Ian Schrager: Corona-Krise ändert Rahmenbedingungen für Hotels nicht grundlegend

| Hotellerie Hotellerie

Ian Schrager ist vor allem dafür bekannt, dass er mit seinem legendären „Studio 54“ das Nachtleben revolutionierte. Zudem gilt der US-Amerikaner als einer der Erfinder der Kategorie „Boutique-Hotels“. 

Obwohl der Ausbruch der Pandemie das Reisen fast vollständig zum Erliegen gebracht hat, ist Schrager davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich die Dinge wieder normalisieren. "Es mag gewisse Anpassungen geben, aber ich glaube nicht an Paradigmenwechsel. Ich glaube nicht, dass alle Experten wirklich wissen, wovon sie sprechen, denn es gibt keinen Präzedenzfall, keinen Bezugsrahmen", sagt er laut PhocusWire anlässlich der BLLA-Konferenz.

"Ich glaube nicht, dass es in der Geschichte der Menschheit ein Ereignis aus biblischen Zeiten gegeben hat, das die Dinge wirklich verändert hat. Wir gehen immer wieder genau zu dem zurück, was wir waren, außer dass wir gewisse Anpassungen vornehmen, die sich weiterentwickelt haben. Ich bin absolut sicher, dass das wieder geschehen wird.

Technologie als "neue Grenze"

"Technologie wirkt sich im Lifestyle-Geschäft auf die gleiche Weise aus, wie Unterhaltung und Design in der Vergangenheit", sagt er und verweist auf das Boutique-Hotelkonzept. Technologie, die intelligent sei und den Aufenthalt entweder billiger oder einfacher mache. Wenn sie eines dieser beiden Kriterien nicht erfülle, gebe es keinen Grund für den Einsatz von Technologie.

Laut Schrager seien die Menschen durch die Pandemie jedoch nun eher bereit, neue Technologien anzunehmen. Reisende waren zum Beispiel anfangs häufig gegen das automatische Einchecken in Hotels. Aufgrund der erhöhten Hygienebedenken, würden sich nun aber viele berührungslose Lösungen wünschen. Der digitale Check-in und Check-out sei daher eine tatsächlich nützliche Lösung. Ganz im gegensatz zu etwa Moodboards in der Lobby, die wirklich nichts zur Verbesserung des Aufenthalts beitragen würden.

Sobald die Buchungen wieder anziehen, müssten die Hoteliers sensibel auf Gesundheits- und Wohlfühlbelange achten. Schrager glaubt jedoch nicht, dass sich jeder Aspekt des Hotelerlebnisses grundlegend ändern muss. Auch Meetings und Veranstaltungen seien noch nicht zum Tode verurteilt: "Ich habe schon die Totenglocke gehört, als sie das Fax erfunden haben, als sie das Handy erfunden haben, als sie das Internet erfunden haben". Die Dinge würden sich etwas ändern, und darauf müssten sie reagieren, aber das sei nicht das Ende der Geschäftsreisen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Hotel Bilderberg Bellevue hat im denkmalgeschützten Park des Hotels ein großes Zelt aufgestellt und damit für großes Aufsehen in Dresden gesorgt. Jetzt hat die Stadt das Hotel dazu verdonnert, alle entstanden Schäden zu beseitigen. Zusätzlich haben die Denkmalschutzbehörden ein Bußgeld angeündigt. Der Hoteldirektor bittet um Verzeihung.

69 Prozent der Hotelbetreiber in der DACH-Region möchten, trotz steigender Betriebskosten, weiter expandieren. Das ergab eine Umfrage von Select Hotel Consulting und dem Magazin „Tophotel“ unter Betreibern verschiedener Größe. Das Wachstum kann allerdings weder über signifikant höhere Zimmerpreise noch durch Betriebskostenoptimierung gesichert werden.

Noordkant Investment Partners platziert den „Leisure Hotel Investment Club“. Der Fonds investiert in Ferien- und Stadthotels in top-touristischen Lagen in der DACH-Region und Norditalien. Die Deutsche Seereederei GmbH (DSR) soll die Hotels betreiben. Der Fonds strebt ein Investitionsvolumen von bis zu 250 Millionen Euro an.

An der Küste vor den Ostfriesischen Inseln gibt es noch den ein oder anderen Geheimtipp zu entdecken. Die Hiive Experience Hotels wollen mit ihrem zweiten Hotel nun für frischen Wind in der Region sorgen und eröffnen am 1. August das Noord in Carolinensiel.

Einst überzeugte Thomas H. Althoff seine Eltern, ein Hotel in Aachen zu übernehmen – und legte damit den Grundstein für ein kleines Imperium. Nun wurde der Kölner Unternehmer wieder für sein Lebenswerk geehrt – dieses Mal im Falstaff Hotel Guide 2024.

IHG Hotels & Resorts hat die Unterzeichnung von vier neuen Immobilien in Spanien angekündigt, die über 500 Zimmer umfassen. IHG betreibt derzeit 55 Hotels unter acht Marken im Land - in den letzten fünf Jahren kamen mehr als zehn Hotels hinzu.

The Ascott Limited ist mit Beginn des zweiten Halbjahres 2024 der neue, globale Hotelpartner des FC Chelsea geworden. Im Rahmen der neuen Partnerschaft übernimmt Ascott auch das Management des Stadionhotels an der Stamford Bridge.

Im ersten Halbjahr 2024 wurden in Deutschlands Hotellerie Immobilien im Wert von 470 Millionen Euro verkauft. Das Volumen ist vor allem auf die Übernahme der Centro Hotels durch die HR Group zurückzuführen. Das Transaktionsvolumen notierte insgesamt allerdings rund 30 Prozent unter dem 10-Jahresdurchschnitt der jeweils ersten Halbjahre. 

Im Zeitraum Januar bis Mai 2024 konnten die Beherbergungsbetriebe insgesamt 174,6 Millionen Übernachtungen verbuchen. Das ist eine Zunahme von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Mai war ein Rekordmonat, zumindest was die Anzahl der Übernachtungen angeht.

Das Delta-Hotel in Offenbach hat in den letzten Jahren diverse Eigentümer und Betreiber gesehen. Jetzt übernimmt die Upside Hotels & Resorts Holding als neuer Pächter die Herberge. Upside ist eine Unternehmung von Stephan Gerhard, der gerade erst, mit einer anderen Marke, das Hotel Zumnorde in Erfurt übernommen hatte.