Neun weibliche Führungskräfte in der Hotellerie: Strategien und Erfolgsmodelle

| Hotellerie Hotellerie

Internationale sowie nationale Studien belegen regelmäßig, dass Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen eine höhere Innovationskraft, Kreativität und Resilienz aufweisen. In der alpinen Hotellerie in Südtirol, Österreich und Deutschland zeigen aktuelle Beispiele, wie Gastgeberinnen durch spezifische Konzepte und unternehmerischen Weitblick den Branchenwandel mitgestalten. Diese Entwicklung spiegelt sich in einer agilen Selbstbestimmung und der Loslösung aus traditionellen Rollenmodellen wider, was zunehmend zu beruflicher Anerkennung und persönlicher Zufriedenheit führt.

Die neun Erfolgsgeschichten aus renommierten Häusern verdeutlichen, dass weiblicher Unternehmergeist entscheidend für positiven Wandel und wirtschaftliche Stärke ist. Durch die Implementierung von Themen wie Achtsamkeit, moderne Kunst oder empathische Mitarbeiterführung setzen diese Frauen neue Impulse für mutige Karrierewege im Gastgewerbe. Dabei dienen innovative Kulinarik-Konzepte und eine werteorientierte Führung als Inspiration, um die Hotellerie zukunftsfähig und krisenfest aufzustellen. Die folgenden Porträts beleuchten die individuellen Ansätze dieser Führungskräfte.

Marion De Carli Gerstl – Das Gerstl Alpine Retreat: Fokus auf hohe Frauenquoten

Im Das Gerstl Alpine Retreat bildet eine weiblich dominierte Struktur die Basis des Geschäftsmodells. Wie das Unternehmen mitteilt, sind über 70 Prozent der Mitarbeiter weiblich, wobei 21 Führungspositionen von Frauen besetzt werden. Marion De Carli Gerstl, die bereits im elterlichen Betrieb Erfahrung sammelte, leitet gemeinsam mit ihrem Ehemann das Stammhaus sowie die 5-Sterne-Neueröffnung Das Gerstl Family Retreat am Reschensee. Ein zentraler Aspekt ihrer Managementstrategie ist die Kopplung von Mitarbeiterzufriedenheit und Gästeunterbringung auf hohem Niveau. www.dasgerstl.com
 

Nina Meyer – Bio-Berghotel Ifenblick: Kulinarische Präzision durch Regionalität

Im Allgäu verantwortet Küchenchefin Nina Meyer die kulinarische Ausrichtung des Bio-Berghotels Ifenblick. Als ehemalige Finalistin der Fernsehsendung „The Taste“ verfügt sie über Expertise in der Spitzengastronomie, die sie für ein Konzept der biologischen Regionalität nutzt. Gemeinsam mit ihrer Schwester, der Gastgeberin Bianca Schiessl, etablierte sie ein Gastronomie-Modell, das auf individueller Menüzusammenstellung basiert. Dieser Ansatz des „Selbstschöpfens“ soll die Entscheidungsfreiheit der Gäste erhöhen und handwerkliche Präzision mit Natürlichkeit verbinden. www.berghotel-ifenblick.de 
 

Lea Oberhofer – Sensoria Dolomites: Internationaler Weitblick und Ästhetik

Lea Oberhofer leitet das Vier-Sterne-Superior-Hotel Sensoria Dolomites am Fuße der Seiser Alm. Ihre berufliche Laufbahn umfasst internationale Stationen in Metropolen wie Singapur, Paris und Edinburgh, unter anderem für das Luxusgüterunternehmen Louis Vuitton. Diese internationale Erfahrung bringt sie seit knapp vier Jahren in die Führung des Boutiquehotels ein. Ihr Fokus liegt auf einer Verbindung von unternehmerischem Weitblick und einem ästhetischen Konzept, das unter dem Leitmotiv des zeitgemäßen Luxus steht. www.sensoriadolomites.com
 

Sara Keller-Pichler – Stroblhof: Bewahrung der Tradition im Mehrgenerationenhaus

Im Stroblhof Active Family Spa Resort setzt Sara Keller-Pichler auf die Bewahrung der Südtiroler Gastfreundschaft innerhalb eines Mehrgenerationenhauses. Nach ihrer Ausbildung in Gröden definiert sie ihre Rolle über die Begleitung von Gästegenerationen über lange Zeiträume hinweg. Für den wirtschaftlichen Erfolg des Resorts ist die Bindung von Stammgästen eine wesentliche Kennzahl. Keller-Pichler sieht in der Pflege dieser sozialen Beziehungen eine Kernaufgabe der modernen Hotelleitung. www.stroblhof.com
 

Verena Gabrielli – Hotel Lamm: Konsequente Ausrichtung auf die Gastperspektive

Die strategische Ausrichtung des Hotels Lamm unter der Leitung von Verena Gabrielli orientiert sich konsequent an der operativen Perspektive des Gastes. Gabrielli, die ihre Fachkenntnisse bereits in der Kindheit im Betrieb ihres Onkels erwarb, stellt die Detailqualität der Dienstleistung in den Vordergrund. Ziel ihres Managements ist es, durch präzise erfüllte Gästewünsche eine Atmosphäre der Ruhe und des Genusses zu schaffen, die den Betrieb im regionalen Wettbewerb positioniert. www.lamm-hotel.it
 

Maria Geiger – Hotel Lindenwirt: Implementierung von Achtsamkeit und Balance

Maria Geiger übernahm bereits im Alter von 22 Jahren die Leitung des familiengeführten Hotels Lindenwirt in dritter Generation. Sie ergänzte das klassische Hotelangebot um die Philosophie „Wellness meets Oneness“. Als ausgebildete Lehrerin für Meditation und Yoga entwickelte sie das Yoga- und Vitalhaus Samhita. Dieser Fokus auf mentale Balance und Achtsamkeit bildet heute das Alleinstellungsmerkmal des Hauses im Bayerischen Wald. www.hotel-lindenwirt.de
 

Sonja Gassner – Hotel Gassner: Individuelle Urlaubsgestaltung und Tourenberatung

Im Salzburger Land fungiert Sonja Gassner als Planerin für touristische Erlebnisse im Hotel Gassner. Ihr unternehmerischer Ansatz beruht auf der schnellen Antizipation von Gästeansprüchen, etwa bei der Vermittlung von Bergaktivitäten oder Familienzeit. Durch ein hohes Maß an Flexibilität in der Organisation schafft sie individuelle Angebote, wobei sie gleichzeitig den Fokus auf die Authentizität der Gastgeberrolle legt. www.hotel-gassner.at
 

Sofia Pertoll – Schwarzer Adler: Modernes Management in historischen Strukturen

Die Leitung des über 500 Jahre alten Hauses Schwarzer Adler in Sterzing liegt in den Händen von Sofia Pertoll. Sie übernahm die Position der Hoteldirektorin zur Neueröffnung Ende 2024 im Alter von 29 Jahren. Nach Stationen im Marketing und der operativen Hotellerie verantwortet sie nun die Umsetzung eines modernen Wohnkonzepts in einem historischen Kontext. Ihr Managementziel ist die Begeisterung der Gäste durch überraschende Serviceelemente. www.schwarzer-adler.it
 

Franziska Oberhofer – Milla Montis: Design-Fokus und infrastrukturelle Weiterentwicklung

Das Hotel Milla Montis unter der Leitung von Franziska Oberhofer wurde bereits zweifach mit dem Michelin-Schlüssel ausgezeichnet. Diese Anerkennung bezieht sich auf Kriterien wie Architektur, Interior Design und Servicequalität. Oberhofer, die das Haus vor über fünf Jahren mitgeplant und eröffnet hat, nutzt Kundenfeedback direkt für die infrastrukturelle Weiterentwicklung. Ein für das Frühjahr geplanter Umbau soll die Marktfähigkeit des Standorts bis zum Sommer 2026 weiter festigen. www.hotel-milla-montis.com


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Campingplätze, Hotels, Pensionen und Anbieter von Gästezimmern in Nordrhein-Westfalen verzeichneten 2025 Zuwächse. Und das nach dem Rekordjahr 2024 mit der Fußball-EM im eigenen Land.

Direkt am Pazifik-Strand von Surfers Paradise soll ein Trump-Tower entstehen – mit Rekordanspruch: Das Hotel soll der höchste Wolkenkratzer Australiens werden.

Airbnb baut seine Plattform zu einem KI-basierten System um. Durch den Einsatz intelligenter Sprachmodelle sollen die Suche personalisiert, der Kundensupport automatisiert und die internen Abläufe effizienter gestaltet werden.

Das Hotelprojekt Seegut in Bad Wiessee erreicht den nächsten Meilenstein. Während die Rohbauarbeiten am Tegernsee im Zeitplan liegen, kündigt der Investor die Unterzeichnung des Managementvertrags mit einem Hotelbetreiber für Ende Februar an.

Wyndham Hotels & Resorts vermeldet für 2025 ein Rekordjahr beim Zimmerwachstum, während der rückläufige RevPAR dämpfend wirkte. Gleichzeitig sorgen die Insolvenz der Revo Hospitality Group und Wertminderungen auf die Marke Vienna House für erhebliche Belastungen in der Bilanz.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stützt die Umsatzentwicklung der US-Hotellerie. Während der Gesamtmarkt nur moderat wächst, rechnen Analysten in den Austragungsstädten mit zweistelligen RevPAR-Zuwächsen in den Sommermonaten.

Airbnb führt in Deutschland die neue Funktion „Jetzt buchen, später bezahlen“ ein. Damit können Gäste Unterkünfte mit flexiblen Stornierungsbedingungen reservieren und erst kurz vor Ablauf der Frist bezahlen, was insbesondere die Planung von Gruppenreisen erleichtern soll.

Die Insolvenz der Revo Hospitality Group hat die deutsche Hotellerie in Mark und Bein erschüttert. Dirk Iserlohe, Aufsichtsratsvorsitzender der Dorint-Hotelgruppe, hat sich in zwei öffentlichen Statements zu Wort gemeldet. Doch beim Vergleich seiner Analysen zeigt sich ein bemerkenswerter kommunikativer Spagat zwischen interner Manöverkritik und politischem Lobbyismus.

Die Chocolate on the Pillow Group vollzieht den Markteintritt in Berlin. Mit einem Managementvertrag für ein Vier-Sterne-Superior-Hotel an der Fischerinsel setzt das Unternehmen auf eine Zusammenarbeit mit Immobilieneigentümern und eine Fokussierung auf investierbare Hotelprodukte.

COMO Hotels and Resorts eröffnet im Mai das COMO Cordeillan-Bages. In Kooperation mit der Familie Cazes entsteht in einem historischen Anwesen in Pauillac ein neues Luxusdomizil, das Design von Paola Navone mit exklusivem Zugang zur Welt der Bordeaux-Weine kombiniert.