Marriott beendet Lizenz-Deal mit Sonder

| Hotellerie Hotellerie

Nur etwas über ein Jahr nach der Ankündigung einer Partnerschaft hat Marriott International die Lizenzvereinbarung mit dem Apartment-Anbieter Sonder Holdings Inc. beendet. Als Grund für die Auflösung des Deals nannte Marriott einen „Default“ seitens Sonder. 

Die sofortige Wirkung bedeutet, dass Sonder-Immobilien nicht länger im Loyalitätsprogramm Marriott Bonvoy geführt werden und neue Buchungen über Marriott-Kanäle gestoppt sind.

Gescheiterte Partnerschaft: Von der Erweiterung zur Trennung

Eine Partnerschaft zwischen Marriott und Sonder, wurde ursprünglich am 22. August 2024 bekannt gegeben. Ziel war es, mehr als 9.000 Apartments in das Portfolio von Marriott zu integrieren, zuzüglich 1.500 weiterer Zimmer in der Pipeline.

Die Sonder Holdings Inc. sollte durch das Vertriebssystem von Marriott gestärkt werden. Marriott wiederum erhielt Zugang zu geräumigen Apartment-Hotels in städtischen Märkten, in denen der Bau klassischer Hotels oft schwierig ist, was das Angebot an Unterkünften für längere Aufenthalte erweiterte.

Die Integration der Einheiten sollte unter dem Namen „Sonder by Marriott Bonvoy“ erfolgen. Marriott erwartete durch die Aufnahme ein Netto-Zimmerwachstum von sechs bis 6,5 Prozent für das Gesamtjahr 2024 und sollte Lizenzgebühren basierend auf einem Prozentsatz der Brutto-Zimmererlöse von Sonder erhalten. Geplant war, dass Marriott Bonvoy-Mitglieder ab Ende 2024 in rund 200 dieser Immobilien Punkte sammeln und einlösen können. Die vollständige digitale Integration war für das Jahr 2025 vorgesehen.

Vom Optimismus zum Ende: Der „Default“ von Sonder

Der plötzliche Umschwung steht im krassen Gegensatz zu den optimistischen Aussagen bei der Vertragsunterzeichnung. Tim Grisius, Global Officer bei Marriott International, sagte damals: „Wir freuen uns über die Aufnahme des Portfolios von Sonder in unser System, das unser Angebot an Unterkünften für längere Aufenthalte in wichtigen Märkten auf der ganzen Welt erweitern wird.“

Auch Francis Davidson, Mitbegründer und CEO von Sonder, betonte die erhofften Vorteile: „Wir freuen uns über unsere strategische Vereinbarung mit Marriott. Von den umfangreichen Vertriebs-, Treueprogramm- und Verkaufskapazitäten eines weltweit führenden Unternehmens der Hotellerie zu profitieren, wird uns dabei helfen, unsere wichtigsten Werttreiber, einschließlich unseres einzigartigen Gästeerlebnisses, in den Vordergrund zu stellen und gleichzeitig bedeutende Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung und Kosteneffizienz zu erschließen.“

Die am 9. November 2025 veröffentlichte Mitteilung von Marriott konstatiert jedoch lediglich einen „Default“ von Sonder als Ursache für das Ende der Kooperation. Infolgedessen sind Sonder-Immobilien mit sofortiger Wirkung nicht mehr für neue Buchungen über die Kanäle von Marriott verfügbar und die Anbindung an Marriott Bonvoy entfällt.

Unterstützung für betroffene Gäste hat Priorität

Marriott International erklärte, dass die unmittelbare Priorität darin bestehe, Gäste zu unterstützen, die derzeit in Sonder-Immobilien untergebracht sind oder eine kommende Reservierung haben.

Marriott wird Gäste aktiv kontaktieren, die ihre Buchungen direkt über Kanäle wie marriott.com, die Marriott Bonvoy App oder die weltweiten Reservierungszentren von Marriott vorgenommen haben, um ihre Buchungsbedürfnisse zu klären.

Gäste, die ihre Unterkunft über ein Drittanbieter-Online-Reisebüro gebucht haben, müssen sich jedoch direkt an diese Organisationen wenden. Das Unternehmen versichert, dass es weiterhin alles daran setzen wird, die Störung der Reisepläne der Gäste zu minimieren. Bei Fragen zu bestehenden oder zukünftigen, über Marriott gebuchten, Reservierungen können sich Kunden an den Marriott-Kundenservice wenden.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stützt die Umsatzentwicklung der US-Hotellerie. Während der Gesamtmarkt nur moderat wächst, rechnen Analysten in den Austragungsstädten mit zweistelligen RevPAR-Zuwächsen in den Sommermonaten.

Airbnb führt in Deutschland die neue Funktion „Jetzt buchen, später bezahlen“ ein. Damit können Gäste Unterkünfte mit flexiblen Stornierungsbedingungen reservieren und erst kurz vor Ablauf der Frist bezahlen, was insbesondere die Planung von Gruppenreisen erleichtern soll.

Die Insolvenz der Revo Hospitality Group hat die deutsche Hotellerie in Mark und Bein erschüttert. Dirk Iserlohe, Aufsichtsratsvorsitzender der Dorint-Hotelgruppe, hat sich in zwei öffentlichen Statements zu Wort gemeldet. Doch beim Vergleich seiner Analysen zeigt sich ein bemerkenswerter kommunikativer Spagat zwischen interner Manöverkritik und politischem Lobbyismus.

Die Chocolate on the Pillow Group vollzieht den Markteintritt in Berlin. Mit einem Managementvertrag für ein Vier-Sterne-Superior-Hotel an der Fischerinsel setzt das Unternehmen auf eine Zusammenarbeit mit Immobilieneigentümern und eine Fokussierung auf investierbare Hotelprodukte.

COMO Hotels and Resorts eröffnet im Mai das COMO Cordeillan-Bages. In Kooperation mit der Familie Cazes entsteht in einem historischen Anwesen in Pauillac ein neues Luxusdomizil, das Design von Paola Navone mit exklusivem Zugang zur Welt der Bordeaux-Weine kombiniert.

Eine aktuelle Treugast-Analyse am Beispiel Ruhpolding untersucht die Auswirkungen von Hotelneueröffnungen auf Feriendestinationen. Die Ergebnisse belegen, wie kapazitätsstarke Leitbetriebe das Nachfragewachstum nachhaltig fördern und bestehende Angebotslücken schließen können.

Mit der Eröffnung von 27 neuen Hotels hat Marriott International im Jahr 2025 die Marke von 200 Häusern in der DACH-Region überschritten. Das Wachstum wird maßgeblich durch Konvertierungen in allen Segmenten getrieben.

Mit der Eröffnung des Adagio Access Nanterre baut Adagio die Kapazitäten im Großraum Paris weiter aus. Das neue Haus mit 132 Apartments in direkter Nähe zum Geschäftsviertel La Défense zielt primär auf Geschäftsreisende und Langzeitgäste ab.

Booking Holdings verzeichnet ein über den Erwartungen liegendes Wachstum bei den Bruttobuchungen und passt die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben an. Zudem investiert der Konzern verstärkt in Technologie und Marketing.

Die Accor-Gruppe schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Gewinnplus ab und übertrifft die eigenen Finanzziele. Während die Lifestyle-Sparte zweistellig wächst, normalisiert sich das Geschäft auf dem deutschen Markt nach einer Schwächephase wieder.