Jahrelang praktiziert, jetzt umstritten – Diskussion um Trinkgeldpauschale bei Falkensteiner

| Hotellerie Hotellerie

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group hat auf die öffentliche Diskussion um ihre freiwillige Trinkgeldpauschale von zehn Euro pro Zimmer und Nacht reagiert. Das Unternehmen teilte am 2. November 2026 mit, dass rund 70 Prozent der Gäste das Angebot nutzten. Das Modell wird bereits seit 2022 eingesetzt und wurde Ende desselben Jahres öffentlich vorgestellt. Ende Oktober hatte die österreichische Kronen Zeitung über Kritik an der Praxis berichtet.

Die Kronen Zeitung hatte am 28. Oktober zunächst berichtet, dass bei Falkensteiner zehn Euro Trinkgeld pro Zimmer und Nacht automatisch auf der Hotelrechnung erscheinen und Gäste den Betrag auf Wunsch streichen lassen können. In einem weiteren Bericht stellte die Zeitung unterschiedliche Positionen innerhalb der Tourismusbranche dar. Während der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), Walter Veit, das Modell begrüßte, betonten Gewerkschaft und Tourismusvertreter die Freiwilligkeit des Trinkgeldes.

Falkensteiner betont die Zustimmung der Gäste vor der Verrechnung

In seiner Stellungnahme vom 2. November erklärt Falkensteiner, die Gäste würden bereits vor der Anreise, beim Einchecken und nochmals bei der Abreise über die Pauschale informiert. Sie könnten den Betrag jederzeit reduzieren, erhöhen oder vollständig streichen lassen. Eine Verrechnung erfolge ausschließlich mit Zustimmung der Gäste, betont das Unternehmen.

Die Kronen Zeitung hatte dagegen beschrieben, dass der Betrag automatisch auf der Rechnung stehe und erst auf ausdrücklichen Wunsch storniert werden müsse.

Nach Angaben von Falkensteiner entscheiden sich je nach Hotel 20 bis 30 Prozent der Gäste gegen die Pauschale. Im Falkensteiner Schlosshotel Velden nutzten dagegen rund 80 Prozent das Angebot. Mittlerweile werde das Modell nicht mehr nur in österreichischen Hotels, sondern auch in den kroatischen Häusern der Gruppe angeboten.

„Die Idee kam ursprünglich von unseren Gästen selbst. Viele wollten sich gerne bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für guten Service bedanken, hatten aber oft kein Bargeld dabei“, erklärt Unternehmenssprecherin Alexandra Geyer. Die Hotelgruppe habe deshalb nach einer Möglichkeit gesucht, Trinkgeld über die Hotelrechnung abzuwickeln.

Tageskarte berichtete bereits Anfang 2023 über das Trinkgeldmodell

Bereits Ende Dezember 2022 hatte Falkensteiner das Modell öffentlich vorgestellt. Am 10. Januar 2023 berichtete Tageskarte über den damaligen Pilotversuch. Zu diesem Zeitpunkt testete Falkensteiner das Verfahren nach eigenen Angaben seit knapp einem Jahr in einigen Hotels. Schon damals betrug die freiwillige Pauschale zehn Euro pro Zimmer und Nacht.

Otmar Michaeler, CEO der Falkensteiner Michaeler Tourism Group, erklärte seinerzeit, dass über 80 Prozent der Gäste die Möglichkeit des unkomplizierten Trinkgeldgebens begrüßten und häufig sogar mehr als zehn Euro zahlten. Falkensteiner kündigte damals an, das Modell im folgenden Jahr auf alle österreichischen Hotels ausweiten zu wollen.

Mitarbeiterkomitees bestimmen eigenständig die Verteilung der gesammelten Trinkgelder

Nach Darstellung von Falkensteiner wird das gesamte über die Pauschale eingenommene Trinkgeld an die Mitarbeiter verteilt. Das Unternehmen behalte davon nichts ein. In jedem teilnehmenden Hotel entscheide ein eigenes Trinkgeldkomitee, das ausschließlich aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen bestehe, über den Verteilungsschlüssel. Geschäftsführung und Management seien daran nicht beteiligt.

Damit sollen auch Beschäftigte ohne unmittelbaren Gästekontakt, beispielsweise in der Küche, der Zimmerreinigung oder der Haustechnik, an den Einnahmen beteiligt werden.

ÖHV-Präsident Walter Veit unterstützt das Verfahren. „Entscheidend ist, dass das Trinkgeld direkt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ankommt. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn Trinkgeld soll den Menschen zugutekommen, die täglich mit ihrer Arbeit für das Wohl der Gäste sorgen und das auch hinter den Kulissen.“

Falkensteiner betont außerdem, dass Trinkgeld kein Ersatz für das reguläre Gehalt sei, sondern eine zusätzliche freiwillige Zuwendung der Gäste. Das Unternehmen verweist auf eine Umfrage der Österreichischen Hotelvereinigung aus dem Jahr 2025. Demnach geben 72 Prozent der Befragten häufig Trinkgeld, weitere 26 Prozent zumindest gelegentlich.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Quality Lodgings erweitert das eigene Netzwerk um acht Hotels in vier europäischen Ländern. Vier der neuen Mitglieder stammen aus Deutschland, zwei aus Südtirol sowie jeweils eines aus den Niederlanden und Belgien.

Das Taj Hessischer Hof Frankfurt führt mit der Bar 1952 eine zweite öffentliche Bar. Vom 2. bis 8. November steht das Angebot im Zeichen des indischen Lichterfestes Diwali.

Das Hotel Kronelamm plant bis Ende 2026 insgesamt 29 neue Zimmer und Suiten sowie weitere Spa- und Rückzugsbereiche. Die drei Geschwister an der Spitze des Hauses erläutern im Interview, wie sie ihre Aufgaben verteilen und Entscheidungen über den Ausbau treffen.

Imlauer investiert nach eigenen Angaben weitere 20 Millionen Euro in Schloss Pichlarn im steirischen Ennstal. Mit einem neuen Bereich für Erwachsene soll die gesamte Spa-Fläche auf rund 8.500 Quadratmeter wachsen.

Der Karmeliterhof in Boppard wird neues Mitglied bei Romantik Hotels & Restaurants. Das inhabergeführte Haus liegt in der Altstadt von Boppard im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und verfügt über zehn Studios, Suiten und Apartments.

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2026 in Mainz haben 51 Nachwuchskräfte aus dem Gastgewerbe um die Titel in drei Ausbildungsberufen gekämpft. Bayern gewann die Mannschaftswertung.

Scandic und Hilton wollen ihre Hotelentwicklung in Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland ausbauen. In Kopenhagen ist bereits ein Hilton-Hotel mit 284 Zimmern geplant, das 2029 eröffnen soll.

Union Investment hat den Mietvertrag für das Radisson Blu Hotel Manchester Airport bis Ende 2035 verlängert. Der Vertrag mit der Radisson Hotel Group enthält eine Option auf eine weitere Laufzeit von zehn Jahren bis Ende 2045.

Rechtsanwalt Peter Hense wirft den „derzeit reihenweise gehackten Dienstleistern“ vor, weder Behörden noch Vertragspartner oder Betroffene zu informieren. Das IT-Problem der Hotellerie sei vor allem ein Dienstleisterproblem, schreibt er. Die HSMA fordert mehr Transparenz und die Einhaltung gesetzlicher Informationspflichten.

Haus Maria Rast in Euskirchen soll unter Kloster Steinfeld und der Familie Scheidtweiler zu einem Seminar- und Hotelbetrieb ausgebaut werden. Langfristig sind nach einem Bericht des Wochenspiegels 50 bis 60 Doppelzimmer geplant. Ein Teil der Schönstätter Marienschwestern werde weiterhin am Standort leben.