Hotel-Strategie feiert Comeback bei Airbnb

| Hotellerie Hotellerie

Airbnb erlebt derzeit eine Verlangsamung des eigenen Kerngeschäfts. Um das Wachstum wieder anzukurbeln, setzt das Unternehmen verstärkt auf internationale Expansion, eine Neuausrichtung des"Experiences"-Angebots und die Wiederbelebung der Hotelstrategie, die nun über die Tochtergesellschaft HotelTonight vorangetrieben wird.

Wie CEO Brian Chesky optimistisch betont, sieht Airbnb in verschiedenen neuen Ansätzen viel Potenzial. Dazu gehören eine globale Preistransparenz, die Integration von Hotels und eine stärkere Fokussierung auf bisher wenig erschlossene Märkte. Während die Performance in den USA aktuell etwas schwächelt, setzt Airbnb auf das globale Wachstum und innovative Plattformverbesserungen, um wieder zweistellige Wachstumsraten zu erreichen.

Wachstumsverlangsamung im Kerngeschäft

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Kerngeschäft mit Kurzzeitvermietungen wuchs im Jahr 2024 um weniger als 10 Prozent. Im ersten Quartal 2025 betrug das Wachstum der gebuchten Nächte und Erlebnisse lediglich 8 Prozent – ein Rückgang gegenüber den 9,5 Prozent im Vorjahresquartal.

Ein Lichtblick sind jedoch die wohlhabenderen Reisenden. Laut dem Finanzchef von Airbnb buchen diese weiterhin ohne Zögern, insbesondere teurere Aufenthalte bleiben stabil und erfreuen sich einer gesunden Nachfrage. In den USA beobachten Experten hingegen, dass viele Konsumenten mit der Buchung ihrer Sommerreisen noch warten, insbesondere bei längerfristigen Planungen. Kurzfristige Buchungen hingegen bleiben weiterhin stark.

Comeback der Hotel-Strategie

Ein spannender Punkt ist die Rückkehr der Hotel-Strategie. Airbnb will über seine Tochtergesellschaft HotelTonight verstärkt qualitativ hochwertige Hotels auf die Plattform bringen und mit attraktiven Anreizen wie Buchungsguthaben locken. Dieser Schritt deutet darauf hin, dass Airbnb das enorme Potenzial des traditionellen Hotelmarktes erkannt hat und nun aktiv um Marktanteile kämpfen will.

Die Zahlen verdeutlichen das vorhandene Wachstumspotenzial: Bisher bucht nur etwa jeder neunte Reisende Unterkünfte über Airbnb anstatt in Hotels. Trotz 1,5 Milliarden Gerätebesuchen kommt es bei vielen Nutzern nicht zu einer Buchung. Hier sieht Airbnb erheblichen Spielraum für Verbesserungen der Konversionsrate.

Plattformverbesserungen in Arbeit

Um die Kundenzufriedenheit und die Glaubwürdigkeit der Plattform zu erhöhen, arbeitet Airbnb an verschiedenen Verbesserungen. Dazu gehören die Einführung des "Guest Favorites"-Labels für besonders gut bewertete Unterkünfte, eine globale Preistransparenz und die Entfernung von rund 450.000 minderwertigen Inseraten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Google baut seine Hotelsuche in Europa um – und ausgerechnet Booking.com, Expedia und andere Vermittler könnten dadurch prominenter werden. Google warnt vor Nachteilen für lokale Unternehmen, während frühere Tests bereits deutliche Traffic-Verluste bei Hotels gezeigt hatten.

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.

Der Hotelverband Deutschland veröffentlicht die zweite Staffel seines Podcasts Zukunft Hotel mit zehn neuen Episoden und beleuchtet zum Auftakt aktuelle Fragen zu Betreiberverträgen und Hotelimmobilien.

Die Motel One Group hat ein neues Hotel mit 177 Zimmern in der Koblenzer Innenstadt eröffnet. Das Innenraumkonzept des Hauses greift den Zusammenfluss von Rhein und Mosel auf.

Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal in München-Milbertshofen soll ein neues Quartier entstehen. Teil der Planung ist ein 88 Meter hohes Hochhaus mit Hotel und Skybar.

Iremis kauft das Novotel Freiburg am Konzerthaus für rund 28 Millionen Euro von Deka Immobilien. Nach einer Sanierung soll das Hotel mit 219 Zimmern im Herbst 2027 unter der Marke Scandic wiedereröffnet werden.

Europas Hotelinvestoren konzentrieren sich auf gehobene und luxuriöse Hotels. Im ersten Halbjahr 2026 floss die Hälfte des Investitionsvolumens in „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels, während die Zahl der Transaktionen über 100 Millionen Euro um 30 Prozent stieg.

Die Centralis Immobilien Gruppe hat in einer Doppeltransaktion zwei ehemalige Hotels am Kölner Hauptbahnhof erworben. Die Gebäude sollen nun saniert und zu Serviced Apartments mit insgesamt 233 Einheiten umgebaut werden.

1912 Hotels hat die Übernahme und den Betrieb im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrags der Marbella Old Town Hotel Collection im spanischen Marbella bekanntgegeben. Mit den neuen Häusern startet auch die neue Marke 1912 Collection.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Booking.com wegen des Empfehlungssystems bei der Unterkunftssuche auf einer Karte verklagt. Der vzbv beanstandet die Angaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu den Kriterien, nach denen Inhalte abhängig vom Hinein- oder Herauszoomen vorgeschlagen werden.