Hotel-KI-Sichtbarkeit: Studie belegt Handlungsbedarf bei der digitalen Vermarktung

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Die Bedeutung der herkömmlichen Suchmaschinenoptimierung wandelt sich innerhalb der Hotelbranche. Laut einer aktuellen Studie der Professoren Roland Schegg und Jean-Claude Morand vom Institut für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO Valais-Wallis) wird die klassische Suche zunehmend durch die Generative Engine Optimisation ergänzt. Grund hierfür ist, dass Reisende ihre Unterkünfte vermehrt über digitale Assistenten wie ChatGPT, Google Gemini oder spezialisierte Chatbots suchen. Die Untersuchung zeigt auf, dass Nutzer bei diesen Systemen keine langen Ergebnislisten mehr erhalten, sondern oft nur noch drei bis fünf konkrete Hotelempfehlungen als Antwort auf natürlich formulierte Anfragen.

Technischer Wandel der Sichtbarkeit im Tourismussektor

Wie aus der im Februar zweitausendsechsundzwanzig veröffentlichten Studie hervorgeht, verschiebt sich die Grundlage der digitalen Sichtbarkeit. Während die herkömmliche Optimierung auf Schlüsselwörtern und Verlinkungen basierte, benötigen generative Systeme strukturierte Informationen, um die Merkmale eines Beherbergungsbetriebs korrekt einordnen zu können. Für die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus, insbesondere in Regionen wie dem Wallis, ist es laut den Autoren entscheidend, dass Hotels als verifizierbare Datenquellen fungieren. Informationen müssen über alle Kanäle – von der eigenen Webseite bis zum Google Business Profile – konsistent und maschinenlesbar vorliegen.

Datenstrukturierung nach globalen Standards

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft die Nutzung technischer Standards. Um von einer Künstlichen Intelligenz korrekt erfasst zu werden, empfiehlt die Studie die Implementierung des Vokabulars von Schema.org im JSON-LD-Format. Dieser Standard dient als digitaler Ausweis für Hotels und ermöglicht es Systemen, spezifische Fakten wie Zimmerkategorien, Öffnungszeiten oder Ausstattungsmerkmale ohne Interpretationsspielraum zu verarbeiten. Die statistische Relevanz dieses Verfahrens ist beachtlich: Laut Angaben im White Paper nutzten im Jahr zweitausendvierundzwanzig bereits über fünf-und-vierzig Millionen Internetseiten weltweit diese Form der Datenmarkierung, wobei insgesamt mehr als vier-hundert-fünfzig Milliarden einzelne Elemente markiert wurden.

Vermeidung von Fehlinterpretationen durch die KI

Ein wesentlicher Aspekt der Studie ist die Prävention fehlerhafter Informationen bei Sprachmodellen. Ohne eindeutig strukturierte Daten neigen diese Systeme dazu, Informationen auf Basis statistischer Wahrscheinlichkeiten zu generieren. Dies kann dazu führen, dass einem Hotel fälschlicherweise Leistungen zugeschrieben werden, die es gar nicht anbietet. Durch die Bereitstellung expliziter Fakten im Quelltext der Webseite stellen Hotels sicher, dass die Systeme auf geprüfte Informationen zugreifen. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, auf der Auswahl der digitalen Assistenten zu erscheinen.

Regionale Relevanz und strategische Empfehlungen

Besonders für kleine und mittlere Betriebe, die das Rückgrat vieler europäischer Tourismusdestinationen bilden, bietet die semantische Optimierung die Möglichkeit, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten. Die Studie unterstreicht, dass eine saubere Datenstrukturierung die Abhängigkeit von einzelnen Großplattformen reduzieren kann. In einer Umgebung, in der Buchungsentscheidungen zunehmend automatisiert vorbereitet werden, wird die technische Aufbereitung der Hoteldaten zu einer betriebswirtschaftlichen Grundvoraussetzung. Die Autoren raten dazu, die Datenqualität als festen Bestandteil des Managements zu betrachten und die technische Infrastruktur auf die Anforderungen autonomer Buchungsagenten vorzubereiten.


 

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