Hoteltransaktionsvolumen in Europa steigt auf 23,6 Milliarden Euro

| Hotellerie Hotellerie

Das europäische Hoteltransaktionsvolumen ist laut einer neuen Studie des Immobilienberaters Savills im Jahr 2025 auf 23,6 Milliarden Euro gestiegen, was einem Zuwachs von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Wie aus der Studie hervorgeht, stützen eine verbesserte Liquidität sowie eine robuste Entwicklung des Erlöses pro verfügbarem Zimmer das Vertrauen der Investoren.

Marktentwicklung und operative Faktoren

Der inflationsbereinigte RevPAR legte demnach europaweit um 5,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 zu. Laut Mitteilung rückt die operative Leistungsfähigkeit der Hotels verstärkt in den Fokus von Investitionsentscheidungen, da sich die Kluft zwischen durchschnittlichen und erstklassigen Betreibern vergrößert. Die operative Performance kristallisiert sich dabei zunehmend als entscheidender Renditetreiber heraus.

Nach Angaben des Unternehmens gewinnen vor dem Hintergrund begrenzter Rendite-Zinskosten-Spannen die operative Exzellenz und die strategische Positionierung an Bedeutung. Savills erwartet zudem eine Zunahme kreativer Transaktionsansätze, darunter M&A-Aktivitäten und verstärkte Partnerschaften mit Betreibern.

Strukturwandel am deutschen Hotelmarkt

Der deutsche Hotelmarkt befindet sich laut der Recherche an einem potenziellen Wendepunkt. Zwar bleibt der Markt in Westeuropa nach der Pandemie am stärksten belastet, jedoch verlangsamt sich das Angebotswachstum deutlich. Im Jahr 2025 lag der durchschnittliche RevPAR in Deutschland noch immer 11 Prozent unter dem Niveau von 2019, während gleichzeitig steigende Kosten die operativen Ergebnisse belasten.

Besonders bei bestehenden Pachtmodellen zeigt sich die wirtschaftliche Drucksituation durch eine steigende Zahl an Mieterinsolvenzen. Diese Entwicklung deutet laut Savills auf einen strukturellen Wandel hin zu Modellen hin, die Risiko und Chancen zwischen Eigentümern und Betreibern neu verteilen. Tina Haller, Head of Hotels Germany bei Savills, erklärt hierzu: „Wir gehen daher davon aus, dass Investoren weiterhin selektiv vorgehen und verstärkt auf enge Partnerschaften mit gut kapitalisierten Betreibern und etablierten Marken setzen werden.“

Trends im Luxussegment und bei Hotelketten

Die Nachfrage konzentriert sich verstärkt auf Immobilien in erstklassigen Lagen, wobei das Luxussegment den Gesamtmarkt übertrifft. Ein deutliches Wachstum verzeichnen Synergieeffekte zwischen Luxushotels und Markenresidenzen. Die Anzahl dieser Projekte in Europa stieg von 18 im Jahr 2015 auf 62 Vorhaben im Jahr 2025 an.

Internationale Hotelketten haben ihr durchschnittliches Markenportfolio in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht. Parallel dazu stiegen die sogenannten Key-Money-Zahlungen, also einmalige Finanzbeiträge von Betreibern an Eigentümer zur Sicherung von Standorten. Bei den fünf größten Betreibern erreichten diese Zahlungen im Jahr 2025 eine Summe von insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar.

Strategische Neuausrichtung der Investitionen

Der Immobilienberater prognostiziert einen Übergang von rein kapitalarmen Wachstumsmodellen hin zu Ansätzen mit gezielterer Kapitalbeteiligung. David Kellett, Leiter Hotel Capital Markets EMEA bei Savills, führt aus: „Der europäische Hotelinvestitionsmarkt tritt in eine Phase ein, die Überzeugung erfordert. Auch wenn das operative und kapitalmarktbezogene Umfeld komplexer ist als in früheren Zyklen, bleiben die strukturellen Grundlagen der Reise- und Gastgewerbebranche äußerst überzeugend.“

Laut Thomas Emanuel, Leiter Hospitality Thought Leadership bei Savills, wird die nächste Aktivitätswelle eher von Innovation und Zusammenarbeit als rein von Preisfaktoren geprägt sein. Dies könne durch Rekapitalisierungen, Plattformtransaktionen oder Co-Investments erfolgen, um in einem komplexen Umfeld nachhaltige Renditen zu erzielen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Habyt hat den ersten Standort in der österreichischen Hauptstadt eröffnet. Bei dem Objekt handelt es sich um ein Aparthotel für Kurz- und Langzeitaufenthalte, das insgesamt 319 Studios auf sieben Etagen umfasst.

Leonardo Hotels Central Europe und Goodbytz kooperieren beim Einsatz autonomer Küchenroboter. Im 510-Zimmer-Haus Leonardo Smart Vienna Airport bereitet der Roboter Luca künftig durchgehend Salate und Bowls für die Gäste zu.

Das Hotel Maximilian's in Augsburg hat einen Neubau in der Katharinengasse eröffnet. Die Erweiterung umfasst für rund acht Millionen Euro sieben neue Suiten sowie einen ganzjährig beheizten Pool auf dem Dach des Gebäudes.

BWH Hotels Central Europe ist in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 weiter gewachsen: Der Gesamtumsatz der angeschlossenen Hotels stieg auf rund 370,5 Millionen Euro. Getragen wurde die Entwicklung vor allem von einer höheren Nachfrage.

Expedia Group hat nach einem starken zweiten Quartal ihre Jahresprognose angehoben. Das Unternehmen meldet zweistellige Zuwächse bei Bruttobuchungen und Umsatz sowie ein deutliches Wachstum im B2B-Geschäft.

Mit der Villa Florhof hat am 1. August 2026 das erste Lalique Boutique Hotel in Zürich eröffnet. Der Hotelbetrieb beginnt wenige Wochen nach dem Ende der geplanten Zusammenarbeit mit dem ursprünglich als kulinarischer Leiter vorgesehenen Christian Jürgens.

Booking Holdings sieht seine Marken zwar zunehmend in Antworten von KI-Systemen vertreten. Der daraus resultierende Verkehr bleibt nach Angaben des Unternehmens jedoch gering. Gleichzeitig bestätigte der Konzern einen OpenAI-Test für ein CPC-Werbemodell sowie eine enge Zusammenarbeit mit Google.

Das Mandarin Oriental Punta Negra ist offiziell eröffnet. Im Rahmen einer Zeremonie mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft nahm die Hotelgruppe ihr erstes Haus auf der Balearischen Insel in Betrieb.

Microsoft warnt vor einer weltweiten Cyberangriffswelle auf Hotelnetzwerke und Anmeldeseiten. Die Angreifer leiten den Datenverkehr von Gästen um, um Schadsoftware zu verbreiten und Zugangsdaten von Geschäftsreisenden zu entwenden.

Booking Holdings hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz, Bruttobuchungen und Gewinn gesteigert. Für das Gesamtjahr erwartet der Online-Reisekonzern weiterhin ein Wachstum der Bruttobuchungen im hohen einstelligen Prozentbereich und verweist in seinem Ausblick auf anhaltende Belastungen im internationalen Flugverkehr.