Hamburg schließt finanzielles Engagement beim Weiterbau des Elbtowers aus

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Seit Oktober vergangenen Jahres geht auf der Elbtower-Baustelle nichts mehr, weil die Signa Gruppe insolvent ist. Der Bürgermeister zeigt sich zuversichtlich - und lehnt einen Vorschlag klar ab. In dem Gebäude soll auch Hotellerie und Gastronomie untergebracht werden.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat ein finanzielles Engagement der Stadt beim Weiterbau des Elbtowers klar ausgeschlossen. Er wandte sich damit gegen entsprechende Forderungen des Milliardärs Klaus-Michael Kühne. 

«Herr Benko, die Signa-Gruppe und ihre Investoren haben in Österreich und Deutschland großen Schaden für das Gemeinwesen angerichtet. Daraus ergibt sich keine moralische Position, um irgendetwas von den betroffenen Städten oder unbeteiligten Dritten zu fordern», sagte Tschentscher der Deutschen Presse-Agentur. 

In dem Haus soll auch ein Nobu-Hotel entstehen. Nobu Hospitality, die von Nobu Matsuhisa, Robert De Niro und Meir Teper gegründete Marke, will ihr deutschlandweit erstes Hotel und Restaurant im Elbtower in Hamburg eröffnen.

Das Nobu Hotel Elbtower Hamburg soll 191 Zimmer und Suiten, ein Nobu-Restaurant mit 200 Sitzplätzen, eine Terrassenbar und Lounge mit Blick auf die Elbe bieten. Neben dem Restaurant wird das Hotel auch über Veranstaltungsräume für Firmen- und gesellschaftliche Anlässe verfügen. Mitglieder des Nobu Private Members Clubs sollen zudem von einer privaten Lounge, Zugang zum hoteleigenen Fitness- und Wellnessbereich sowie exklusiven Events profitieren. Der 245 Meter und 64 Stockwerke hohe Elbtower wurde vom Architekturbüro David Chipperfield Architects entworfen.

Klare Absage an Kühne

Kühne hatte kürzlich im «Spiegel» gefordert, Hamburg solle «möglichst aus dem Mund des Ersten Bürgermeisters» klar erklären, dass die Stadt bereit sei, zusammen mit der Privatwirtschaft das Elbtower-Projekt «zu einem guten Ende zu führen». Die Hansestadt solle sich verpflichten, die Hälfte der Mietflächen des Elbtowers für städtische Behörden zu verwenden und diese unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes anmieten, «zu Mietkonditionen, die die Wirtschaftlichkeit des Objektes sicherstellen».

Der Bürgermeister betonte, die Stadt Hamburg stehe zu ihren Verträgen und Zusagen. Die Stadt habe das Grundstück für 122 Millionen Euro verkauft und den Bau des Elbtowers genehmigt. Dabei sei immer klar gewesen, dass das Projektrisiko beim privaten Investor liege. «Der Senat beabsichtigt definitiv nicht, die Federführung oder Regie für den Weiterbau zu übernehmen oder sich mit eigenem Kapital an der Fertigstellung zu beteiligen.»

Elbtower soll Deutschlands dritthöchstes Gebäude werden

Nach den bisherigen Plänen soll der Elbtower in der Hamburger Hafencity mit 64 Stockwerken und einer Höhe von 245 Metern das dritthöchste Gebäude Deutschlands werden. Bislang sollten in dem Hochhaus unter anderem Büros, Geschäfte, Galerien, Cafés, Restaurants, ein Fitnessstudio und eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform in der 55. Etage untergebracht werden. Auch ein Hotel war geplant. 

Das Hochhaus sollte 2025 fertiggestellt werden und rund 950 Millionen Euro kosten. Ende Oktober 2023 stellte das beauftragte Bauunternehmen jedoch bei 100 Metern Höhe die Arbeiten ein. Die Signa Gruppe des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko hatte Rechnungen nicht bezahlt. Die Elbtower Immobilien GmbH & Co. KG meldete im Januar Insolvenz an. Sie ist eine mittelbare Tochter der insolventen Signa Prime Selection AG.

Tschentscher rechnet mit Lösung im zweiten Halbjahr

Tschentscher sagte, der Insolvenzverwalter arbeite an einer privatwirtschaftlichen Lösung. «Ich begrüße das Engagement der privaten Bieter und gehe davon aus, dass im zweiten Halbjahr eine Lösung für die Fertigstellung des Elbtowers gefunden wird.» Die Planungen seien darauf ausgelegt, dass der Tower zu Ende gebaut werde. Bauliche Änderungen seien in Absprache mit der Stadt und dem Architekten möglich, für eine grundlegend andere Bebauung des Grundstücks müsste aber ein komplett neues Verfahren gestartet werden. 

Kühne lebt in der Schweiz und mischt in Hamburg mit

Der gebürtige Hanseat Kühne, dessen Vater das Logistikunternehmen Kühne + Nagel aus Protest gegen die sozialliberale Bundesregierung sowie aus steuerlichen Gründen schon 1969 in die Schweiz verlegt hat, lebt seit Jahrzehnten in Schindellegi im Kanton Schwyz, ist aber viel in Hamburg aktiv. So mischt er seit Jahren beim Fußball-Zweitligisten HSV mit, ist Eigentümer des Luxushotels Fontenay  und an der Reederei Hapag-Lloyd beteiligt. (mit dpa)


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