Österreich: Mehr Übernachtungen und steigender Kostendruck in der Hotellerie

| Hotellerie Hotellerie

Die laufende Wintersaison verzeichnet nach Angaben der Österreichischen Hotelvereinigung 54,3 Millionen Überachtungen und liegt damit um 5,5 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wie die Vereinigung mitteilt, spiegelt dieser Anstieg jedoch nicht die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe wider.

Aber volle Betten heißen am Ende des Winters noch lange nicht volle Kassen. Uns galoppieren die Kosten davon“, erklärte der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung, Walter Veit, laut Mitteilung. Zwar seien die Gästezahlen gestiegen, gleichzeitig beobachte die Branche jedoch ein zurückhaltendes Ausgabeverhalten. „Die Gäste kommen, aber sie schauen aufs Geld. Die schwache Konjunktur der vergangenen Jahre hat Spuren hinterlassen, und die Folgen des Iran-Kriegs versetzen der Stimmung jetzt wieder einen zusätzlichen Dämpfer“, so Veit weiter.

Nach Angaben der Vereinigung wirken sich insbesondere steigende Energie- und Treibstoffpreise auf die wirtschaftliche Situation aus. „Davon bleiben die Urlaubsbudgets nicht unberührt“, wird Veit zitiert.

Einnahmen und Kosten im Fokus der Bewertung

Für eine Bewertung der Wintersaison reiche es laut Veit nicht aus, allein die Übernachtungszahlen zu betrachten. Entscheidend sei auch die Entwicklung von Einnahmen und Kosten. „Weil erstens die Nachfrage im März in vielen Regionen wegbricht und weil zweitens jedes Unternehmen am Ende zumindest seine Kosten gedeckt haben muss“, erklärte er laut Mitteilung. Ob dies aktuell gewährleistet sei, bezeichnete Veit als unsicher.

Die Österreichische Hotelvereinigung weist darauf hin, dass steigende Kosten die positiven Effekte der gestiegenen Nachfrage teilweise ausgleichen könnten. Die wirtschaftliche Lage der Betriebe hänge daher nicht allein von der Auslastung ab.

Forderungen nach steuerlicher Entlastung

Vor diesem Hintergrund fordert Veit laut Mitteilung politische Maßnahmen zur Entlastung der Branche. Dazu zählt insbesondere eine Senkung der Abgaben auf Arbeit sowie eine generelle Reduzierung der Steuerlast. „Für neue Steuern, egal welche und egal wie hoch oder niedrig, ist in diesem Land schon lange kein Platz mehr!“, sagte Veit.

Die Aussagen der Österreichischen Hotelvereinigung beziehen sich auf die aktuelle Wintersaison und deren wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Eine abschließende Bewertung der Saison sei laut Veit erst unter Berücksichtigung aller wirtschaftlichen Kennzahlen möglich.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Hotel Kronelamm in Bad Teinach-Zavelstein plant bis Dezember 2026 einen umfangreichen Um- und Neubau. Vorgesehen sind 29 neue Zimmer und Suiten, ein erweiterter Wellnessbereich, Veränderungen am Gourmetrestaurant und neue betriebliche Bereiche.

Scandic will 2027 ein drittes Hotel in Frankfurt am Main eröffnen. Die bestehende Immobilie nahe der Messe, das frühere von Revo geführte Mövenpick-Hotel, soll modernisiert werden und künftig 296 Zimmer sowie rund 500 Quadratmeter Veranstaltungsfläche bieten.

Eine Untersuchung von ABCD Agency und ContentGuard.me kommt zu dem Ergebnis, dass knapp jedes fünfte Hotelfoto auf Buchungsplattformen Hinweise auf KI-Bearbeitung zeigt. Besonders hohe Verdachtsquoten wurden in Hamburg und Berlin festgestellt. Hotels und Restaurants sollten jetzt handeln.

Die Marke Hilton Hotels & Resorts eröffnet mit dem Hilton Chania Old Town Resort & Spa ein neues Haus auf Kreta. Das Stadtresort verfügt über 85 Zimmer und ist auf einen Ganzjahresbetrieb ausgelegt.

Die DSR Hotel Holding hat das Henri Hotel Garmisch-Partenkirchen im ehemaligen Reindl’s Partenkirchner Hof offiziell eröffnet. Das neue Boutique-Hotel verfügt über 69 Zimmer und nutzt künftig personelle Synergien mit dem benachbarten aja Resort.

Der Nürnberger Schindlerhof hat in Paris den Hospitality Icon 2026 in der Kategorie „Employee Experience & Satisfaction“ erhalten. Nach Angaben des Unternehmens würdigte die Jury insbesondere die Mitarbeiterkultur und die Transparenz im Betrieb.

Mariana Santelli wurde vom Hotelkompetenzzentrum zur „Housekeeping Managerin“ des Jahres 2026 gekürt. Im Gespräch mit der IST-Hochschule erläutert sie unter anderem, vor welchen neuen Herausforderungen das moderne Housekeeping heute steht.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von 45 Prozent auf 572 Millionen Euro. Während klassische Hotels den Markt dominierten, legten Serviced Apartments deutlich zu.

1912 Hotels übernimmt den Betrieb des Hotel Steffisalp in Warth am Arlberg und kündigt Investitionen sowie eine Neupositionierung an. Die Wiedereröffnung des Hauses mit 56 Zimmern und Suiten ist für Dezember 2026 geplant.

Novum Hospitality weist gegenüber Tageskarte die Behauptung zurück, personelle Maßnahmen hätten der Verhinderung einer Betriebsratsgründung gedient. Zuvor hatte Tageskarte über einen SWR-Bericht zu Kündigungen in zwei Mainzer Hotels berichtet.