Hotelverband fordert offenen Zugang zu agentischen Buchungssystemen

| Hotellerie Hotellerie

Der Hotelverband Deutschland (IHA) fordert für agentische Buchungssysteme einen offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Zugang für Hotels. Anlass sind unter anderem die neuen Buchungsfunktionen von Google. Nach Auffassung des Verbandes dürften solche Systeme nicht dazu führen, dass neue geschlossene Ökosysteme entstehen oder einzelne Anbieter darüber entscheiden, welche Hotels und Vertriebswege beim Gast ankommen.

IHA-Geschäftsführer Tobias Warnecke kündigt in einem Beitrag an, der Verband werde die Entwicklung auf deutscher und europäischer Ebene begleiten. Entscheidend seien aus Sicht des IHA Transparenz, Diskriminierungsfreiheit, Interoperabilität und ein gleichberechtigter Zugang zu den neuen KI-basierten Vertriebskanälen. Dies müsse unabhängig davon gelten, ob es sich um eine internationale Hotelkette oder einen einzelnen mittelständischen Betrieb handele.

Hotels sollen eigene Angebote in KI-Systeme einspeisen können

Eine Forderung des Verbandes betrifft die Möglichkeit der Hotels, eigene Angebote in die neuen Systeme einzuspeisen. Hotels müssten nach Auffassung des IHA die Möglichkeit behalten, eigene Preise, Verfügbarkeiten und Direktbuchungsangebote in KI-Systeme einzuspeisen und gegenüber dem Gast sichtbar und buchbar zu machen. Der technologische Wandel biete große Chancen, diese müssten jedoch allen Hotels offenstehen und dürften nicht zu neuen digitalen Abhängigkeiten führen, erklärt der Verband.

Hintergrund der Positionierung ist die Entwicklung von Google hin zu agentischen Buchungsfunktionen. Nach Angaben des IHA können einige Nutzer in den USA Hotelzimmer inzwischen direkt innerhalb des AI Mode der Google-Suche suchen, auswählen und über Google Pay buchen. Für den eigentlichen Buchungsvorgang müssten sie die Google-Oberfläche nicht mehr verlassen.

Google werde dabei nach Darstellung des IHA nicht selbst zum Vertragspartner oder Merchant of Record. Die Buchung erfolge beim jeweiligen Hotel oder Vertriebspartner. Dieser verarbeite die Zahlung, verschicke die Reservierungsbestätigung und bleibe für Änderungen, Stornierungen und den weiteren Kundenservice verantwortlich.

Google verlagert Hotelbuchungen teilweise in seine eigene KI-Oberfläche

Google hatte für die Entwicklung der Hotel- und Flugbuchungen bereits Booking.com, Expedia, Choice Hotels, IHG Hotels & Resorts, Marriott International und Wyndham Hotels & Resorts als Kooperationspartner genannt. Nach Darstellung des IHA wolle Google ausdrücklich mit Reiseunternehmen unterschiedlicher Größe zusammenarbeiten.

Technisch soll dabei das Universal Commerce Protocol for Lodging (UCP) eine Rolle spielen. Google bezeichne UCP als offenen Standard für „agentic commerce“. Hotels und ihre Technologiepartner sollen damit Verfügbarkeiten und buchbare Angebote so bereitstellen können, dass KI-Agenten Reservierungen unmittelbar aus einer Konversation heraus durchführen können. Die umfassende technische Einführung stehe allerdings noch am Anfang.

Direkte Hotelbuchung bleibt in Deutschland vorerst noch aus

Für Deutschland sei die direkte Hotelbuchung innerhalb des Google AI Mode derzeit noch nicht freigeschaltet. Der AI Mode selbst sei nach Angaben des IHA seit Oktober 2025 auch in Deutschland verfügbar.
Der Verband will die weitere Entwicklung nach eigenen Angaben auf deutscher und europäischer Ebene begleiten. Agentische Buchungssysteme dürften nicht zu Gatekeepern werden. Gefordert seien Transparenz, Diskriminierungsfreiheit, Interoperabilität und ein gleichberechtigter Zugang zu den neuen KI-basierten Vertriebskanälen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit der Villa Florhof hat am 1. August 2026 das erste Lalique Boutique Hotel in Zürich eröffnet. Der Hotelbetrieb beginnt wenige Wochen nach dem Ende der geplanten Zusammenarbeit mit dem ursprünglich als kulinarischer Leiter vorgesehenen Christian Jürgens.

Booking Holdings sieht seine Marken zwar zunehmend in Antworten von KI-Systemen vertreten. Der daraus resultierende Verkehr bleibt nach Angaben des Unternehmens jedoch gering. Gleichzeitig bestätigte der Konzern einen OpenAI-Test für ein CPC-Werbemodell sowie eine enge Zusammenarbeit mit Google.

Das Mandarin Oriental Punta Negra ist offiziell eröffnet. Im Rahmen einer Zeremonie mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft nahm die Hotelgruppe ihr erstes Haus auf der Balearischen Insel in Betrieb.

Microsoft warnt vor einer weltweiten Cyberangriffswelle auf Hotelnetzwerke und Anmeldeseiten. Die Angreifer leiten den Datenverkehr von Gästen um, um Schadsoftware zu verbreiten und Zugangsdaten von Geschäftsreisenden zu entwenden.

Booking Holdings hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz, Bruttobuchungen und Gewinn gesteigert. Für das Gesamtjahr erwartet der Online-Reisekonzern weiterhin ein Wachstum der Bruttobuchungen im hohen einstelligen Prozentbereich und verweist in seinem Ausblick auf anhaltende Belastungen im internationalen Flugverkehr.

Airbnb baut sein Hotelangebot weiter aus und bringt mehr als 75 Boutiquehotels von Lark auf die Plattform. Beide Unternehmen sehen in der Kooperation einen Ausbau ihrer Vertriebs- und Hotelstrategie.

Das Best Western Hotel Ambassador in Baunatal setzt nach Angaben von BWH Hotels Central Europe auf Inklusion im Hotelbetrieb. Zwei Menschen mit Behinderung arbeiten dort auf regulären Arbeitsplätzen im Service und in der Küche.

Signo Hospitality übernimmt das Mercure Hotel Mannheim am Friedensplatz. Mit dem Standort wächst das Portfolio des Hotelmanagement-Unternehmens auf zehn Hotels an sieben Standorten.

Die NGG kritisiert den Umgang mit den Beschäftigten der insolventen Revo-Gruppe. Nach Angaben der Gewerkschaft haben rund 500 Mitarbeiter Kündigungen erhalten, obwohl Prism die 24 Hotels unter der Marke Sunday Hotels weiterführen will.

Der Vatikan bereitet die Umwandlung der Domus Internationalis Paulus VI im historischen Zentrum Roms in ein Hotel vor. Nach Angaben der Vermögensverwaltung liegt die Genehmigung vor, ein Betreiber wurde bereits identifiziert.