Hotels in Österreich bleiben zu Ostern wahrscheinlich geschlossen

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Die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, selbst Betreiberin eines Wiener Stadthotels, geht nicht davon aus, dass die Hotellerie zu Ostern aufsperren wird, wie sie im Gespräch mit den Regionalmedien Austria erklärt. Und sie lässt mit einem interessanten Vorschlag aufhorchen: Reitterer schlägt nicht nur Hotels als Test-, sondern auch als Impfstraßen für die jeweiligen Bezirke in Österreich vor. Zudem betont die Branchenvertreterin, dass die Hotellerie sofort aufsperren könnte.

Für Friseure gibt es Eintrittstests. Die ÖHV forderte wiederholt auch die Öffnung für Hoteliers in ganz Österreich, unabhängig vom Standort. Schaut man sich die aktuellen Infektionszahlen an, steuern wir eher auf den nächsten Lockdown zu.

Michaela Reitterer: Unter den Hoteliers gibt es eine ganze Bandbreite von Wünschen: von sofort Aufsperren bis zu Zuwarten bis Juni, damit dann der Sommer gerettet ist. Die Hotellerie hat bereits letzten Sommer bewiesen, dass Gäste bei uns in Sicherheit sind, wir haben alle umfangreiche Hygienekonzepte vorgelegt. Im Grunde genommen könnten wir sofort mit maximalen Sicherheitsvorkehrungen aufsperren. Ich verstehe allerdings, dass die Regierung allgemein keine Mobilität möchte. In der Schweiz funktioniert es aber. Es ist eben eine Entscheidung unter Mitwirkung von Virologen, weil die Gesundheit vorgeht. Diese ist zu akzeptieren.

Ganze Bezirke werden derzeit abgeriegelt. Der Osterurlaub rückt wieder in weite Ferne. Wie ist Ihre Position?

Ich glaube, dass der Osterurlaub heuer wie letztes Jahr sein wird.

Heißt was?

Dass die Hotels zugesperrt bleiben.

Jedes zweite Hotel ist laut Ihrer Mitgliederbefragung bereit, eine eigene Teststraße einrichten. Wie genau kann das funktionieren?

Hotels könnten aufgrund ihrer Größe und Infrastruktur als Teststraßen für die jeweilige Region dienen, solange weiter auf das Prinzip Testen gesetzt wird. Ich bitte die Regierung zu bedenken, dass, wenn wir ohnehin mehrmals wöchentlich unsere Mitarbeiter testen würden, wir ja bereits als Teststraße fungieren würden. In größeren Hotels, die auch in zentralen Lagen liegen, könnten wir so zusätzlich als Partner für die ganze Region dienen. Die schriftliche Bestätigung eines Hotels könnte für Lifte bzw. für Kulturveranstaltungen dienen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, etwa Bestätigungen über QR-Codes. Durchgeführt werden könnten die Tests mit örtlichen Sanitätern, unter Beteiligung mehrerer Hotels in den Bezirken. Diese Tests könnten natürlich auch für Gäste als Eintrittstests dienen.

Welche Sicherheitsmaßnahmen können Hotels außer Teststraßen und Gästeregistrierung noch realisieren?

Schnelles Durchimpfen: Manche Gesundheitshotels bieten bereits jetzt ärztliche Versorgung an. Man braucht aber nicht unbedingt ausgebildete Ärzte für die Impfung. Man könnte Hotel-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter für Impfungen ausbilden lassen.

Worauf müssen sich die Österreicher im Sommerurlaub einstellen?

Bereits letztes Jahr haben sich die Menschen nach Ortswechsel gesehnt. im Sommer haben wir gesehen, dass es funktioniert hat. Haben wir heuer im Juni eine hohe Durchimpfungsrate, wird es die Durchführung des Sommerurlaubs vereinfachen, auch was andere Herkunftsländer betrifft. Je mehr Menschen auch in anderen Ländern geimpft werden, desto sicherer ist der Sommer. Das ist ein erster Schritt in eine halbwegs sichere Normalität.

Viele sehen nicht ein, warum sie nicht in einem Apartment Urlaub machen können, wo sie keinen Kontakt zu anderen Personen haben. Wie stehen Sie zu Ausnahmen für Zimmer-Vermieter mit Selbstversorgung?

Da stellt sich dann auch die Frage: Ist ein Hotel mit einem Zimmer, das einen Herd hat, Apartmentanbieter oder nicht? Das ist eine Gratwanderung. Die Gesetzeslage muss so sein, dass es keine Schlupflöcher gibt. Mit dem Beherbergungsverbot will die Regierung Mobilität vermeiden. Abstände oder Hygiene sind nicht das Thema. Die wären in der Qualitätshotellerie auch gegeben.

Sie gelten als Vordenkerin in der Hotellerie, Sie selbst betreiben ein Hotel in Wien, das ganz auf Nachhaltigkeit setzt. Was für Trends sehen Sie aus der Pandemie hervorgehen?

Ich glaube, dass Hotels auch andere Möglichkeiten finden werden, Dienstleistungen für die Region oder das Grätzl anzubieten, etwa Pakete oder Putzerei-Textilien anzunehmen. Es wird auch andere Möglichkeiten geben. Ich selbst habe zum Beispiel in meinem Hotel letzten Sommer "Hotel und Kultur" vereint: Jedes Hotelzimmer war eine Loge, der Garten die Bühne. Das Zimmer, in dem die Gäste übernachteten, diente zugleich als Loge. Für solche, die Homeoffice an anderen Orten durchführen wollen, könnten Hotels künftig ebenfalls dienen. Manche Firmen ziehen auch in Hotels und lassen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Zimmern wohnen und arbeiten. Vor allem in der Stadthotellerie wird es das bloße Konzept "Essen und Schlafen" nach der Pandemie in vielen Hotels nicht mehr geben.


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