Hotelkosten nach großem Stromausfall fast komplett erstattet

| Hotellerie Hotellerie

Ein halbes Jahr nach dem tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten ist die Erstattung von Hotelkosten für Betroffene weitgehend abgeschlossen. Die Kosten sind in 2.685 Fällen bereits ausgezahlt worden, wie der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Tim Richter (CDU), auf dpa-Anfrage mitteilte. Von allen Anträgen wurden 127 abgelehnt, 54 zurückgezogen und 18 (Stand 25. Juni) noch nicht abschließend bearbeitet. Die Höhe der Erstattungskosten wird derzeit noch ausgewertet. 

Die ersten Auszahlungen gab es bereits Anfang März. Drei Monate nach Beginn des Stromausfalls am 3. Januar hatte das Bezirksamt über mehr als 700 Anträge positiv entschieden und die Kosten zum Teil schon erstattet. Seit Ende Mai ist die Bearbeitung im Großen durch. 

Um das alles zu stemmen, hatte das Bezirksamt eine entsprechende Arbeitsgruppe eingesetzt und eine Reihe von Mitarbeitern für diese Aufgabe abgestellt. Hilfe gab es auch von den Landesbehörden, wie Richter betonte. 

Den Angaben zufolge lag die durchschnittliche Netto-Arbeitszeit pro Antrag bei knapp 70 Minuten. Für die Bearbeitung von 3.000 Anträgen sind entsprechend 210.000 Minuten Bearbeitungszeit nötig oder 3.500 Stunden, wie das Bezirksamt vorrechnet.

Brandanschlag war für den Stromausfall verantwortlich

Würde eine einzelne Person alle Anträge bearbeiten, wären dafür 87,5 Arbeitswochen nötig, mehr als eineinhalb Jahre. Die eingegangenen Anträge seien mit großer Sorgfalt, aber zugleich pragmatisch, schnell und mit dem notwendigen Augenmaß beschieden worden.

Grund für den Stromausfall war ein mutmaßlich von Linksextremisten begangener Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am 3. Januar. Im Berliner Südwesten waren davon zunächst 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe betroffen. 

Viele von ihnen waren tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung. Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt. Etliche Menschen verließen ihre kalten Wohnungen oder Häuser, um zeitweise in ein Hotel zu ziehen. 

Wenn wegen des Stromausfalls im Bezirk Steglitz-Zehlendorf eine kostenpflichtige Übernachtung zur Überbrückung einer Notlage in Anspruch genommen werden musste, konnten die reinen Übernachtungskosten nachträglich erstattet werden. Das galt für Übernachtungen vom 3. Januar bis einschließlich der Nacht vom 7. auf den 8. Januar. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Hyatt hat im zweiten Quartal 2026 ein Wachstum beim RevPAR sowie bei den Gebühreneinnahmen erzielt und seine Jahresprognose bestätigt. Belastungen kamen unter anderem aus dem Nahen Osten, Mexiko und den Folgen des Hurrikans Melissa.

Hotels können sich noch bis zum 11. September 2026 der europaweiten Sammelklage gegen Booking.com anschließen. Nach Angaben der SHCA beteiligen sich bereits 10.783 Hotels an dem Verfahren vor dem Bezirksgericht Amsterdam.

Das Palais Coburg in Wien nimmt ab dem 3. August 2026 schrittweise wieder Hotelgäste auf. Zunächst öffnen die Suiten und der Spa-Bereich, die historischen Prunkräume folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Chinas Marktaufsicht hat gegen Trip.com wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht eine Geldbuße und weitere Maßnahmen verhängt. Das Unternehmen akzeptiert die Entscheidung und kündigt Änderungen bei Partnerschaftsmodell und Preisgestaltung an.

Nach einem erneuten Cyber-Angriff auf einen Hotel-Softwaredienstleister sind nach Angaben des Datenschutzbeauftragten Mecklenburg-Vorpommerns Stamm- und Buchungsdaten von Hotelgästen abgeflossen. Die Behörde nennt den betroffenen Anbieter nicht und ruft Hotels dazu auf, ihre Gäste vor Phishing-Angriffen zu warnen.

Das Umweltbundesamt hat Kriterien für Nachhaltigkeitszertifizierungen von Hotels vorgelegt. Sie bilden die Grundlage für die geplante Umstellung des Hotelverzeichnisses des Bundes auf zertifiziert nachhaltige Hotels und legen fest, welche Zertifizierungssysteme anerkannt werden.

Hilton will die Rentabilität seiner Hotels für Eigentümer verbessern. Niedrigere Gebühren, KI-Anwendungen und eine Überprüfung der Kostenstrukturen gehören zu den angekündigten Maßnahmen.

Wyndham Hotels & Resorts hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben 25 neue Franchiseverträge unterzeichnet und 13 Hotels in der EMEA-Region eröffnet. Wachstumsschwerpunkte liegen in der Türkei, Indien, Zentralasien und dem Segment der Branded Residences.

Hilton hat im zweiten Quartal 2026 Umsatzkennzahlen und Gewinn gesteigert. Gleichzeitig baute die Hotelgruppe ihre Entwicklungspipeline weiter aus und erhöhte ihre Prognose für das Gesamtjahr.

Accor hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert. Für Deutschland berichtet der Hotelkonzern im zweiten Quartal jedoch von einer leicht rückläufigen RevPAR-Entwicklung und verweist auf einen schwächeren Messe- und Veranstaltungskalender.