Hamburger Hotelmarkt mit zwölftem Übernachtungsrekord in Folge

| Hotellerie Hotellerie

Der Hamburger Hotelmarkt realisierte mit 14,5 Millionen Übernachtungen im gesamten Hamburger Beherbergungsgewerbe (inklusive Hotels, Hotels garnis, Pensionen, Gasthöfe, Jugendherbergen und Campingplätze) auch im vergangenen Jahr einen neuen Übernachtungsrekord. Mit einem Zuwachs um 5,1 Prozent lag der Anstieg an Übernachtungen zwar unter dem durchschnittlichen Jahresmittel der letzten 12 Jahre (6,4 Prozent), konnte aber nach einem schwächeren Plus im Jahr 2017 (3,7 Prozent) wieder anziehen. Das erste Quartal 2019 ist mit einem Übernachtungsplus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas verhalten gestartet. Dr. Lübke & Kelber erwartet für das Gesamtjahr einen erneuten Anstieg der Übernachtungen um bis zu 5 Prozent.

Stagnierendes Übernachtungsaufkommen durch internationale Gäste

Mit 3,6 Millionen Übernachtungen in 2018 erhöhte sich der Anteil internationaler Gäste am Gesamtaufkommen zwar um 4,9 Prozent, fiel aber etwas schwächer aus als der Anstieg deutscher Reisender (5,3 Prozent). Damit wird seit 2014 relativ konstant nur jede vierte Übernachtung von Ausländern getätigt. Über 75 Prozent der ausländischen Besucher kommen aus dem europäischen Ausland. Die Top-Herkunftsländer bleiben Dänemark, die Schweiz, Österreich und Großbritannien.

„Im Vergleich zu Berlin und München lag der Anteil internationaler Gäste an den Übernachtungen in Hamburg um 21 bzw. 24 Prozentpunkte niedriger, ein signifikanter Unterschied, auch bedingt durch weniger Messegäste sowie Reisende aus Übersee,“ meint Daniela M. Bense, Project Manager Hotel bei Dr. Lübke & Kelber GmbH. Doch die Übernachtungsnachfrage wird auch in 2019 weiter steigen und die 15-Millionen-Marke als neuer Meilenstein erreicht“, so Bense weiter.

Hamburg nur noch mit dritthöchster Bettenauslastung

Im vergangenen Jahr hat sich die Anzahl der zur Verfügung stehenden Betten in Hamburg zur Jahresmitte um 8,4 Prozent auf insgesamt 66.257 Betten in 403 Betrieben erhöht. Der starke Zuwachs führte zu einem Rückgang der durchschnittlichen Bettenauslastung auf 59,4 Prozent (2017: 60,4 Prozent). In Folge verlor Hamburg seine Führungsposition unter den Top 10-Standorten und belegte nur noch Platz drei hinter Berlin und München. „Damit ist die seit 2012 vorherrschende höhere Dynamik bei der Übernachtungsnachfrage ausgebremst. 68.720 Betten Ende 2018 sowie der Kapazitätsausbau in diesem Jahr werden die Bettenauslastung erneut auf unter 60 Prozent drücken“, sagt Bense.

RevPAR gesunken

Die Hamburger Kettenhotellerie erlöste im Vorjahr durchschnittlich 78,70 Euro pro Zimmer (RevPAR) und musste damit einen Rückgang um 4,10 Euro verzeichnen. Im Top-10-Ranking stellt dieses Ergebnis den fünfthöchsten Verlust dar. Trotzdem belegt Hamburg beim RevPAR nach München weiterhin Platz zwei. „Der Rückgang lässt sich durch die leicht verringerte durchschnittliche Auslastung und im Schnitt rückläufige Zimmerraten erklären. Im vergangenen Jahr konnten nur im ersten Quartal sowie im September und August Zuwächse bei den durchschnittlichen Zimmererlösen verbucht werden“, so Bense. Die höchsten Erlöse wurden im September erreicht (109,40 Euro), der Januar war mit 52,40 Euro der schwächste Monat.

5.000 neue Betten noch in diesem Jahr

Im Jahr 2018 wurden zehn Hotels mit 1.654 Zimmern in Hamburg neu eröffnet. In diesem Jahr haben von den angekündigten 12 Hotelprojekten, darunter zwei Kapazitätserweiterungen im Le Méridien sowie im East Hotel, bereits die Hälfte ihren Betrieb aufgenommen. Der Hamburger Hotelmarkt wird bis Ende 2019 rund 5.000 Betten mehr aufweisen. Die Pipeline ist darüber hinaus auch für die folgenden Jahre gut gefüllt. Bis 2022 sollen noch einmal mehr als 5.270 Zimmer in über 20 neuen Hotels entstehen. Über die Hälfe der geplanten Zimmer werden dabei im 3-Sterne-Segment angesiedelt sein, etwa ein Viertel im 4-Sterne-Segment. Darüber hinaus werden drei Projekte im Luxussegment bis 2021 an den Start gehen.  In den kommenden zwei Jahren sollen dann das Fleming’s Selection Hotel an der Holzbrücke 8 mit 102 Zimmern sowie das Quest Boutique-Hotel an der Großen Theaterstraße mit 100 Zimmern neu eröffnet werden.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Ensana Fürstenhof in Bad Griesbach hat nach einer umfassenden Modernisierung wiedereröffnet. Das Hotel umfasst 148 Zimmer und eine 4.500 Quadratmeter große Spa-Landschaft. Ein medizinischer Bereich ist für Anfang 2027 geplant.

Das von Fairmont Hotels & Resorts geführte Plaza Hotel in New York soll ab Januar 2027 mindestens vier Jahre geschlossen bleiben. Geplant sind Reparatur- und Restaurierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Fassade. Das Plaza diente als Schauplatz mehrerer Filme.

Die Comer Group will das ehemalige Hilton-Hotel in Gravenbruch kaufen. Nach einem Bericht der Hessenschau ist der Vertrag unterschrieben, die behördliche Genehmigung steht jedoch aus. Der sanktionierte Geschäftsmann Ali Ansari darf von dem Verkauf nicht profitieren.

Kapital und Gästenachfrage sind vorhanden, doch Hoteltransaktionen müssen höhere Anforderungen erfüllen. Die vierte Ausgabe des „Expert Papers“ „Booking the Future“ von mrp hotels beleuchtet, worauf Investoren, Banken und Betreiber bei Finanzierung, Konzept und Wachstum achten.

Stayery expandiert nach München und übernimmt ein Apartmenthaus am Oberwiesenfeld mit 105 Einheiten. Die Eröffnung des konvertierten Bestandsgebäudes am Olympiapark ist für Anfang 2027 geplant.

Seetelhotels meldet einen Ransomware-Angriff auf interne IT-Systeme. Ein möglicher Datenabfluss wird untersucht; bei Buchungen und Anfragen kann es zu Verzögerungen kommen.

Die Radisson Hotel Group hat in Breslau ihr 20. Prize-by-Radisson-Hotel eröffnet. Das Haus im Sky Tower verfügt über 208 Zimmer und ist der zweite Standort der Marke in Polen.

Accor tritt mit dem geplanten ibis Styles Helsinki Helka erstmals in den finnischen Hotelmarkt ein. Das Haus mit 157 Zimmern soll Ende 2027 aus dem traditionsreichen Hotel Helka hervorgehen.

Das bisherige Mercure Tagungs- und Landhotel Krefeld soll ab Januar 2027 als eigenständiges Haus unter dem Dach einer neu gegründeten GmbH fortgeführt werden. Das bestehende Team soll bleiben; neue Tagungskonzepte sind in Arbeit.

Der Ulmer Gemeinderat hat nach einem Bericht der Südwest Presse mit knapper Mehrheit eine Bettensteuer beschlossen. Ab 2030 sollen Übernachtungsgäste drei Euro pro Nacht zahlen.