IHA-Chef Luthe weist Erklärung von Booking-Boss zu Paritätsklauseln zurück

| Hotellerie Hotellerie

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat Aussagen von Booking-Chef Glenn Fogel zu den früheren Preisparitätsklauseln des Buchungsportals kritisiert. IHA-Chef Markus Luthe bezieht sich dabei auf ein Interview des Handelsblatts, in dem Fogel nach möglichen Rückstellungen für Schadenersatzforderungen von Hotels gefragt worden sei.

Hintergrund sei eine in Amsterdam anhängige Sammelklage von 10.783 Hotels. Nach der im Beitrag von Luthe wiedergegebenen Frage des Handelsblatts verlangten die beteiligten Hotels Schadenersatz, weil Booking sie über Jahre dazu verpflichtet habe, Booking-Gästen den besten Preis anzubieten.

Auf die Frage, ob Booking für den Fall einer Niederlage bereits Rückstellungen gebildet habe, habe Fogel geantwortet: „Nein. Ich glaube, wir haben unsere Preisparitätsklauseln nicht gut genug erklärt.“

Luthe weist Erklärung des Booking-Chefs zu Paritätsklauseln zurück

Luthe kritisiert diese Antwort deutlich. Eine mangelnde Erklärung der Paritätsklauseln sei aus seiner Sicht keine Entschuldigung. Booking habe seine Position zu diesem Thema bereits in zahlreichen Verfahren in Europa ausführlich dargelegt. Den Argumenten fehle nach Ansicht des IHA-Chefs jedoch die rechtliche und wirtschaftliche Überzeugungskraft.

Zudem verweist Luthe darauf, dass bereits mehr als 10.000 überwiegend kleinere Hotels Fogels Einschätzung nicht teilten, Booking habe ihnen ein „faires Angebot“ unterbreitet.

Die Äußerungen Fogels kommentiert Luthe auch mit einem Vergleich aus dem Pokerspiel. Eine solche Haltung könne man als „Alles auf eine Karte setzen“ bezeichnen. Er stellt zudem die Frage, ob das Management damit zu einem Risiko für den Unternehmenswert werde.

IHA-Chef verweist auf weitere rechtliche Forderungen gegen Booking

Luthe stellt die Auseinandersetzung um die Paritätsklauseln in einen größeren Zusammenhang. Seit Booking im Jahr 2024 zum DMA-Gatekeeper ernannt worden sei, sehe sich das Unternehmen in Europa mit zunehmenden rechtlichen Forderungen konfrontiert. Deren Umfang beziffert Luthe auf konservativ geschätzte fast fünf Milliarden Euro.

Zugleich wirft er dem Unternehmen vor, keinen erkennbaren Versuch zu unternehmen, die Beziehungen zu europäischen Hotels zu verbessern.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Vom ehemaligen Bürogebäude in Berlin bis zum Neubau auf Sylt: Limehome setzt bei seiner Expansion auf unterschiedliche Immobilientypen. Bis 2030 will das Unternehmen 25.000 Einheiten unter Vertrag haben.

IHG Hotels & Resorts plant ein neues Vignette-Collection-Hotel im Zentrum von Madrid. Das San Bernardo soll im März 2028 mit 67 Zimmern eröffnen und das spanische Luxus-Portfolio des Konzerns auf 21 Häuser erweitern.

Die österreichische Hotelgruppe Cooee alpin erweitert ihr Portfolio von drei auf fünf Hotels. In Kaprun läuft der Umbau eines bestehenden Hauses, zugleich entsteht in Bad Goisern bis Dezember 2027 ein Neubau mit 78 Zimmern.

Das familiengeführte Flemings Mayfair Hotel in London feiert sein 175-jähriges Jubiläum. Das im Jahr 1851 von Robert Fleming errichtete Anwesen gehört zu den ältesten unabhängigen Hotels der britischen Metropole.

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group hat ihr neues Fünf-Sterne-Resort in Salò am Gardasee offiziell eröffnet. Das Investitionsvolumen für das Mixed-Use-Projekt beläuft sich auf rund 150 Millionen Euro.

Arabella Hospitality übernimmt den Betrieb des neuen Hotels Moxy Munich South im Münchner Stadtquartier The Source. Die Fertigstellung des 164 Zimmer umfassenden Hauses ist für das Jahr 2028 geplant.

Auf dem Ostkinberg in Scheidegg ist ein Wellness-Hotel mit rund 120 Zimmern und Suiten geplant. Laut Allgäuer Zeitung soll es Teil der Lerch Genusswelten werden; Geschäftsführer Thomas Lerch äußerte sich gegenüber der Zeitung zu dem Projekt.

​​​​​​​Alle acht Seminaris-Hotels durchlaufen einen Betreiberwechsel. Vier Häuser seien bereits zum 15. September 2026 an die Belvilla Deutschland GmbH übergegangen und werden bereits als Sunday-Hotels vermarktet. Die übrigen vier sollen zum 1. Oktober folgen. Das bestätigte Seminaris auf Anfrage von Tageskarte.io.

Der Hotelverband Deutschland sieht in den neuen Booking.com-Zusagen einen Fortschritt, will ihre Wirkung aber in der Praxis prüfen. IHA-Präsident Otto Lindner stellt insbesondere Fragen zum Genius-Programm.

Die EPH Group plant im Mittelburgenland ein Fünf-Sterne-Resort mit rund 300 Betten. Der Grundstückserwerb setzt insbesondere eine rechtskräftige Baubewilligung voraus.