Hotelmarkt in Westeuropa: Umsatzplus bei sinkenden Gewinnmargen

| Hotellerie Hotellerie

Während die europäische Hotellerie insgesamt ein moderates Umsatzwachstum verzeichnet, entwickelt sich die Ertragslage in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich. Vor allem in Westeuropa zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen leicht steigenden Erlösen und einem zunehmenden Druck auf die Profitabilität. Hier liegen die Margen mittlerweile deutlich hinter anderen europäischen Teilmärkten zurück.

Westeuropa bildet Schlusslicht bei der Rentabilität

Die aktuellen Kennzahlen belegen eine deutliche geografische Fragmentierung. In Westeuropa stieg der Gesamterlös pro verfügbarem Zimmer (TRevPAR) um 1,9 Prozent, während der Bruttobetriebsgewinn pro verfügbarem Zimmer (GOPPAR) lediglich um 1,7 Prozent zunahm. Mit einer Gewinnmarge von 33,5 Prozent verzeichnet Westeuropa den niedrigsten Wert im Vergleich der Regionen und liegt weiterhin unter dem Niveau von vor der Pandemie.

Im Gegensatz dazu erreichen andere Regionen stabilere Werte:

  • Südeuropa führt mit einer Marge von 41,8 Prozent.

  • Osteuropa konnte sich auf 39,0 Prozent verbessern.

  • Nordeuropa weist eine Gewinnmarge von 37,0 Prozent aus.
     

Hoher Druck durch steigende Arbeitskosten

Ein maßgeblicher Faktor für die gedämpfte Entwicklung in Westeuropa ist die Entwicklung der Arbeitskosten. Im europäischen Durchschnitt stiegen die Personalausgaben um fast 5,0 Prozent. Innerhalb der Hotelbetriebe sind die operativen Abteilungen besonders betroffen: Die Kosten für die Zimmerreinigung stiegen um 7,0 Prozent und am Empfang um 5,0 Prozent. In der Gastronomie verzeichneten die Hotels einen Anstieg der Lohnkosten im Küchenbereich um 12,0 Prozent, während die Gehälter im Management um 25,0 Prozent sanken.

Kostensteigerungen bei Vertrieb und Infrastruktur

Zusätzlich zum Personal belasten steigende Sachkosten die Bilanzen. Die Ausgaben für Marketing und Vertrieb haben sich mit 3,60 Euro pro verfügbarem Zimmer im Vergleich zum Vorkrisenniveau mehr als verdoppelt. Auch die Kreditkartenprovisionen stiegen deutlich an und liegen nun bei 2,70 Euro pro Zimmer, verglichen mit 1,50 Euro vor der Pandemie.

Bei den weiteren Betriebskosten zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar sanken die Energiekosten von ihrem Höchststand Anfang 2023 auf 5,00 Euro pro Zimmer, sie bleiben jedoch über dem Vorkrisenniveau von 4,00 Euro. Gleichzeitig stiegen die Kosten für Wasser um 6,0 Prozent, und die Ausgaben für die Abfallentsorgung haben sich im Vergleich zu früher nahezu verdoppelt.

Margendisziplin als entscheidender Faktor

Juan Gallardo, Forschungsdirektor bei Hotstats, betont die Bedeutung der Kostenkontrolle: „Was wir in ganz Europa sehen, ist, dass die Umsatzleistung allein nicht mehr ausreicht, um den Erfolg zu erklären. Da sich die Märkte stabilisieren, wird die Rentabilität zunehmend durch Margendisziplin, Personalmanagement und Kostenkontrolle weiter unten in der Gewinn- und Verlustrechnung bestimmt.“ Kleine Veränderungen in diesen Kostenpositionen hätten mittlerweile erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtperformance der Hotels.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im März 2026 mehr Übernachtungen verzeichnet als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg vor allem die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland.

Die InterContinental Hotels Group (IHG) hat im ersten Quartal 2026 einen operativen Meilenstein erreicht und betreibt nun weltweit mehr als 7.000 Hotels. Die Marke wurde durch die Eröffnung von insgesamt 82 Hotels in den ersten drei Monaten überschritten.

Elf familien- und inhabergeführte Hotels aus der Oberpfalz haben die Kooperation „Wohlfühlhotels Bayerischer Jura“ gegründet. Die Initiative wurde bei einer Auftaktveranstaltung in Parsberg vorgestellt.

Die Stichting Hotel Claims Alliance hat nach eigenen Angaben mehrere gerichtliche Maßnahmen zur Beweissicherung im Zusammenhang mit der europaweiten Sammelklage gegen Booking.com eingeleitet. Unterstützt wird die Klage unter anderem vom Hotelverband Deutschland, der "Genug des Hinhaltens und Behinderns!" auf Social Media postete.

Trivago hat eine Kartellklage gegen Google vor dem Landgericht Hamburg eingereicht. Das Unternehmen wirft dem Suchmaschinenkonzern vor, den eigenen Hotelpreisvergleich in den allgemeinen Suchergebnissen bevorzugt zu behandeln und Wettbewerber wie Trivago dadurch zu benachteiligen.

​​​​​​​Marriott International hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung für den Betrieb des Hotelprojekts Seegut am Tegernsee in Bad Wiessee unterzeichnet. Das Resort soll künftig unter der Marke The Luxury Collection geführt werden. Die Eröffnung ist laut Mitteilung für das Jahr 2029 vorgesehen.

Das Sunneschlössli in Nesselwängle im Tiroler Tannheimer Tal bekommt neue Eigentümer. Nina und Matthias Kienzle übernehmen das Boutique-Apartmenthaus zum 1. Juli 2026. Das Ehepaar war nach eigenen Angaben seit 15 Jahren regelmäßig Gast des Hauses.

Nach der Insolvenz der Revo-Hospitality-Gruppe übernimmt die neu gegründete Ernst Leitz Hotel GmbH unter Führung der Familie Kaufmann das Ernst Leitz Hotel in Wetzlar. Die operative Leitung wird der Treugast Solutions Group übertragen.

Die Radisson Hotel Group baut ihr Portfolio in Deutschland und Österreich durch drei neue Standorte in Ahlbeck, Wien und Lustenau aus. In Kooperation mit der 1912 Hotels GmbH wächst die Präsenz der Gruppe in der DACH-Region damit auf insgesamt 90 Hotels.

Die Landlust Hotels bauen ihre Präsenz in Europa aus und integrieren fünf neue Partnerbetriebe in das Portfolio. Damit umfasst die Kollektion nun insgesamt 40 Häuser mit Schwerpunkten auf Regionalität und Naturverbundenheit.