Positionspapier: Die deutsche Ferienhotellerie nach dem Sommer

| Hotellerie Hotellerie

Der Sommer 2020 hat vor allem eines gezeigt: Der deutsche Inlandstourismus beweist Stärke. Ob dies allerdings auch für die Herbst- und Wintersaison gelten wird, ist regional abhängig fraglich. mrp hotels beleuchtet in einem neuen Positionspapier die Entwicklungen.

Reisen im eigenen Land, Erholung in der Natur: Hotels in den Ferienregionen, insbesondere an der Nord- und Ostsee sowie in den Alpenregionen und anderen Top-Regionen schneiden im Sommer 2020 in vielen Hotels über dem Vorjahr und über Budget ab.

Bedingt durch den schon vorher starken Inlandstourismus sind die Nächtigungen in den Ferienregionen damit deutlich weniger stark eingebrochen als beispielsweise im Nachbarland Österreich.

In den Prime Locations auf den Inseln Sylt, Usedom und Rügen lag die Durchschnittsrate in vielen Hotels mit 16% -18% sogar über jener des Vorjahres. Leidtragende der Krise sind vor allem Erholungs- und Ferienheime, die ein Minus von 82% (Juni 2020) hinnehmen mussten, sowie die Hotellerie in jenen Städten, die ihr Kerngeschäft im MICE Bereich haben.

Regional differenziert: Der Ausblick auf die Wintersaison

Die möglichen Einschränkungen in Teilen des touristischen Ski- und Wintersportangebots führt in den Alpenregionen der Bundesrepublik zu großer Verunsicherung.

„Durch tagesaktuelle Ereignisse – wie zum Beispiel die Super-Spreaderin in Garmisch-Patenkirchen - sorgt zusätzlich für Unsicherheit, sowohl bei Gästen, wie auch bei den Tourismusbetrieben. Buchungen werden kurzfristiger getätigt werden, zudem erwarten sich die Gäste großzügige und kurzfristige Stornobedingungen von den Unterkünften“, ergänzt Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner mrp hotels.

Trotz der schwierigen Planungslage empfiehlt mrp hotels sich nicht auf einen Preiskampf einzulassen, sondern für Gäste Mehrwerte (z.B. inkludiertes Frühstück oder Abendessen) zu schaffen und auch bei den Stornobedingungen auf kostenfreie Umbuchungen zu setzen.

Auslandsreisende, die normalerweise die kalte Jahreszeit im Süden verbringen, werden hingegen zunehmend Alternativen im eigenen Land und im heimischen Thermen- und Spa-Angebot suchen. Vor allem zahlungskräftige Zielgruppen werden dabei die hohen Preise in den Top-Destinationen mit besonderem Service- und Produktangebot akzeptieren.

Martin Schaffer: „Viel hängt derzeit auch von einheitlichen europäischen Reise- und Quarantänebestimmungen ab, die statt regionaler und nationaler Einzelregelungen weitaus zielführender wären. Gleichzeitig muss Betrieben die Möglichkeit geboten werden, Corona Tests gleich vor Ort in der Unterkunft abwickeln zu können.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das unter Denkmalschutz stehende IFA Fehmarn Hotel & Ferien-Centrum wird bei laufendem Betrieb modernisiert. Die Maßnahmen umfassen öffentliche Bereiche sowie Zimmer und Apartments und sollen den architektonischen Charakter des Standorts bewahren.

In Bayreuth ist es laut Polizei zu mehr als 100 auffälligen Hotelbuchungen über ein Online-Portal gekommen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs.

Patrizia hat für das Holiday Inn Express in Augsburg einen neuen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Die The Chocolate on the Pillow Group übernimmt den Betrieb des Hotels mit 136 Zimmern.

Der Mainzer Stadtrat hat die Einführung einer Bettensteuer beschlossen. Kurz vor der Abstimmung hatte der DEHOGA Rheinland-Pfalz erneut versucht, die Entscheidung zu stoppen und für einen Gästebeitrag geworben.

Das aktuelle „mrp hotels quarterly“ sieht aktives Asset Management als zentrale Steuerungsfunktion für Hotelimmobilien. Vertreter aus Finanzwirtschaft und Hotellerie diskutierten steigende Kosten, veränderte Nachfrage und Unterschiede zwischen den Hotelsegmenten.

Marriott International meldet für das erste Quartal 2026 ein RevPAR-Wachstum von 4,2 Prozent und eine Rekord-Pipeline von fast 618.000 Zimmern. Trotz steigender Managementgebühren sank der Nettogewinn leicht auf 648 Millionen US-Dollar.

Novum Hospitality eröffnet mit dem Holiday Inn – the niu Quay in Hamburg-Harburg sein erstes Hotelprojekt in der kombinierten Rolle als Eigentümer und Betreiber. Das Haus umfasst 166 Zimmer und ist Teil des Projekts Aqua²dock am Harburger Binnenhafen.

Klarna und Minor Hotels kooperieren ab sofort in 13 europäischen Ländern, um Reisenden flexible Zahlungsmodelle anzubieten. Kunden können Hotelbuchungen künftig sofort oder in zinsfreien Raten begleichen.

Das Romantik Hotel Zell am See nimmt am 13. Mai nach umfassenden Renovierungsarbeiten den Betrieb für die Frühjahrssaison wieder auf. Die Umbaumaßnahmen betrafen vor allem die Optik und Ausstattung des Vier-Sterne-Hauses.

Das Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden verzeichnet seit der Wiedereröffnung im Februar 2024 insgesamt 14.000 Gäste im Veranstaltungsbereich. Das Haus setzt bei seinem Angebot auf eine Kombination aus historischen Räumlichkeiten und regionalen Ausflugszielen.