IHA-Podcast mit DZT-Chefin Hedorfer: Über die „Milliarden-Macht“ des Inbound-Tourismus

| Hotellerie Hotellerie

Im Podcast „Zukunft Hotel“ des IHA-Hotelverbands Deutschland hat Petra Hedorfer, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), die Bedeutung des internationalen Tourismus für Deutschland hervorgehoben. Nach ihren Angaben liegt der Schwerpunkt der DZT auf der Vermarktung Deutschlands im Ausland und auf der Ansprache ausländischer Gäste. Hedorfer sagte, Ziel sei es, internationale Reisende nach Deutschland zu holen, damit sie hier Urlaub machen und Geld ausgeben.

Hier Podcast anhöhren:

Apple Podcasts

Spotify

Podigee

Hier Podcast auf Youtube:
 

DZT beschreibt sich als Schnittstelle zwischen Staat und Branche

Hedorfer erklärte im Podcast, die DZT sei ein institutionell geförderter Verein mit Mitgliedern aus Tourismuswirtschaft, Verkehr und Gastgewerbe. Nach ihren Angaben arbeiten dort Vertreter von Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Stellen zusammen. Das Bundeswirtschaftsministerium sei Zuwendungsgeber, aber kein Mitglied der DZT.

Zu den Aufgaben der Organisation zählen laut Hedorfer die internationale Vermarktung Deutschlands, die Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern und Plattformen sowie die Bereitstellung von Marktdaten. Die DZT verfüge nach ihren Angaben über ein Daten- und Analyseinstrument mit mehr als zwei Millionen Kundendaten. Genutzt würden unter anderem Kreditkarten-, Mobilfunk- und Bahndaten sowie Befragungen und Branchendaten.

Anteil privater Reisen nach Deutschland gestiegen

Hedorfer sagte, Deutschland habe sich im internationalen Tourismus aus ihrer Sicht deutlich verändert. Während früher Messe- und Geschäftsreisen dominierten, sei heute der Anteil privater Reisen deutlich höher. Im Podcast nannte sie einen Anteil von 77 Prozent Freizeitreisen und sagte, nur noch rund 23 Prozent entfielen auf Geschäftsreisen.

Nach Angaben Hedorfers sei das Wachstum der vergangenen Jahre vor allem im Urlaubssegment entstanden. Deutschland habe seine internationalen Übernachtungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten nach ihrer Darstellung fast verdreifacht. Zugleich verwies sie auf die wirtschaftliche Bedeutung ausländischer Gäste. Diese sorgten laut Hedorfer für 78,6 Milliarden Euro Umsatz. Internationale Gäste gäben mehr Geld aus und blieben länger als inländische Reisende.

Niederlande wichtigster Auslandsmarkt

Als wichtigste Herkunftsmärkte nannte Hedorfer im Podcast die Niederlande, gefolgt von der Schweiz, den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Spanien, Italien und Österreich. Nach ihren Angaben kommen von 85 Millionen internationalen Übernachtungen allein 13 Millionen aus den Niederlanden.

Zugleich verwies Hedorfer auf Wachstumschancen in Asien. Für China sagte sie, Deutschland sei beim Reiseaufkommen nach Europa ein führendes Ziel. Die DZT arbeite dort nach ihren Angaben mit Plattformen wie Trip.com, Alipay und Alibaba zusammen. Unternehmen in Deutschland könnten sich an gemeinsamen Maßnahmen beteiligen. Hinweise dazu veröffentlicht die DZT laut Hedorfer über ihre Internetseite und über Fachinformationen für Partner.

Nahost-Krise bisher ohne klare Sommerprognose

Zur aktuellen Lage im Nahen Osten sagte Hedorfer, die Entwicklung habe Auswirkungen auf Flugverbindungen und Buchungen. Die DZT beobachte nach ihren Angaben Stornierungen und Verschiebungen, bislang aber noch keinen massiven Rückgang. Für eine belastbare Einschätzung zum Sommer sei es aus ihrer Sicht noch zu früh. Entscheidend seien stabile Flugverbindungen, die Entwicklung der Sicherheitslage und mögliche Auswirkungen auf Kerosinpreise und Flugkosten.

Hedorfer sprach sich im Podcast dafür aus, das internationale Geschäft im Deutschlandtourismus weiter auszubauen. Deutschland liege bei internationalen Gästen nach ihren Angaben derzeit bei etwa 20 Prozent, während der inländische Markt rund 80 Prozent ausmache.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Hotel Excelsior Venice Lido öffnet nach einer mehrjährigen Neugestaltung seine Türen für die kommende Saison und präsentiert einen restaurierten Innenhof, modernisierte Gästezimmer sowie ein neues gastronomisches Konzept.

Mit dem The Vineta Hotel eröffnet die Oetker-Gruppe ihr erstes Masterpiece Hotel in den Vereinigten Staaten. Das historische Gebäude in Palm Beach wurde nach einer Renovierung mit 41 Zimmern und einem mediterranen Gastronomiekonzept neu positioniert.

Die Althoff Hotels haben ihren zehnten Karrieretag für Auszubildende und Studierende veranstaltet. Das Unternehmen meldet in diesem Zusammenhang eine Steigerung der Übernahmequote auf bis zu 75 Prozent.

Das Aiden by Best Western Velbert, zwischen Düsseldorf, Wuppertal und Essen gelegen, ist mit einem Soft-Opening an den Start gegangen. Das Hotel, das zweite Aiden by Best Western in Deutschland, richtet sich vor allem an das junge Gästesegment.

Pressemitteilung

Das GreenSign Future Lab geht in die zweite Runde. Vom 24. bis zum 25. November 2026 treffen sich Entscheider aus Hotellerie und Gastronomie im Hotel Bristol Berlin, um praxisnahe Impulse zu zentralen Zukunftsthemen der Branche zu gewinnen. Parallel dazu läuft die Bewerbungsphase für den GREEN MONARCH Award 2026.

Die Motel One Group plant ein neues Projekt in Miami: Im Wynwood Arts District sollen ein Hotel und Eigentumswohnungen unter der Marke The Cloud One entstehen. Das Vorhaben ist Teil der US-Expansion des Unternehmens.

Wyndham führt in Zusammenarbeit mit Mogotel das Konzept der Ramada Residences erstmals in Deutschland ein. In Berlin-Reinickendorf entstehen bis 2028 ein Hotel und ein Apartmenthaus mit insgesamt 368 Einheiten.

Die Hotels ibis und ibis budget in der Leipziger Innenstadt nehmen nach einer vollständigen Renovierung stufenweise den Betrieb wieder auf. Den Anfang macht das ibis Leipzig City Ende April, gefolgt vom preisgünstigeren Schwesterhotel im Jahresverlauf.

IHG Hotels & Resorts verzeichnet ein deutliches Wachstum in Europa und erreicht mit 150.000 Zimmern einen neuen Meilenstein. Besonders Deutschland spielt mit einem Anteil von 20 Prozent am Gesamtbestand eine zentrale Rolle für die Expansion.

Die Radisson Hotel Group skaliert ihr Programm für klimaneutrale Hotelbetriebe und plant bis 2030 weltweit 100 zertifizierte Standorte. Durch den Einsatz von Ökostrom und effiziente Betriebsabläufe soll die CO2-Bilanz der Häuser vollständig ausgeglichen werden.