Insolvenz: Wellness-Hotels & Resorts GmbH unter vorläufiger Verwaltung

| Hotellerie Hotellerie

Das Amtsgericht Düsseldorf hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren über die Wellness-Hotels & Resorts GmbH eröffnet. Die Anordnung, die bereits am 23. Juni 2025 wirksam wurde, sieht die Bestellung von Rechtsanwalt Nikolaos Antoniadis zum vorläufigen Insolvenzverwalter vor.

Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sei nach sorgfältiger Prüfung der wirtschaftlichen Gesamtlage sowie nach intensiven Gesprächen mit Partnern und Fachberatern erfolgt, teilte Michael Altewischer, geschäftsführender Gesellschafter der Wellness-Hotels & Resorts mit.

Das Unternehmen, das in seinen Spitzenzeiten bis zu 50 Hotels in Deutschland, Österreich und anderen Ländern betreute, hatte zuletzt noch 23 Mitgliedsbetriebe. Als Gründe für den Rückgang gelten die Auswirkungen der Corona-Pandemie und weitere wirtschaftliche Krisen. Die Marke Wellness-Hotels & Resorts steht zum Verkauf.

Altewischer, der das Unternehmen seit 2001 führte, betonte, er werde der Branche weiterhin verbunden bleiben. „Ich stehe weiterhin hinter dem, wofür ich mit den Wellness-Hotels & Resorts viele Jahre gearbeitet habe – mit Herz, Haltung und Handschlag“, so Altewischer.

Jahresfehlbetrag in Bilanz 2023

Eine finanzielle Schieflage der Wellness-Hotels & Resorts GmbH deutete sich in den letzten Bilanzen an. Nach positiven Geschäftsergebnissen in den Vorjahren wies die Gesellschaft für 2023 erstmals einen Jahresfehlbetrag von 110.641 Euro aus, wie aus den Daten von Northdata hervorgeht. Im Jahr 2021 erhielt das Unternehmen noch eine staatliche Beihilfe in Höhe von 121.145 Euro.

Betriebliche Einschränkungen und finanzielle Neuausrichtung

Mit der Entscheidung des Gerichts unterliegen die Geschäfte der Gesellschaft nun strikten Auflagen. Verfügungen über Vermögenswerte sind ab sofort nur noch mit der Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters zulässig. Gleichzeitig dürfen die Schuldner des Unternehmens, sogenannte Drittschuldner, keine Zahlungen mehr direkt an die Firma leisten. Stattdessen ist der Insolvenzverwalter ermächtigt, Bankguthaben sowie ausstehende Forderungen einzuziehen.

Auch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, wie sie Gläubiger üblicherweise einleiten, sind vorläufig untersagt. Bereits begonnene Verfahren wurden eingestellt, was der Gesellschaft und dem Insolvenzverwalter Zeit gibt, die finanzielle Lage zu stabilisieren und eine Lösung zu erarbeiten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die globale Hotelpipeline füllt sich: Für 2026 prognostizieren Marktdaten einen massiven Anstieg der Neueröffnungen. Während Shanghai weltweit die meisten Zimmer fertigstellt, verzeichnen Europa und der Nahe Osten eine deutliche Beschleunigung ihrer jährlichen Fertigstellungsraten.

In Westeuropa geraten die Hotelmargen zunehmend unter Druck. Trotz leicht steigender Umsätze sorgen hohe Personalkosten und explodierende Vertriebsausgaben dafür, dass die Region das Schlusslicht bei der Profitabilität in Europa bildet.

Die MHP Hotel AG hat den Betrieb des Andaz Vienna am Belvedere unter einem neuen Franchisevertrag mit Hyatt übernommen. Das Hotel wird ab April 2026 unter der Marke Hyatt Regency weitergeführt.

Das Aus für das Congress Hotel gleicht einem Stich ins Herz von Chemnitz. Deswegen treibt die Sorge um die Zukunft des früheren Interhotels nicht nur die Beschäftigten um. Wie kann es weitergehen?

Mit dem Aethos Club Palma eröffnet ein neuer Member-Bereich in einem restaurierten Stadthaus in der Inselhauptstadt. Das Konzept kombiniert Arbeitsbereiche, Wellness-Angebote und kulturelle Events und ist Teil einer europaweiten Expansionsstrategie der Marke.

Der neue Trendreport von Hilton beleuchtet den Wandel in der Veranstaltungsbranche. Im Mittelpunkt stehen der Wunsch der Teilnehmer nach authentischen Begegnungen, die wachsende Bedeutung von Erholungspausen im Programm und die gezielte Nutzung von Technologie.

Wie wandelt sich die Hotellerie digital? Ein neuer Bericht des Tourismusinstitut der HES-SO Valais-Wallis analysiert die Entwicklung von fast 400 Hotels zwischen 2000 und 2025 im Schweizer Kanton. Die Daten liefern allen Tourismusakteuren wertvolle Erkenntnisse für den Sprung von der reinen Online-Präsenz zur qualitativen Optimierung.

Hotel-Pionier Ian Schrager und Highgate bündeln ihre Kräfte für die weltweite Expansion der Marke Public. Der frisch mit dem SevenRooms Icon Award ausgezeichnete Visionär behält die kreative Leitung, während Highgate den Betrieb übernimmt, um das Konzept „Luxus für alle“ global zu skalieren.

Das Parkhotel Quellenhof in Aachen schließt eine weitere Etappe seiner Revitalisierung ab. Mit Investitionen von knapp zwei Millionen Euro wurden 98 Zimmer modernisiert und die Technik des Grand Hotels auf den neuesten Stand gebracht. Damit steigen die Gesamtinvestitionen seit 2020 auf über zehn Millionen Euro.

Mehrere Medien berichten übereinstimmend über den Verkauf des Hotel Excelsior in der Münchner Innenstadt. Die Hoteliersfamilie Geisel veräußert das traditionsreiche Vier-Sterne-Haus nach 88 Jahren im Familienbesitz an den US-Investor Blackrock Real Estate.