Insolvenzplan an. Wie die beauftragte Kanzlei Brinkmann & Partner mitteilt, erarbeitet das Unternehmen derzeit ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des Hauses. Nachdem die Geschäftsführung zunächst Anfang Februar beim Amtsgericht Hameln ein Verfahren in Eigenverwaltung beantragt hatte, ist die Gesellschaft nun in Abstimmung mit den Beteiligten in ein Regelverfahren übergegangen.

Das Gericht bestellte am 27. Februar Rechtsanwältin Karina Schwarz von der Kanzlei Schwarz Rühmland und Partner zur Insolvenzverwalterin. Zuvor war sie bereits als vorläufige Sachwalterin im Verfahren tätig. Die juristische Projektleitung für den Insolvenzplan liegt bei der Diplom-Wirtschaftsjuristin Zekira Fuest, während Nick Piepenburg von der Beratung Turnaround Management Partners die betriebswirtschaftlichen Belange begleitet.

Brandschutz und Denkmalschutz verursachen Mehrkosten

Der Grund für den Gang zum Insolvenzgericht liegt in massiven Kostensteigerungen bei der laufenden Modernisierung. Im Zuge der vor zwei Jahren begonnenen Arbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude stellte sich heraus, dass die Sanierung des Schall- und Brandschutzes erheblich umfangreicher ausfällt als zunächst kalkuliert. Die tatsächlichen Kosten entwickelten sich laut Unternehmensangaben dadurch deutlich stärker als in der ursprünglichen Planung vorgesehen.

Das im Jahr 1898 als Kurhotel eröffnete Haus verfügt über 150 Zimmer, zwei Restaurants, fünf Veranstaltungsräume sowie eine Bar und einen Bereich für Wellness & Spa. Trotz der finanziellen Hürden bleibt das Ziel unverändert, das Hotel nach Abschluss der Renovierung so schnell wie möglich wiederzueröffnen.

Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen

In der frühen Phase des Verfahrens wurde die Sicherung der Gehälter für die 62 Mitarbeiter über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes eingeleitet. Die Hotelleitung betont zudem die Bedeutung der Kooperation mit dem Eigentümer der Immobilie. Geschäftsführer Oliver Massabni erklärte dazu: „Wir stehen in engem Austausch mit dem Land Niedersachsen als Eigentümer der historischen Hotelimmobilie. Wir erleben einen starken Rückhalt durch das Staatsbad Pyrmont und wollen die sehr gute Zusammenarbeit weiter pflegen.“

Die Beteiligten streben durch das nun laufende Verfahren die Umsetzung einer stabilen Zukunftslösung an, die sowohl den Interessen der Gläubiger als auch dem Erhalt des historischen Erbes des Standorts gerecht wird.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Microsoft berichtet über erneute Cyberangriffe über Hotelnetzwerke. Die Angreifer nutzten vermeintliche Aktualisierungen und Anmeldeaufforderungen, um Schadsoftware zu verbreiten und Zugang zu Konten zu erlangen.

Travel + Leisure Co. und Wyndham erweitern ihre Zusammenarbeit, um klassische Hotels unter der Marke Sports Illustrated Resorts zu entwickeln. Für Chicago, Baton Rouge und Tuscaloosa nennt eine Mitteilung geplante Projektabschlüsse beziehungsweise Eröffnungen für 2027 und 2028.

Die Gelder der Betreiber-GmbH des ehemaligen Hilton-Hotels in Frankfurt-Gravenbruch bleiben eingefroren. Das Verwaltungsgericht Köln hat entschieden, dass auch die Bestellung eines starken vorläufigen Insolvenzverwalters daran nichts ändere.

Motel One und B&B Hotels erhalten im Treugast Rating 2026 erneut die Bestnote AAA. Odyssey Hotel Group steigt mit BBB ein, während Premier Inn und travdo ausgezeichnet werden.

Die Investmentgesellschaft Ardian und die Wohnplattform Rockfield haben eine Mehrheitsbeteiligung an dem Hybridhotel The Social Hub in Berlin am Alexanderplatz erworben. Die Transaktion markiert den ersten Schritt der neuen Wachstumsstrategie.

Stayery expandiert nach Österreich und realisiert gemeinsam mit der Real-Treuhand Immobilien ein neues Haus in Wien. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Anfang 2030 vorgesehen.

Wenn Prozesse digitalisiert und automatisiert werden, muss dies immer mit einem finanziellen ROI einhergehen, sagt Lukas Fritschi, CEO von b_smart hospitality in einer neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“. Wie das insbesondere auch Hotels in B-Lagen gelingen kann und welche Balance dabei wichtig ist, lesen Sie im Beitrag – oder hören Sie im Gespräch mit Host Oliver Meyer.

Die IHG-Marke Ruby hat mit dem Ruby Lilou ihr erstes Hotel in Frankreich eröffnet. Das Haus in Marseille verfügt über 237 Zimmer und wird gemeinsam mit dem neuen Ruby Yani Workspace betrieben.

Novum Hospitality weist für 2025 Gesamterlöse von 450,9 Millionen Euro aus, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich integrierte die Hotelgruppe 40 Bestandshotels in die IHG-Systeme und sicherte acht Neubauprojekte.

Likestay erweitert sein Portfolio um zwei gepachtete Hotels auf rund 250 Zimmer. In Bochum übernimmt die Marke den Betrieb des bisherigen Wald & Golfhotels Lottental aus der Insolvenz, in Regensburg das bisherige Atrium im Park Hotel.