Hoteliers aus Frankreich und Spanien strengen Sammelklagen gegen Booking.com an

| Hotellerie Hotellerie

In Frankreich und Spanien haben sich zahlreiche Hotels zu einer rechtlichen Offensive gegen Booking.com zusammengeschlossen. Der Vorwurf: Die Plattform habe durch sogenannte Bestpreisklauseln die unternehmerische Freiheit der Hotels eingeschränkt und zugleich über Jahre hinweg überhöhte Provisionen verlangt. Diese Klauseln verpflichteten die Hoteliers, auf keiner anderen Plattform günstigere Preise anzubieten als auf Booking.com. Die Klagen stützen sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das solche Klauseln als unzulässig einstuft.

In Spanien organisiert die Hotelvereinigung AEDH gemeinsam mit der Kanzlei Eskariam die erste Klagewelle, an der sich bereits über 400 Hotels beteiligen. In Frankreich übernimmt die Kanzlei Geradin Partners die Führung. Beide Kanzleien haben sich mit weiteren Partnern aus Italien und Portugal zusammengeschlossen, um Wissen, Gutachten und Ressourcen auf europäischer Ebene zu bündeln. Ziel der Allianz ist es, den rechtlichen Druck auf Booking.com länderübergreifend zu erhöhen und die Erfolgsaussichten für die Kläger zu verbessern.

Neben den nationalen Klagen laufen auch europäische Initiativen. Der Dachverband Hotrec bereitet eine länderübergreifende Sammelklage vor niederländischen Gerichten vor. Auch in Deutschland unterstützt der Hotelverband IHA eine Klage von rund 2.000 Hotels vor dem Landgericht Berlin. In Spanien steht Booking.com zudem wegen einer Strafe von 413 Millionen Euro durch die Wettbewerbsbehörde CNMC unter Druck, die wegen Marktmissbrauch verhängt wurde – das Verfahren ist derzeit aufgrund eines Einspruchs von Booking ausgesetzt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang. Trotz steigender Betreiberinsolvenzen und hoher Betriebskosten bleibt das Interesse institutioneller Investoren aufgrund geringer Neubauaktivitäten laut Savills aber stabil.

Das Frankfurter Hotel The Florentin stellt seinen neuen, 1.000 Quadratmeter großen Wellnessbereich vor. Das Angebot umfasst neben einem Innenpool und Fitnessbereichen auch spezielle Mitgliedschaften für die Gäste.

BWH Hotels Central Europe hat im Jahr 2025 insgesamt 18 neue Hotels in ihre Gruppe aufgenommen und damit das Ergebnis des Vorjahres um 38 Prozent gesteigert. Für das laufende Jahr strebt BWH ein Wachstum in einer vergleichbaren Größenordnung an.

Das Sporthotel Zoll in Sterzing eröffnet nach Umbau im Juni 2026 neu. Laut Unternehmensangaben liegt der Fokus künftig auf strukturierten Sport- und Trainingsprogrammen. Das Haus hat ein Performance- und Recovery-Center mit 700 Quadratmetern Fläche eingerichtet.

Die TUI Group eröffnet im Mai 2026 mit dem TUI Blue Paro Taktsang ihr erstes Hotel in Bhutan. Das Projekt ist Teil einer Expansionsstrategie, die mehr als 30 neue Hotelvorhaben in Asien umfasst.

Das europäische Hoteltransaktionsvolumen verzeichnet für 2025 ein moderates Wachstum auf 23,6 Milliarden Euro. Während der deutsche Markt mit steigenden Kosten und Pächterinsolvenzen kämpft, gewinnen partnerschaftliche Investmentmodelle und das Luxussegment international an Bedeutung.

Petra Hedorfer hat im Podcast „Zukunft Hotel“ die Aufgaben der Deutschen Zentrale für Tourismus und die Bedeutung internationaler Gäste für Deutschland erläutert. Dabei nannte sie Kennzahlen zu Übernachtungen, Herkunftsmärkten und aktuellen Entwicklungen im Inbound-Tourismus.

Das ehemalige Mercure Hotel am Bielefelder Johannisberg firmiert seit März 2026 als Sunday Hotel unter der Leitung der Prism Group. Während das Personal übernommen wird, plant der Eigentümer Aroundtown Investitionen in die Modernisierung des Hauses.

Der niederländische Hotelbetreiber Fletcher Hotels hat zum 1. April 2026 das Parkhotel Olsberg-Winterberg in Deutschland übernommen. Das teilte das Unternehmen mit. Mit der Übernahme stieg die Zahl der Häuser in Deutschland auf 25 Hotels.

Das Leonardo Köln hat seine dreimonatige Modernisierung abgeschlossen und bietet nun 165 renovierte Zimmer sowie erweiterte Tagungskapazitäten an. Die Investition am Standort Köln umfasst zudem die Neugestaltung der Gastronomie- und Fitnessbereiche.