Novum Hospitality strebt Auflösung des Aufsichtsrats an

| Hotellerie Hotellerie

Die Novum Hospitality GmbH mit Sitz in Hamburg hat ein Statusverfahren zur Zusammensetzung ihres Aufsichtsrats eingeleitet. Die Geschäftsführung vertrete die Auffassung, dass für das Unternehmen keine gesetzliche Pflicht zur Bildung eines Aufsichtsrats bestehe. Das geht aus einer am 16. Juni 2026 veröffentlichten Gesellschaftsbekanntmachung hervor.

Derzeit habe Novum Hospitality einen nach den Bestimmungen des Mitbestimmungsgesetzes zusammengesetzten Aufsichtsrat. Die Geschäftsführung sei nach eigenen Angaben der Ansicht, dass dessen Zusammensetzung nicht den maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften entspreche.

Geschäftsführung sieht Voraussetzungen für gesetzlichen Aufsichtsrat nicht gegeben

Nach Auffassung der Geschäftsführung seien die Voraussetzungen nach den mitbestimmungsrechtlichen Vorschriften nicht erfüllt. In der Bekanntmachung nennt die Gesellschaft beispielhaft das Drittelbeteiligungsgesetz und das Mitbestimmungsgesetz.

Eine gesetzliche Pflicht, bei der Novum Hospitality GmbH einen Aufsichtsrat zu bilden, bestehe daher nach Auffassung der Geschäftsführung nicht. Weitere Angaben dazu, auf welche konkreten tatsächlichen Umstände das Unternehmen diese rechtliche Einschätzung stützt, enthält das vorliegende Material nicht.

Die Bekanntmachung erfolgte im Rahmen eines Statusverfahrens nach Paragraf 6 Absatz 2 MitbestG in Verbindung mit Paragraf 97 Absatz 1 AktG.

Antragsberechtigte können innerhalb eines Monats das Gericht anrufen

In der Bekanntmachung heißt es, der Aufsichtsrat der Novum Hospitality GmbH werde aufgelöst, wenn nicht Antragsberechtigte nach Paragraf 98 Absatz 2 AktG innerhalb eines Monats nach Veröffentlichung der Bekanntmachung im Bundesanzeiger das nach Paragraf 98 Absatz 1 AktG zuständige Gericht anrufen.

Als zuständiges Gericht nennt die Gesellschaft das Landgericht Hamburg. Ob ein entsprechender Antrag gestellt wurde oder gestellt wird, ist nicht bekannt.

Mehrere bekannte Namen gehören dem Aufsichtsrat an

Dem Aufsichtsrat gehören nach den von Novum Hospitality veröffentlichten Angaben mehrere in Politik und Hotellerie bekannte Mitglieder an. Auf der Seite der Anteilseigner nennt das Unternehmen unter anderem den früheren Hamburger Ersten Bürgermeister Ole Freiherr von Beust, den Hotelunternehmer und Berater Stephan Gerhard sowie Thomas Willms, den früheren Vorstandsvorsitzenden der Steigenberger Hotels AG.

Ebenfalls als Anteilseignervertreter werden Mortesa Etmenan, Christian Daynes und weitere Mitglieder geführt. Mortesa Etmenan ist seit Dezember 2021 Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Auf Arbeitnehmerseite führt Novum Hospitality unter anderem Mario Michielin, Christine Leitner-Gräwert, Maurice Ganz, Mark Baumeister und Jeanine Weigel als Mitglieder des Gremiums. Die Angaben zur Zusammensetzung stammen aus der veröffentlichten Darstellung des Unternehmens.

Novum widersprach zuletzt Vorwürfen rund um Mainzer Hotels

Unabhängig von dem bereits am 16. Juni 2026 veröffentlichten Statusverfahren äußerte sich Novum Hospitality Anfang Juli in einem anderen Zusammenhang gegenüber Tageskarte. Anlass war eine Anfrage der Redaktion nach einem Bericht des SWR über Kündigungen im Zusammenhang mit zwei Hotels in Mainz.

Nach Darstellung des SWR seien insgesamt 50 Mitarbeiter von Kündigungen betroffen. Die Gewerkschaft NGG vermute dem Bericht zufolge einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung. Dabei handelt es sich um eine von der Gewerkschaft geäußerte Vermutung, die Novum Hospitality gegenüber Tageskarte ausdrücklich zurückwies.

Geschäftsführerin Samira Etmenan erklärte auf Anfrage: „Insbesondere weisen wir die Behauptung zurück, personelle Maßnahmen hätten der Verhinderung einer Betriebsratsgründung gedient. NOVUM Hospitality respektiert selbstverständlich die Rechte ihrer Mitarbeitenden sowie die geltenden arbeits- und betriebsverfassungsrechtlichen Vorschriften.“

Die Stellungnahme enthielt keine ausdrückliche Angabe dazu, in welcher konkreten Rolle Novum Hospitality mit den beiden im SWR-Bericht genannten Hotels verbunden ist. Tageskarte nahm deshalb auf Grundlage der vorliegenden Stellungnahme keine weitergehende Zuordnung der beiden Häuser zu Novum Hospitality vor.

Etmenan erklärte zudem: „Bitte seien Sie angesichts der Situation versichert, dass wir den weiteren Prozess in enger Abstimmung mit der zuständigen Arbeitnehmervertretung begleiten.“ Weiter teilte sie mit: „Zudem werden wir gemeinsam mit allen Sozialpartnern mit Hochdruck an einer einvernehmlichen Lösung für alle Beteiligten arbeiten.“

Weitere Einzelheiten nannte Novum Hospitality nicht. Einen Zusammenhang zwischen dem Statusverfahren zum Aufsichtsrat und der Berichterstattung über die Vorgänge in Mainz stellt das vorliegende Material nicht her.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Novum Hospitality hat den Pachtvertrag für das Garner Hotel in Rüsselsheim fristlos beendet und den Betrieb aufgrund von Mängeln an der Trinkwasserinstallation dauerhaft eingestellt.

Die DERTOUR Group übernimmt zum 1. August 2026 die restlichen Anteile an der DSR Hotel Holding und wird alleinige Eigentümerin. Die Deutsche Seereederei zieht sich aus dem operativen Hotelgeschäft zurück und richtet ihren Fokus auf neue touristische Geschäftsmodelle.

Accor holt mit der Banque des Territoires einen öffentlichen Investor für die Restaurierung der historischen Zitadelle Vauban auf Belle-Île-en-Mer an Bord. Die denkmalgeschützte Anlage soll im Sommer 2027 als erstes französisches Hotel der Emblems Collection eröffnen.

Im Walliser Bergdorf Evolène entsteht mit Le Rucher d’Evolène ein über das Dorf verteiltes Hotelprojekt. Den Anfang macht am 21. August 2026 ein Boutiquehotel mit sieben Zimmern, weitere Gebäude und ein Berghotel sollen folgen.

Der Stroblhof in Eppan hat sein Angebot um sechs Apartments erweitert. Die Rittstein Homes setzen nach Angaben des Unternehmens auf eine an der Landschaft orientierte Architektur sowie regionale Materialien. Mit Bildergalerie.

Das Bollants Spa im Park in Bad Sobernheim hat seine umfangreiche Renovierung abgeschlossen und den Hotelbetrieb wieder aufgenommen. Modernisiert wurden Zimmer, öffentliche Bereiche und der Spa-Bereich.

Brera Serviced Apartments übernimmt den Betrieb der geplanten 56 Serviced Apartments im Berliner Projekt Midstad Berlin Schloßstraße. Die Fertigstellung der gemischt genutzten Immobilie ist für Ende 2027 vorgesehen.

Nach dem Eigentümerwechsel hat der Alpenhof Murnau nach eigenen Angaben erste Investitionen in Höhe von rund einer halben Million Euro umgesetzt. Dazu zählen ein neues Golf.Loft, modernisierte Badezimmer, eine Poolbar und der Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten entwickelt sich der Hotelimmobilienmarkt in Deutschland und Österreich nach Einschätzung von Marktteilnehmern stabil. Gleichzeitig gewinnen belastbare Cashflows, professionelles Asset Management und alternative Finanzierungsformen an Bedeutung.

Sunday Hotels hat die Übernahme von 24 Hotels in Deutschland offiziell bestätigt. Die Häuser wurden zuvor unter den Marken Accor, Wyndham und H+ betrieben und gehörten zuletzt zum Portfolio der insolventen Revo Hospitality Group.